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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SHITHEADZ
Was lange währt wird endlich saugut!
Roland Wohde
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Ob man mit dem Namen Scheißköpfe berühmt werden kann, ist noch nicht entschieden. Dass die Jungs mit ihrer Musik aber die richtigen Vorraussetzungen dafür mitbringen, zeigt ihr granatenstarker erster Rundling (Review ebenfalls auf dieser Seite). Grund genug also, einmal per mail bei den Herren anzuklopfen. Here we go...

Habt ihr nach zwölf Jahren, die ihr jetzt bereits mit den Shitheadz aktiv seid, überhaupt noch daran geglaubt irgendwann einen Plattenvertrag zu bekommen? Oder hattet ihr euch schon damit abgefunden, auf Demobasis just vor fun weiterzumachen?

Mark: Ich glaube, dass so ziemlich jeder Musiker insgeheim davon träumt, dass seine Musik von so vielen Leuten wie möglich gehört wird, und da hilft 'n Vertrag natürlich enorm. Bestimmte Ereignisse wie der Motörhead/Anthrax-Gig inklusive der sehr guten Resonanzen von den Fans im E-Werk sowie der beiden "Überbands" stimmen einen da erst recht optimistisch. Insgesamt denke ich aber, dass wir uns nie irgendwelchen Träumereien hingegeben haben und eher abwartend und relaxt geblieben sind.

The Shitheadz

Wie seid ihr eigentlich ohne Plattenvertrag oder ähnliches an den Gig im Vorprogramm von Motörhead und Anthrax in Köln gekommen???

Guido: Die eigentliche Vorband, welche mit Motörhead in Deutschland unterwegs war, wurde gefeuert und so durften wir Dank unserer "fast" Booking-Agentur "Headline" kurzfristig einspringen. Haben zwei Tage vor dem Gig davon erfahren! Wir sind dann fast vor Ehrfurcht erstarrt. Naja, als wir dann in die Halle reinkamen hatten wir vor lauter Stress kaum noch die Möglichkeit nervös zu sein. Und dann war auch schon alles vorbei...

Wie ist denn Chris Boltendahl, der euch ja den Deal besorgt hat, auf euch aufmerksam geworden?

Guido: Wir haben uns mit unseren Demos bei Locomotive beworben und das hat ihm nach ein paar mal hören wohl gut gefallen.

Gab es außer von Locomotive noch Interesse heimischer Labels? Mit Locomotive ging ja letztendlich wohl alles recht flott. Denn gegen Ende des Jahres habt ihr auf eurer Homepage ja nur verlauten lassen, dass ihr eventuell mal wieder ein paar Sachen aufnehmen wollt. Oder war zu diesem Zeitpunkt schon was im Busch?

Guido: Wir haben uns erst letztes Jahr verstärkt (mit dem letzten Demo) bei Labels beworben... außer Locomotive hat sich noch ein Verlag und eine Booking Agentur für uns interessiert.

War eventueller Zeitdruck auch ein Grund sowohl das Covermotiv wie auch den Titel eures letzten Demos zu verwenden? Denn selbst wenn der Titel (wie auch ich finde) passt wie der Arsch auf den Eimer, hätte ich es doch besser gefunden, etwas Neues zu präsentieren.

Mark: Zum Einen war der Zeitdruck ein Problem, aber andererseits fanden wir sowohl Cover als auch Titel wie erwähnt absolut gut (und mal ehrlich: so wahnsinnig viele Leute kannten das Demo nun auch nicht). Wir wollten Olli (der außer Schlagzeug zu spielen auch sämtlichen Design-Kram von Covers über Flyer bis hin zu unserer Website macht) nicht zu viel Arbeit aufhalsen. Viel drängender war's, noch schnell 'n Studiotermin zu ergattern und 'n paar neue Songs zu schreiben (Return.../Burning/Outro), um auf 'ne angemessene Zahl von Stücken zu kommen und den Leuten, die bereits beide Demos hatten, noch was Neues zu bieten.

Hätte ich nicht im Vorfeld schon euren Song vom Rock Hard Sampler gekannt, hätte ich euch aufgrund des Namens und des einfach gehaltenen Schriftzuges eher in die Punkecke einsortiert. Könnt ihr das nachvollziehen und seht ihr, wenn ja, darin nicht die Gefahr, dass euch potentielle Käufer einfach "übersehen"?

Mark: Ich persönlich denke, dass die Gefahr sowieso ziemlich oft besteht, bei vielen Bands weiß man selten, was einen vom Namen her erwartet. Obwohl der Name ab und zu zur Diskussion stand, haben wir aber nie etwas wirklich Besseres gefunden. Außerdem mag so mancher zuerst lachen oder sonst was, aber wenn man ihn nach The Shitheadz fragt, sagt er: "Shitheadz? Kenn' ich" (Hab ich z.B. bei meinen Telefonaten mit der Gema letztens wieder erlebt. Selbst nach drei Monaten wusste die nette Dame am anderen Ende der Leitung bei Nennung des Namens direkt wieder Bescheid!) Der Name bleibt einfach hängen, was die Schubladengeschichte mindestens aufwiegt.

Wie stark hat sich denn seinerzeit eigentlich der Beitrag auf dem "Unerhört"-Sampler des Rock Hard ausgewirkt? In Bezug auf Demoverkäufe, Auftrittsmöglichkeiten und Interesse seitens der Plattenfirmen?

Guido: Wir haben natürlich einige Demoanfragen erhalten. Da der Sampler aber den Abonnenten vorenthalten ist und das Geld nicht mehr so locker sitzt, blieb die ganz große Resonanz aus. Veranstalter und Plattenfirmen hören natürlich gerne, dass man mit einem Song auf dem "Unerhört"-Sampler vertreten ist.

The Shitheadz

Wo habt ihr eigentlich Christoph und Andreas ausgegraben? Sie sind ja ein ausschlaggebender Punkt in dem Wandel eures Sounds und damit ja auch in gewisser Weise für die jüngste und äußerst viel versprechende Entwicklung der Band! Waren die beiden schon vorher in anderen Bands aktiv?

Mark: Also mit Christoph war das so, dass wir vor 'n paar Jahren (etwa '95/'96) noch mit der alten Besetzung 'n Gig hier bei uns um die Ecke hatten. Mr. Birx spielte dort ebenfalls mit seiner allerersten Band "Buttweiser" und irgendwie haben wir beide so fast den ganzen Tag über alles Mögliche gequatscht. Etwa zwei Jahre später wiederholte sich das Ganze im selben Laden, nur sang Christoph jetzt bei "Azrael's Tears". Man kannte sich also und, ich glaub', Christoph fand uns damals auch ziemlich gut. Irgendwann ist dann unser alter Sänger 'n paar Monate nicht mehr zur Probe erschienen, als Christoph anrief und fragte, ob wir nicht Lust hätten bei 'nem Gig dabei zu sein. Als er hörte, dass wir im Moment 'ne reine Instrumental-Combo waren und deswegen den Gig sausen lassen mussten, schickte er uns 'n Demo seiner gesanglichen Leistungen, hörte sich sehr gut an und war dann nach 'ner Test-Probe dabei. Zu der Zeit wollten wir bereits einfach nur straighter werden (damals entstand bereits "The Seven" und "Unspoken") und hatten in Guido nur noch einen Gitarristen. Wieder 'n paar Monate später meinte Christoph, er hätte da jemanden, der ziemlich gut spielt und gut passen würde. Folglich erschien Andreas, den alle schon 'n bisschen von seiner alten Band "Destitutes" und gelegentlichem Labern kannten, auf 'ner Probe, überzeugte absolut und war fortan ebenfalls dabei.

Bestehen jetzt mit Locomotive im Rücken Chancen, eventuell auf eine kleine Tour mit aufzuspringen oder wird erstmal die Reaktion auf die Scheibe abgewartet? (Tierra Santa im Packet mit Easy Rider sind ja leider schon durch). Eine erste Maßnahme in Bezug auf Auftritte ist ja schon die Releaseparty in Leverkusen.

Guido: Die Chance besteht natürlich, allerdings ist bisher seitens der Plattenfirma noch nichts geplant. Zur Zeit sind wir auf der Suche nach einer geeigneten Booking-Agentur...

Wie geht bei euch das Songwriting von statten? Kommt jeder mit ein paar Ideen in den Proberaum und ihr rockt drauf los um zu schauen was passiert, oder kommt jemand von euch mit einem fertigen Grundgerüst oder gar einem kompletten Song und es wird nur noch dran rumgefeilt?

Guido: Ab und zu kommt jemand mit einem fast fertigen Song zur Probe. In der Regel läuft es aber so, dass einer mit einer Strophe ankommt und der nächste den passenden Refrain hat. Allerdings sind wir da sehr wählerisch, da es wirklich jedem gefallen muss. Es muss halt Spaß machen und das merkt man an einem breiten Gemeinschaftsgrinsen!

Woher stammt die Introsequenz zu "Return of the Demons"? Hört sich nach einem alten Horrorstreifen an.

Mark: Na,ja, ist nicht wirklich alt. Die hat Christoph in "Der 13. Krieger" gefunden.

Eure musikalischen Vorlieben scheinen ja sehr weit gefächert zu sein. Wenn man bedenkt, dass euer Name auf einem Ärztegig entstand, ihr früher eher hardcorelastigen Metal gespielt habt, ihr Bands wie Motörhead als Einfluß angebt und man euch auf Fotos mit Shirts von Entombed oder In Flames sieht. Gibt es verschiedene Lager innerhalb der Band was den Geschmack angeht oder seit ihr alle so open minded?

Mark: Die musikalischen Vorlieben gehen teilweise schon recht weit auseinander, allerdings gibt es natürlich immer Überschneidungen. Christoph zum Beispiel hört unter anderem so hartes Zeug, dass sich mir der Magen umdreht und viele meiner Favorites entlocken Christoph nur 'n müdes Lächeln. Zu Maiden z.B gibt's von uns beiden aber 'n dicken Daumen nach oben. Guido und ich sind (mittlerweile) so mehr die Allrounder-Fraktion. Die anderen drei bevorzugen mehr oder weniger härteren Stoff, wobei Andreas z.B. mehr zu klassischeren Metal-Bands tendiert, aber eben nicht ausschließlich. Wenn alles klappt, kann man sich auf unserer Homepage, die gerade überarbeitet wird, bald näher über die einzelnen Faves informieren.

Vielen Dank fürs Interview!
Mark/Guido (The Shitheadz)

www.shitheadz.de

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