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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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PREDATOR
Sympathische Aliens begeistern mit Vertrautem
Roland Wohde
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Wenn eine Band neue Mitglieder rekrutiert, von einer Plattenfirma ohne sich zu bewerben einen Deal angeboten bekommt, ihren Namen wechselt und letztendlich ein ordentliches Debut abliefert, kann man schon mal neugierig werden. Auf meine Fragen bekam ich via Mail ausfhrliche Ausknfte. Aber lest selbst:

Hallo Predator!
Wie ist bisher die Resonanz auf eure Scheibe?

Wir sind mit den Reaktionen auf unser "erstes offizielles" Debt ziemlich zufrieden! Die Reviews sind zwar alle im Schwerpunkt unterschiedlich, aber unterm Strich kommen wir gut weg. Selbst im internationalen Vergleich konnte die Scheibe durchaus berzeugen, und alle Bewertungen lagen im oberen Drittel der mglichen Punkte. Wir hoffen, dass sich im Zuge der Sommerkonzerte das Interesse auch durch berzeugende Gigs weiter steigern lsst. Durch die Verffentlichung sind viele neue Kontakte entstanden, und es gibt fr uns mehr Mglichkeiten auf uns aufmerksam zu machen. Wenn die CD das schafft, hat sie ihr Soll als gelungenes Debt aus unserer Sicht erfllt.

Predator

Remedy Records sind ja bezglich eines Deals von sich aus auf euch zugekommen. Im Grunde der Idealfall. Hattet ihr denn ohnehin vor, mit dem neuen Material bei den Plattenfirmen vorstellig zu werden? Gab es noch andere Angebote?

Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine anderen Angebote. Wir haben aber auch nicht danach gesucht. Dementsprechend ungewohnt war die Vorstellung, mit Stormblade in nationalen bzw. internationalen Dimensionen zu denken. Sicherlich hatten alle schon mal darber nachgedacht, es zu versuchen. Doch der geschlossene Schritt aller Beteiligten in diese Richtung hatte eigentlich noch nicht stattgefunden. Die Unterschiede zwischen Stormblade zu dieser Zeit und Predator heute zeigen, dass dazu auch noch einiges ntig war. Das Angebot von Remedy Records hat uns ein neues Ziel gesetzt und durch die Zusammenarbeit hat sich unsere Perspektive deutlich gefestigt.

Ihr habt ja, wenn man die erste CD ausklammert, schon von Beginn an alles selber in die Hand genommen (Produktion etc.). Und auch die Aufnahmen der aktuellen CD fanden im Studio eures Gitarristen Niels statt. Untertrieben gesagt recht ungewhnlich. Ist es einfach eure Einstellung oder wurde diese Vorgehensweise zu Beginn aus der Not heraus geboren?

Es hat in allen Projekten, an denen wir in der Vergangenheit einzeln oder zusammen gearbeitet haben, stndig neues Material und aktuelle Aufnahmen gegeben. Und an fast allen Projekten war Niels irgendwie beteiligt. Wir wussten also worauf wir uns einlassen, wenn wir in dieser Weise zusammen an den neuen Stcken arbeiten. Und wir wollten uns sicher sein, dass wir alle am Ende mit dem Ergebnis einverstanden sind. Dazu war es gut, mglichst viel in Eigenregie zu optimieren, bis es soweit war. Wir haben gegen Ende der Aufnahmen mit dem Gedanken gespielt, von jemandem anders den Endmix machen zu lassen. Doch selbst die Referenzversionen groer Studios haben uns nicht berzeugt. Also haben wir auch diesen Arbeitsschritt Niels berlassen. Schlielich ist er als SAE-Absolvent ein Mann vom Fach und ein entscheidender Grund fr den Erfolg bisheriger Aufnahmen. Und was gut klappt soll man nicht ohne weiteres aufgeben!

Predator

Wie ich auch in meinem Review geschrieben habe finde ich die Gitarren teilweise etwas ruppig gespielt. Empfinde nur ich das so, oder habt ihr euch bewusst dazu entschieden?

Im Vergleich zu lteren Aufnahmen oder den Demos der aktuellen CD stehen die Gitarren durch bissigeren Sound und aggressiveres Attack im Vordergrund. Unserer Meinung nach harmonieren die ausgewhlten Titel sehr gut mit diesem Sound und kommen dadurch gut zur Entfaltung. Selbst "Dreams Assassin" bekommt dadurch den ntigen Biss um nicht als einzige Ballade unterzugehen. Wahrscheinlich htte von uns niemand die Gitarren als ruppig bezeichnet - aber wir kennen die Songs nur so! Von auen betrachtet fallen einem solche Details sicher leichter auf.

Auf der neuen Scheibe finden sich ja einige Songs eurer bisherigen Laufbahn wieder. Sind es Songs die bei euren Fans am beliebtesten sind oder eure eigenen Faves?

Es sind diejenigen Stcke, die unserer Meinung nach am besten eine Einheit bilden. Und da sie ber einen langen Zeitraum entstanden sind, zeigen sie eine gewisse Vielseitigkeit. Selbst wenn die Songs nicht auf der Platte wren, wrden wir sie weiterhin live spielen. Zwar sind ein paar von ihnen noch einmal grndlich berarbeitet worden, aber im Grunde haben sie ihre Eigenheiten behalten. Selbst der Titelsong hat sich ber mehrere Versionen entwickeln mssen. Auf jeden Fall dienen sie der Platte nicht als "Lckenfller", sondern als fester Bestandteil im aktuellen Predator - Repertoire.

Ich habe in einem lteren Interview gelesen, dass ihr "Night of the witches" selber gar nicht mehr hren knnt. Dieser Song scheint ja, abgesehen von seinen Ohrwurmqualitten, ohnehin etwas Besonderes zu sein. So findet man ihn bereits zum vierten mal auf einer Verffentlichung von euch. Wird daraus ein "Running-Gag" und ihr bringt ihn jetzt auf jeder Scheibe in einer weiteren Version?

Predator

"Night of the Witches" hat in einigen von uns eine Art Hassliebe hervorgerufen. Selbst beim Proben kann sich der eine oder andere eine verzogene Stirn nicht verkneifen. Und trotzdem ertappen wir uns alle dabei, wie wir beim Autofahren laut mitgrlen und pltzlich beschmt feststellen "...hoppla, NOTW, den Song kann ich doch eigentlich nicht mehr hren!" Ein Running Gag soll daraus definitiv nicht werden, dazu ist er dann doch zu gut und zu beliebt!

Wie haben sich eure beiden neuesten Mitglieder ins Songwriting eingebracht? Wie luft dieser Prozess berhaupt bei euch?

Als Sebastian und Daniel eingestiegen sind, waren die neuen Stcke in ursprnglicher Form schon geschrieben. Das heit, das die Instrumentalversionen bereits als Demos vorlagen. Es war von Anfang an klar, dass wir fr diese CD nicht noch einmal von vorne anfangen wollten. Gespickt mit Neuauflagen lterer Ideen war die Auswahl der Titel schon sehr frh und von allen, auch Daniel und Sebastian, getroffen worden. Als wir mit den Aufnahmen anfingen, haben sich die beiden im Studio verbunkert und die Drums produziert. Daniel hat die Pilotgitarren eingespielt und Sebastian konnte dazu eigene Ideen einarbeiten, die vom Drumcomputer auf den Demos teilweise deutlich abwichen. Die Basis fr die restlichen Instrumente hatte also bereits eine ganz andere Dynamik als die Vorlagen, auch wenn sich an den Songs selbst nicht viel verndert hatte. Anschlieend folgten Bass und Gitarren unter Niels Regie, und somit die ersten Varianten vom Gesamtsound. An den Vocals war ebenfalls Daniel mageblich beteiligt, die er mit Marko gemeinsam ausgearbeitet und aufgenommen hat. Generell haben alle Songs der Platte diesen Prozess durchlaufen, egal, ob sie von Marko oder Niels stammen. Danach folgte der Feinschliff, zu dem jeder seine Vorstellungen und Ideen beigetragen hat - und fertig!

Auf eurer Homepage war ich etwas verwirrt, denn bei den Promofotos 2004 fand ich die alten Bilder von Stormblade, auf denen auch noch euer alter Drummer Tim Schlattmann mit von der Partie war (brigens coole Fotos! Endlich mal wieder eine Band, die auch bei Promofotos nicht so bierernst zur Sache geht!). Und auch bei den Lyrics zum aktuellen Output konnte ich die von "Waiting forever" und "Escape from nowhere" nicht finden. Dagegen Texte zweier lterer Songs, die gar nicht auf der Scheibe sind. Wie kommt's?

Der Grundstock der Predator-Website stammt noch aus Stormblade - Tagen. Bis alle Relikte als solche kenntlich gemacht bzw. ersetzt sind, dauert es anscheinend lnger als erwartet. Auerdem wollten wir das komplette Design der fertigen CD anpassen, was nur nach und nach mglich war. Schlielich wird die Seite in Eigenregie von Marko betreut und aktualisiert. Wir arbeiten dran!

Euer Sound ist, ohne es negativ zu meinen, nicht grade einer der sich automatisch von der Masse abhebt. Ihr bewegt euch musikalisch auf hart umkmpftem Gebiet, in dem es schon viele etablierte Bands gibt. Worin seht ihr selber eure besonderen Strken und wie schtzt ihr eure Chancen auf dem Markt ein?

Predator

Wir sind nicht mit der Absicht angetreten, Metal oder eine wie auch immer genannte Stilrichtung neu zu erfinden. In jeder Musikrichtung gibt es neben einem kleinen Anteil an Weiterentwicklung den weitaus greren derer, die bewhrte Elemente aufgreifen und ihren Mglichkeiten gem inszenieren. Und nicht zuletzt ist es eine gerade im Metal - Sektor stark vertretene Erwartung von Vertrautem, die so etwas rechtfertigt. Anders htten es Bands wie Iron Maiden, Judas Priest oder AC/DC nicht bis heute geschafft am Ball zu bleiben. Ein eigenes Profil zu entwickeln ist in keinem musikalischen Bereich einfach und oft ein langer Prozess. Diesbezglich sehen wir unsere Chancen recht realistisch. Unsere Strke sehen wir auch aufgrund der Reaktionen auf die CD oder unsere Konzerte darin, Leute, die bisher nichts mit unserer Musikrichtung zu tun hatten, fr das was wir machen zu begeistern. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung wissen wir genau, was wir da tun. Dementsprechend knnen wir es prsentieren, rechtfertigen und somit authentisch "an den Mann bringen". Predator soll kein berstilisiertes Gebilde sein, sondern die Essenz aus fnf Leuten, die gerne zusammen die Musik machen, von der sie berzeugt sind. Wer das zu schtzen wei, wird auch die Musik schtzen knnen.

Wie sieht es fr die Zukunft mit den livehaftigen Predator aus? Ist schon etwas in Planung, damit man euch auch auerhalb der Region mal zu Gesicht bekommt?

Am 09.07.04 gastieren wir in Vlotho im "Ex", ab dann auch wieder mit Max am Bass, der sich derzeit noch in England befindet. Am 17.07.04 spielen wir als Headliner auf dem Innenstadtfestival in Bad Oeynhausen. Definitiv besttigt ist auerdem ein Auftritt beim Metal - Bash Festival bei Hamburg am 24.07.04. Infos dazu gibt's auf www.remedyrecords.de. Weitere Konzerte auerhalb der Region sollen im August und September stattfinden. Soweit unsere Planungen, die Termine gibt's umgehend auf unserer Website.

www.predatorband.com

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