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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BURDEN OF GRIEF
Auf dunklen Pfaden zur Erlösung
Andre Kreuz
www.burdenofgrief.de


Wenn von melodischem Death Metal aus Deutschen Landen die Rede ist, kommt man langsam aber sicher an einem Namen nicht mehr vorbei: BURDEN OF GRIEF.
Wer das nicht glaubt, sollte mal in die aktuelle Scheibe "Fields of Salvation" reinhören, denn spätestens da zeigt sich, wie sehr die Band in den zehn Jahren ihres Bestehens mehr und mehr gewachsen ist, um mit dieser CD schließlich das ausgetüfteltste Werk in ihrer drei Scheiben umfassenden Diskographie zu veröffentlichen.
Grund genug also, dem Gitarristen mit dem wohl coolsten Nachnamen aller Zeiten - Philipp Hanfland - ein paar Infos zu entlocken.

Hi Phillip! Erzähl doch bitte mal was von eurer neuesten CD "Fields of Salvation"! Wie sind die Songs entstanden, warum hat es so lange gedauert und was sind überhaupt die "Fields of Salvation"?

Nach unserem letzten Album "On Darker Trails" sind unser Drummer Christian und unser Gitarrsit Oliver ausgestiegen. Bis wir dann mit neuer Besetzung das Songwriting beginnen konnten hat es etwas gedauert. Ulrich ist dann vom Bass an die Gitarre gewechselt und hat einen Großteil des neuen Materials geschrieben. Er hat eine etwas andere Herangehensweise beim Songwriting als ich, seine Riffs sind vielschichtiger und etwas melancholischer, während meine Riffs straighter sind. Insgesamt hat sich aber diese Mal die gesamte Band mehr eingebracht als beim letzten Album, somit ist das Album ingesamt abswechlungsreicher und vielschichtiger geworden. Durch den Wechsel zu einer neuen Plattenfirma ist dann auch etwas Zeit ins Land gezogen, so dass das Album erst jetzt erscheinen kann. Eigentlich ist es schon seit einem halben Jahr fertig. Der Titel "Fields Of Salvation" bezieht sich in erster Linie auf das Coverartwork. Ich würde zwar schon desöfteren gefragt, was denn das Coverbild mit "Erlösung" zu tun hat, aber für mich ist das lediglich eine Auslegungssache.

Burden of Grief - Klick!

Da muss ich dann aber doch noch mal nachhaken: Wer hat denn das coole Coverartwork der Platte geschaffen und was ist die Aussage dahinter?

Das Cover stammt von dem Künstler Kurt Wörsdörfer. Er hatte uns einige seiner Bilder angeboten und wir haben uns spontan für dieses entschieden. Da er es also bereits fertig entworfen hatte, steckt keine besondere Bedeutung dahinter. Das Bild sieht einfach sehr interessant aus und vermittelt, neben dem inhaltlichen Bezug zum Thema "Tod" und "Erlösung", einen erwachseneren Eindruck als unsere bisherigen Artworks. Da unsere Musik auch merklich gereift ist und erwachsener wirkt, fanden wir das Bild sehr passend. Ich finde sogar, dass es z.T. wie ein altes Gemälde von Hieronymus Bosch aussieht.

Wie zufrieden seid ihr mit der Produktion und dem Sound der Scheibe?

Wir haben bewusst eine andere Produktionsweise dieses Mal gewählt als noch beim letzten Album. Wir wollten einfach nicht mehr zu Andy Classen gehen, und haben für die Recordings ein etwas günstigeres Studio gewählt, was wir im Metalsound Studio in Osterode gefunden haben, und haben uns für den Mix dann quasi einen unserer absoluten Wunsch-Produzenten ausgesucht. Die Wahl fiel dann auf das Jailhouse Studio in Dänemark, wo wir zusammen mit Tommy Hansen (u.a. Helloween,...) den Endmix gemacht haben. Diese Kombination hat sich auf jeden Fall gelohnt, wobei man natürlich immer noch einige Sachen verbessern kann, wenn man noch mehr Budget zur Verfügung hat. Das, was wir im Sound von Andy Classen vermisst haben, nämlich eine gewisse atmosphärische Tiefe und ein breites Soundspektrum, haben wir dieses Mal erhalten. Wenn nächstes Mal das nötige Kleingeld da ist, werden wir wohl für die komplette Aufnahme nach Dänemark fahren.

Das Infoschreiben zu "Fields..." posaunt großzügig die sog. "Business-Regel" heraus, nach der sich eine Band eigentlich erst mit dem dritten Release definiert. Wie siehst du das in Bezug auf BURDEN OF GRIEF?

Burden of Grief - Klick!

Ich denke nicht, dass sich eine Band erst mit ihrem dritten Album definieren muss, aber man kann schon in einigen Fällen beobachten, ob eine Band ewig im Underground herumkrebst oder doch mehr von sich Reden macht. Die Zeiten, in denen eine Band mit ihrem Debut groß rauskommt, sind vorbei (klar, bis auf einige Ausnahmen...). Aber irgendwann sollte schon ersichtlich sein, ob eine Band zu mehr im Stande ist. Wir selber haben für uns gemerkt, dass das neue Material wesentlich ausgereifter geworden ist, als das noch beim letzten Album der Fall war. Und dadurch hoffen wir, dass wir mitlerweile auch Leute überzeugen können, die vorher noch eher kritisch uns gegenüber waren...

Würde mich wundern, wenn das bei den tollen Songs auf der Platte nicht so wäre!
Auf eurem Vorgängerwerk "On Darker Trails" habt ihr am Ende ja METALLICA's "Master of Puppets" gecovert. Wie kam es dazu und was hälst du von deren letztem Output?

Was den Coversong angeht, da haben wir etwas gesucht, was für uns persönlich noch eine Steigerung zu Iron Maiden (die wir auf dem Debut gecovert haben) bedeutet, und da kam gerade für mich nur Metallica in Frage. Das ist auch der Grund, warum dieses Mal kein Coversong auf dem Album ist. Wie haben nichts gefunden, was uns noch mehr begeistert als Metallica. Die neue Metallica hat sicherlich gute Ansätze, aber die Umsetzung ist ihnen leider nicht gelungen. Einige Riffs sind wirklich geil, aber die Arrangements und vor allem der Sound sind absolut misslungen. Mich persönlich freut es aber sehr, dass sie wieder merklich mehr Feuer im Arsch haben. Ich habe sie letztes Jahr zweimal live gesehen und ich fand es unglaublich geil. Die Setlist war ein Traum und die Performance so geil wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Da hast du wohl recht. Wenn die Jungs anstelle von Klodeckeln tatsächlich ein echtes Schlagzeug benutzt hätten, wäre die CD vermutlich ziemlich gut geworden, aber so...
Themawechsel: Wie schätzt du die Bedeutung des Internets für euch persönlich ein? Fluch oder Segen?

Das Internet hilft uns sehr viel, auf uns aufmerksam zu machen und vor allem mit anderen Bands, Fans, Veranstaltern, Business-Partner usw. weltweit in Verbindung zu treten. Als wir vor zehn Jahren angefangen haben, lief die Kommunikation lediglich auf dem Postwege, was sehr viel an Geld und Zeit gekostet hat. Sicherlich hat das Internet auch Nachteile, wie z.B. das Herunterladen von Musik, aber das ist halt der Preis dafür. Jede Sache hat eine gute und eine schlechte Seite, damit muss man sich abfinden und die gute Seite für sich nutzen.

Wirklich Weise Worte!
Die letzten beiden Jahre wart ihr Konzert-mäßig ziemlich gut dabei. An was erinnerst du dich besonders gerne und was würdest du lieber ganz schnell wieder vergessen?

Burden of Grief - Klick!

Unser geilsten Konzert-Erlebnisse waren auf jeden Fall das Summer Breeze Open Air 2002, wo wir nachmittags gespielt haben, aber schon eine riesige Menschenmenge vor der Bühne hatten, da auch noch richtig gut mitgegangen sind. Bei diesem Festival lief wirklich alles perfekt. Und das andere war unser Auftritt 2003 in Österreich auf dem Kaltenbach Open Air. Wir sind dorthin geflogen, was schonmal äußerst cool war und haben abends zur besten Spielzeit gespielt und sind dort richtig warm empfangen worden. Die Location war auch traumhaft mitten in den Bergen. Das mieseste, was wir bisher erlebt haben, war das Wave-Gotik-Treffen 2000. In dem besagten Jahr ist ja der Veranstalter mit der Kohle abgehauen und hat das Festival sich selbst überlassen. Danach war einfach nur noch alles katastrophal und unser Auftritt verlief auch total beschissen.

Und wenn du die Macht hättest, in der deutschen Metal-Szene etwas grundlegend zu verändern, was würdest du als erstes in Angriff nehmen?

Um ehrlich zu sein, ich weiß es gar nicht. Ich denke die Metal-Szene in Deutschland ist relativ stark. Die Fans reagieren nicht ganz so stark auf Hypes wie es in England oder USA der Fall ist. Etwas problematisch ist die Tatsache, dass der deutsche Metal-Markt sehr übersättigt ist. Sei es die Anzahl der Platten, die jeden Monat erscheinen, oder die Anzahl der Tourneen und Festivals, die jedes Jahr mehr werden. Es wird einfach alles zuviel, und man verliert als Fan schnell der Überblick und hat vor allem nicht das Geld, um sich das alles zu leisten. Aber wo man kürzen sollte, weiß ich nicht. Lobenswert finde ich, dass nach einiger Zeit mal wieder Metal-Videos im Fernsehen gezeigt werden. Das sollte zwar auch nicht Überhand nehmen, aber im Moment ist es ganz cool, mal wieder Metal-Clips zu sehen. Das wäre auch nochmal ein Traum von mir, einen unserer Songs in einem ansprechenden, professionellen Video visuell umzusetzen.

Das wäre doch mal was, gerade wo das Medium DVD immer mehr auf dem Vormarsch ist. In diesem Zusammenhang, wie sehen denn eure Pläne für 2004 und darüber hinaus aus?

Dieses Jahr versuchen wir wieder sehr viel live zu spielen, um das Album zu promoten. Im Sommer werden auch einige Festivals wieder dabei sein. Vielleicht haben wir auch dieses Mal die Möglichkeit, auf einer passenden Tour mitzufahren. Außerdem werden wir dieses Jahr noch einen Saxon-Coversong für ein Tribut-Album aufnehmen und danach natürlich mit dem Songwriting fürs nächste Album beginnen.

Finally: Vielen Dank für deine Zeit! Wenn du noch was loswerden möchtest, hau rein:

Ich danke dir auch und ich hoffe, dass viele Leute jetzt neugierig auf das neue Album geworden sind. Hört mal rein, es wird euch sicherlich gefallen. Und wir sehen uns dann hoffentlich on tour!

www.burdenofgrief.de

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