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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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WARLORD
Zurück nach langen 18 Jahren
Thorsten Dietrich
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Warlord, die Epic Kultmetaller um William J. Tsamis und Mark Zonder (auch Fates Warning) haben sich nach 18 Jahren unter Mithilfe des Oberfans Joachim Cans reformiert und eine neue Platte herausgebracht. Diese Platte knüpft meiner Meinung an die alten Songs an. Zum Interview hatte ich alle drei, es war auf jeden Fall interessant und speziell Joachim war ein richtiger Scherzkeks, während William der ausführliche Erzähler war und Mark aufgrund der Länge des Interviews nur kurz zum Zuge kam.

Hi William!
Warum hat es so lange gedauert eine neue Warlord Platte zu machen?

Nun, es ist nicht nur eine Sache der Zeit, für viele Jahre war Mark mit Fates Warning beschäftigt. Dies sind sehr erfolgreich und auch beschäftigt und ich denke Mark ist der einzige Drummer für diese Band, um ehrlich zu sein, wusste ich auch nicht, wen ich als Sänger nehmen sollte um Warlord zu reformieren. So dachte ich nicht wirklich an eine Reformation. Mark sprach mal vor acht Jahren darüber, aber seitdem waren die Umstände und das Timing nicht richtig. Dieses Mal war das Timing und alles in Ordnung und Mark hatte mich kontaktiert, ich sprach mit Mark über Joachim, er war einverstanden, so boten wir Joachim den Job als Sänger bei Warlord an. Ich halte ihn für einen der talentiertesten Sänger der Metalszene! Wir machten es Schritt für Schritt und nun sind wir hier.

Das ist gut. Bitte erzähle mir warum ihr euch in den 80ern aufgelöst habt! Was war da los?

Damals war das Plattengeschäft sehr zentralisiert auf Hollywood, wenn Du was erreichen wolltest, musstest Du nach Hollywood gehen. Mark und ich gingen nach Hollywood, aber wir hatten einen sehr europäischen Metalstil. Die meisten Bands in unserer Umgebung hatten einen sehr poppigen Metalstil. Dieser ganze Glam Metalstyle wie Mötley Crüe. Wir hatte so etwas den Maiden Sound und wir fanden wenige Bands die diesen Stil spielen! So war es auch schwierig einen geeigneten Sänger zu finden. Wir fanden dann einen Bassisten, der ideal für Warlord war. Wir hatten Probleme den richten Sänger zu finden, jemanden der es auch live brachte. Die Sänger, die wir hatten waren nicht gut genug um live zu spielen. Wir klopften an jede Tür, jedes Label damit sie sich unsere Platte anhören. Niemand war an diesem europäischen Epic Metal Stil interessiert! Sie wollten nur diesen Pop Metal und diesen Glam Metal. In den späten 89ern ging die europäische Metalszene auf. Aber das war zu spät, damals waren Metal Blade zu klein, es gab keine Anzeigen sie konnten kaum finanziellen Support geben, wenn sie etwas größer gewesen wären, wäre es gegangen. Wir waren schon bedrückt und entschieden uns aufzugeben. Als dann die europäische Szene aufging waren wir schon Geschichte, wenn wir das gewusst hätten, dann hätten wir uns nie aufgelöst!

Sehr interessant. Du hattest auch mal eine andere Band namens Loardian Guard?

Das war nicht wirklich eine Band, ich bekam eine Menge Briefe von Die Hard Warlord Fans, wir wurden immer populärer, viele Leute schrieben, sie wollten mehr von meiner Art Musik hören! Ich formte keine Band, es war ein Projekt, es war kein Power Metal, es war atmosphärisch, keyboardorientiert, ambient.

So ein Art Studioprojekt?

Genau.

Ich hörte das auf einem Hellion Sampler!

Ja, genau, da ist auch was drauf.

Ich mag die neue Warlord. Manche Schreiber kritisieren, dass fünf Songs von Loardian Guard sind!

Nun, sie haben Recht und sie liegen falsch. Die fünf Songs, „Battle Of The Living Dead“, „Wings Of Tomorrow”, „War In Heaven” usw. waren erst Warlord Songs, ich glaube ich habe sie 1981 geschrieben, ich denke da auch an meine Teenagerzeit damals, natürlich wurden sie mit den Jahren kompositorisch immer mehr verfeinert und ich benutzte sie für Loardian Guard, da ich dachte es sind tolle Songs. Ich dachte ja nie, dass Warlord zurückkommen. Um ehrlich zu sein LG waren ein sehr kleines Undergroundprojekt, viele Leute kennen es nicht, höchstens der tiefe Underground und ne Menge Schreiber von Magazinen! Wir dachten es wäre eine Schande diese Songs im Underground zu begraben, da es ja Warlord Songs waren, wir machten sie wieder zu Warlord mit Marks Drumming und Joachims Gesang wurde was ganz anderes daraus. Es ist ein großer Unterschied zwischen den Versionen. Die Loardian Guard Sachen sind nur ein Schatten der Warlord Songs. Diese repräsentieren unsere Vision, wie diese Lieder klingen sollten. Wenn wir die Loardian Guard Version machten, dachte ich es sind große Songs mit kleinem Budget, die ich nicht in der Schublade verstauben lassen wollte, es war Underground. Leute, die sagen es wurde Loardian Guard übernommen, liegen falsch, es waren Warlord Songs bevor ich sie für Loardian Guard verwendet habe.

Das ist eine Sache, die ich verstehe. Doch ich verstehe nicht warum ihr „Lucifer´s Hammer“ noch mal aufgenommen habt?

Der Grund dafür warum wir den Song noch einmal aufgenommen haben, sind die Bonustracks! Wir brauchten einen für Japan „Lost And Lonely Days“ für Japan, „Lucifer’s Hammer“ für Europa und da gibt es noch für Nord und Südamerika „ Deliver Us From Evil“. Also habt ihr „Lucifer’s Hammer“, wir steckten ihn nicht ans Ende, wir legten ihn bei „My Name Is Man“, da dieser Song über die Entstehung der Menschheit geht und „Lucifer´s Hammer“ handelt von der Zerstörung der Menschheit durch Nuklearwaffen. Die neue Version ist viel besser als die alte! Ich liebe es.


                                 (William)

Ich mag es auch, ich dachte aber immer, dass Bonustracks am Ende der CD stehen!

Ja sicher, eigentlich schon.

Du sprachst über Texte, für uns Deutsche sind die Texte ganz einfach gehalten, aber manchmal denke ich, da steckt noch mehr dahinter als Aliens, Troja und Co. oder so?

Wenn ich Texte schreibe sind sie nicht so direkt, der Song „Invaders“ handelt nicht von einer Alieninvasion.

Nein?

Er ist über die Menschheit. Wie in „Krieg der Welten“. Die sterbende Rasse der hoch entwickelten Aliens schaut nach einer neuen Heimat, die suchen überall und denken die Erde ist gut, die Menschheit ist für sie wertlos und muss zerstört werden. Du kannst die Lyrics interpretieren wie Du willst. Der Zuhörer kann die Texte frei interpretieren, so sollte es sein und nicht so direkt. Manche Songs haben eine Doppelbedeutung oder auch drei oder vier Meinungen. So schreibe ich als Künstler Texte und sogar Poesie.

Das ist interessant und ich stimme dir da zu, denn die Texte sollten vom Hörer interpretiert werden können.

Richtig, und der Schreiber sollte dem Hörer einen gewissen Freiheitsgrad lassen, damit man in der Lage ist, die Lyrics zu interpretieren und über sie nachzudenken, denn wenn sie zu direkt wären, hätte man nichts mehr, über das man nachdenken könnte. Dann wäre es nicht mehr künstlerisch. Ich bin eher eine Person, die sich etwas lange und intensiv anschaut und zu verstehen versucht, was mir der Künstler damit zu sagen versucht. So könnten wir uns beispielsweise stundenlang darüber unterhalten, worum es sich eigentlich bei „Stairway to Heaven“ dreht! Meiner Meinung nach sind einige der besten Songs überhaupt die, die wirklich schwer zu verstehen sind. „Lucifer’s Hammer“ ist ein Stück, das über eine Nuklear-Rakete geht; die Musik ist sehr bombastisch und daher hört sich der Song auch so an, als ob er über dieses Thema geht. Oft komme ich beim Schreiben von Musik mit dem Hauptriff an und frage mich, wie wird das mal klingen? Dann kommt der Titel an die Reihe und dann schreibe ich die Texte um ihn herum.

Wenn ich mir eure Musik so anhöre und das Booklet und das Backcover anschaue, dann vermisse ich einen Basser und einen Keyboarder, wer hat diese Instrumente eingespielt?

Ich bin der Bass-Gitarrist und der Keyboarder, haha! Wie auch schon auf dem ersten Warlord-Album. Wir dachten halt, dass es viel einfacher wäre, wenn ich diese Parts einspielen würde, da ich das nun mal kann und es wirklich kein Problem war.

Ich dachte schon ihr hättet vergessen, das auf die CD zu schreiben!

Nein, nicht wirklich, wir hätten das aber vielleicht tun sollen. Auf unserer Website steht es allerdings.

Was ich auf der neuen CD, neben den Lieder natürlich, mag sind die Keyboard-Klänge, sie im Hintergrund und kommen nur manchmal und an wenigen Stellen zum Zuge. Das lässt die Musik ziemlich eigenständig klingen und unterscheidet sie von den anderen Bands.

Ja, es ist eine große Versuchung zu versuchen, diese Musik symphonisch klingen zu lassen. Und es gibt eine Menge symphonische Metal-Bands. Ich könnte in die Musik eine Menge Keyboards einbauen, was ich auch bei den Aufnahmen gemacht habe. Dann hab ich sie allerdings wieder entfernt, da ich sie nicht wollte. Der Hauptgrund dafür ist, dass Warlord eine gitarrenbasierte Heavy - Band ist und die Drums gut nach vorne gehen und kompliziert gespielt sind. Dann noch ein weiteres Instrument einzufügen, nur um des Einfügens Willen, versaut die Chose dann sozusagen. Man verliert die Aggression, besonders im Gitarren-Sound. Aber während einiger der Solos waren die Keys sehr passend, weil sie eher im Hintergrund erklingen.

Meiner Meinung nach sind diese instrumentellen Stellen und die langen Solos, die in einigen Songs auftauchen, charakteristisch für Warlord, das passt zur Musik. Die anderen Power- Metal - Bands haben so etwas nicht.

Ja, wir hatten diese Elemente immer schon gehabt, diese Stellen waren immer Teil der Musik gewesen. Genau wie die Melodie, Note für Note. Alles gehört an seinen Platz und wir bauen nun mal einige ausgedehnte Instrumental-Passagen in die Lieder ein und ich denke, dass wir das Talent und die Fähigkeiten haben, das so zu machen. Besonders wenn man einen Drummer wie Mark beispielsweise hat, hat man den nicht, würde sich dieselbe Stelle anhören, als würde man immer und immer wieder den gleichen Beat spielen. Er macht alle möglichen interessanten Dinge beim Spielen. Wir haben so lange ohne eine Snare gespielt. Früher haben wir dann, um einige Stelle interessanter zu machen, die Instrumental-Parts aufgepeppt.

Denkst du, dass Warlord in den nächsten paar Jahren wieder aufsteigen wird?

Wenn wir jetzt nur Alben rausbringen, die kompletter Müll sind sicher nicht, aber wenn wir Sachen machen, die den Leuten gefallen, das ja der Fall zu sein scheint, dann würde ich dem schon zustimmen, definitiv. Man kann also mit Sicherheit mehr von uns erwarten.

Was hälst du von diesen Die-Hard Underground-Fans, die wir ja am Anfang schon erwähnt hatten? Die dann nur auf die ersten paar Aufnahmen abfahren und den alten Sänger für den besten halten und so weiter. Was hälst du von solchen Einstellungen?

Man wird immer solche Leute haben. Das war schon so, als wir damals anfingen. Man kann die Vergangenheit eben einfach nicht zurückholen! Aber die größten Warlord - Fans waren sehr gespannt auf das neue Material, während sie gleichzeitig sehr besorgt waren, dass es nicht wie alte Warlord klingen würde. Und sie waren komplett zufrieden! Unsere Intension war ja auch, dass wir wie Warlord klingen wollten und nicht wie ein Warlord Part II oder Part III. Und was die Sänger angeht: Früher waren das reine Rock’n’Roll Sänger, die hatten in ihrem ganzen Leben noch keinen Heavy Metal gesungen. Als ich dann im Studio war hab ich ihnen einfach gesagt, dass es aggressiv klingen muss! Dass es fies klingen muss. Joakim hat Metal - Blut in seinen Adern, er weiß, wie sich das anzuhören hat. Wenn sich die Leute alte Warlord - Sachen anhören, dann hören sie einen guten Studio-Sänger mit mir, der direkt daneben steht und ihm sagt, wie er es angehen muss. Aber man wird immer diese Leute haben, denen es früher besser gefallen hat und für die es nie mehr so gut sein kann, wie es mal war. Wenn die denken, dass diese alte 500$-Aufnahme das beste ist, was Warlord je gemacht haben, dann spiegelt das Warlord nur schlecht wieder. Wir wissen, dass es diese Fans immer geben wird und haben uns entschieden, das einfach zu ignorieren, auf der anderen Seite gibt es mehr Leute, also...

Okay!

Alles klar Thorsten, hat Spaß gemacht! Mir wem willst du jetzt weiterreden?

Oh, gib mir mal den Joachim! Danke!
Hallo Joachim! Zuallererst: Du bist doch ein großer Warlord-Fan, oder?


                                           (Joachim)

Ich bin der größte Warlord - Fan auf der Welt! Da gibt es keinen Zweifel dran und tatsächlich hätte ich die Show am Freitag gerne aus dem Publikum mitverfolgt, haha!!

Als ich das erste Hammerfall-Album gekauft hatte, hatte ich noch nie was von Warlord gehört. Da gab es ja „Child of the damned“ und ich war sehr überrascht über so ein gutes Cover, bei dem ich die Band dahinter gar nicht kannte. Denkst du, dass viele Metaller von Hammerfall zu Warlord kamen?

Das könnte auf viele der jungen Fans zutreffen, die Warlord in den alten Tagen gar nicht kannten. Wir entschieden uns, „Child of the damned“ zu covern einfach um unserer Lieblings-Band Tribut zu zollen. Das war ja auch eine Band, die den Sound von Hammerfall beeinflusst hatte. Das war unsere Art den Fans zu sagen: Wenn ihr unsere Version mögt, dann testet mal das Original an! Und ich denke, dass viele Leute das dann gemacht haben und das ist gut.

Aber ich denke, dass es weniger am Alter der Fans liegt, sondern eher daran, dass Warlord quasi tot waren und es keine Promotion gab. In den Neunzigern hat man nicht viel über die Band gehört, höchstens im tiefen Underground.

Ja, aber Metal im Allgemeinen war Underground in den Neunzigern. Das einzige, was gut lief war Iron Maiden und die Bands, die nach Dream Theater klangen. Sonst hat man überhaupt nichts von Metal-Band gehört!

Als ich „Lucifer’s Hammer“ hörte und die Lyrics, die du singst las, dachte ich, dass Hammerfall danach benannt wurde.

„The Hammer will fall on you.“ Ich hab keine Ahnung, wovon du eigentlich redest, haha! Ok, da gab es schon einen Einfluss aus dem Song und wir wollten einen Namen haben, der sehr kraftvoll klingen sollte. Und da in „Lucifer’s Hammer“ zwei davon vorkamen haben wir die eben zusammengebaut und fertig war „Hammerfall“! Also kann man schon sagen, dass wir von dem Song beeinflusst wurden.

Ich habe eine Frage, die ich Bill nicht gestellt habe, weil ich denke, dass du an der Reihe bist: Wie kamst du an Warlord? Wie kamst du dazu, deren Sänger zu werden?

Ich stand seit 1997 mit Bill in Kontakt, seit unserem Debüt-Album. Und ich war wirklich auf seine Meinung dazu gespannt und auf unsere Version von „Child of the damned“. Wir blieben die Jahre über in Verbindung und dann im Frühjahr letzten Jahres wollte ich ihm mal wieder eine Mail schreiben. Und das Lustige ist, dass er mir auch gerade eine schicken wollte um mir zu sagen, dass sie sich gerade mit Mark getroffen hatten und entschieden hatten, mit Warlord noch mal von vorne anzufangen. Und beide teilten mir dann mit, dass sie der Meinung wären, dass ich der ideale Sänger für sie sein würde. Als ich das gelesen hatte, bin ich fast ausgeflippt! Sie fragten mich, ich dachte darüber nach und, um ehrlich zu sein, hatte ich keine Zeit, es zu machen. Aber es war zu groß für mich, es einfach beiseite zu legen, also sagte ich: Yes, let’s do it!

Denkst du, dass ihr diese Jahr auf Tour gehen werdet oder werdet ihr auf Festivals spielen?

Es gibt momentan die Möglichkeit, zwei Shows in Griechenland zu spielen, im frühen Oktober. Davon abgesehen gibt es keine weiteren Pläne, da ich ja auch viel mit Hammerfall um die Ohren habe. Aber ich hoffe, dass wir dennoch einige Shows im Umfeld der Griechenland - Gigs spielen werden können, man weiß ja nie.

Ich dachte, das Hammerfall-Album käme im Oktober raus?

Die CD wird etwas später rauskommen. Und in der Zeit werde ich so mit Hammerfall und der Promotion beschäftigt sein, dass ich für Warlord nur in der ersten Oktober-Hälfte Zeit hätte. Aber es wäre schon cool, das auf die Straße zu bringen! Würde ich wirklich gerne machen.

Wie groß waren deine Einflüsse auf dem neuen Warlord - Album, ich glaube Bill ist der einzige Songwriter, oder?

Ja, alles kommt von ihm. Was ich mache, ist ein paar Harmonien oder ein - zwei Melodielinien einzufügen. Dann werden kleinere Dinge bei den Vocals schon mal geändert. Aber wenn ich einen größeren Teil beisteuern würde, würde es vermutlich zu sehr nach Hammerfall klingen. Aber Bill hat einen einzigartigen Stil, Songs zu schreiben und alles zusammenzubauen.

Da muss ich dir zustimmen, denn das erste, was ich beim Hören des neuen Albums dachte war, dass es sich nicht wie Hammerfall anhört! Bei deinem Band-Kollegen Stephan Elmgren sieht das anders aus. Ich mag sein Album, aber es hört sich an wie Hammerfall...

Ja, das ist schon ziemlich dicht beieinander. Aber als Sänger ist es wirklich schwer, bei einer anderen Band mitzumachen, da man sich wie die Original - Band anhören wird, der man angehört.

Dennoch ist doch für dich ein Traum in Erfüllung gegangen, oder?

Einer der größten, würde ich mal sagen! Das Dumme ist nur, dass ich nicht im Publikum sein kann, sondern auf der Bühne stehen muss, um zu singen.

Denkst du, dass ihr mit Hammerfall dem Metal, vor allem auch den alten Hasen wie Stormwitch oder eben Warlord, wieder Schwung gegeben habt?

Ich denke, dass nicht nur eine Band den Unterschied ausmachen kann. Ich denke einfach, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und die Tür geöffnet haben. Aber wie gesagt, eine Band alleine kann die Veränderung nicht durchgesetzt haben. Wir haben starke Truppen wie Stratovarius, Edguy und halt Hammerfall. Die sind an der Front und führen die Bewegung an. Aber ich finde, dass wir mit dem ersten Album schon sehr erfolgreich waren, so wurden z.B. die Labels offener für diese Musik. Wir haben vielleicht die Tür aufgestoßen, aber ich will nicht derjenige sein, der das ganze Gewicht auf seinen Schultern hat. Ich will das mit Hammerfall zusammen nicht alle alleine tragen.

Das ist ein cooles Statement! Aber ich finde es schade, dass die Metal-Szene heutzutage nicht zusammenhält, um mal ein anderes Thema anzuschneiden. Es gibt zu viele Gruppierungen, die alles gegeneinander sind.

Ja, es gibt einfach zu viele Bands und die Labels signen alles, was ihnen in die Finger kommt, nur weil die Bands Heavy- oder Power-Metal spielen, eigentlich aber gar nicht dazu bereit sind, ein Album zu veröffentlichen. Andererseits gibt es aber auch viele gute Truppen, die aber zwischen den ganzen schlechten nur schwer zu finden sind.

Was hälst du von diesen Tourpackages? Könnten die nicht interessanter sein, indem man die Metal - Stile etwas mehr mixt?

Ich denke schon, dass man da mischen kann, aber ich würde nie mit einer Black Metal Band auf Tour gehen!

Nein, aber Thrash- mit Powermetal würde doch ganz gut passen, oder?

Ja, aber wir haben so eine Tour in den Staaten gemacht, als wir den Opener für Death gaben. Das war schon so eine Art „Crossover“. Nur konnten die Death - Fans recht wenig mit uns anfangen...

Okay. Hattest du nicht mal ein Projekt namens „Mrs. Hippie“ oder so? Viel gehört hat man davon allerdings nicht.

Das war eine Mischung aus Rhythmus und Aggression, damals in den Neunzigern. Nur mochten die Hardrock- und Stonerrockfans die Vocals nicht, sie waren ihnen zu melodisch. Und die Metal - Fans konnten die Musik nicht leiden, weil sie ihnen zu monoton war. Also landete das Album als Staubfänger in den Regalen und nichts passierte damit... Dennoch denke ich, dass es ein gutes Album ist, mit viel Groove und tollen Melodien.

Okay, alles klar! Dann jetzt noch kurz zu Mark!
Hi Mark! Du bist der Drummer von Fates Warning, sind die noch ein wichtiger Teil in deinem Leben?

Ja, wir arbeiten seit August an einem neuen Album.


                                (Mark)

Wie siehst du deinen Einfluss auf Warlord als Schlagzeuger? Denkst du, dass deine Fates Warning Fans sich auch für Warlord begeistern können?

Einige schon, auch wenn es ein etwas anderer Stil ist, Hammerfall ist da näher dran. Fates Warning ist ja eher progressiv orientiert und damit schon anders als Warlord. Dennoch denke ich, dass dem so sein könnte, Warlord ist für alles offen.

Findest du, dass der Warlord - Sound für die Achtziger typisch ist?

Ich denke nicht, dass an Warlord überhaupt irgendetwas Typisches dran ist. Es gibt keine Band, die sich so wie wir anhört und viele andere Bands wurden von uns beeinflusst oder sogar Ideen von uns geklaut. Aber etwas „Typisches“ gibt es nicht. Wie bei dem neuen Album, obwohl wir es in der Warlord - Tradition halten wollten, wie William dir vorhin erzählt hat. Eine moderne 2002-Aufnahme hätte wohl viele Keyboards und verzerrte Vocals und vielleicht sogar einen DJ im Hintergrund, der scratcht... Aber das wäre nicht Warlord. Wir verändern uns nicht, nur weil sich alle anderen verändern. Wir ziehen unser Ding durch, so sieht’s aus.

Also ist eure Musik zeitlos?

Ja, ich denke das haben wir gerade bewiesen. Es sind jetzt fast 20 Jahre, 17 um genau zu sein, vergangen und es gibt immer noch Die-Hard Warlord - Fans, die eine neue Platte hören wollten. Das war ein Grund dafür, warum wir uns entschieden, dies hier zu machen, weil es von den Fans auf der ganzen Welt so eine überwältigende Nachfrage gab.

Was kannst du mir über das Internet und eure Homepage erzählen?

Das hat alles Bill gemacht, die komplette Page.

Denkst du, dass das Internet wichtig für euch ist?

Es ist nicht SO von Bedeutung für uns, aber es hilft, unseren Namen bekannt zu machen oder Neues von anderen Bands oder dem Underground zu erfahren. Es ist schon ein nützliches Werkzeug.

Als ich mir die Seite angeschaut habe, war ich sehr froh, dass die Texte da zu finden waren, das ist nicht immer der Fall!

Wir hatten viele Leute, die das wollten. Und da das ja auch kein Problem ist, haben wir es einfach gemacht.

Seid ihr mit euren Fans via die Homepage in Kontakt und beantwortet Fragen?

Ja, wenn die Fans fragen stellen, beantworten wir die auch.

Was anderes: Sind die alten Warlord - CDs eigentlich noch erhältlich?

Die Rechte daran liegen an Metal Blade Records. Was wir aber planen, ist das originale Video gegen Ende des Jahres zu veröffentlichen, und zwar auf DVD. Außerdem wollen wir noch die „Deliverance“- CD mit dem ursprünglichen Cover-Artwork rausbringen. Und wir planen, eine Live-DVD zu machen, die zusammen mit der Live- CD kommen soll.

Gut, dann noch ein Frage nach eurer Zukunft zum Schluss: Werdet ihr weiterhin als Band zusammenarbeiten oder es bei dem letzten Album belassen?

Oh nein, wir werden sicherlich noch einige Platten rausbringen, definitiv! Wir haben da schon Pläne.


Ich glaube man wird noch einiges von Warlord hören und ich hoffe, dass dann nur unveröffentlichte oder neue Songs auf CD gebracht werde. Ich danke den Musikern für das tolle und lange Interview, es war sehr interessant und witzig!
Möge der Warlord niemals untergehen!

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