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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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VANDEN PLAS
Holländischer Namen und französische Erfolge
Thorsten Dietrich
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Die Prog Metaller aus Kaiserslautern Vanden Plas bringen seit Jahren gute Alben heraus, in der BRD haperte es jedoch im Gegensatz zu Frankreich und anderen Ländern mit dem Erfolg. Hoffentlich ändert sich das, ich sprach mit Drummer Andreas Lill.



Hi!
Wer ist immer für die tollen Cover und das jetzt auch wieder superbe Booklet zuständig, wo auch die Bandfotos nicht 08/15 sind?

Wir geben uns da schon immer richtig Mühe mit. Früher bei der „Colour Temple“ und der „God Thing“ haben wir das noch selbst unter Mithilfe eines Graphikers mit dem entsprechenden PC gemacht. Dann haben wir das immer mehr aus der Hand gegeben und nur noch unsere exakten Vorstellungen mitgeteilt, weil wir gemerkt haben das es da Leute gibt die sich da drauf spezialisiert haben und das genauso, wenn nicht noch besser machen als wir uns das vorstellen. Gute Photos müssen halt auch her, das muß ja auch zusammen passen.

Genau.
Wie kommt Ihr eigentlich auf den holländisch klingenden Bandnamen Vanden Plas?

Den haben wir eigentlich von einer Holländischen Firma die in den 70er und 80er Jahren das Interieur einiger Autos von Jaguar und Rover designt hat übernommen. Die Firma gibt es glaube ich inzwischen nicht mehr aber ab und zu sieht man noch einen alten Jaguar auf dem hinten Vanden Plas drauf steht. Vanden Plas ist eigentlich ein flämischer Familienname und bedeutet übersetzt so was wie „Aus dem Tümpel/Aus dem Matsch“. Das wussten wir damals natürlich nicht.

Haha!
Stört es Dich, wenn man Euch eine musikalische Nähe zu Dream Theater unterstellt?

Nein, richtig stört mich das nicht. Die machen ja im weitesten Sinne auch so ähnliche Musik. Ich finde das auch super was die machen und wir bewegen uns in der gleichen Rockmusik-Sparte. Jedoch, arbeiten wir wesentlich songorientierter – was natürlich keine Wertung sein soll. Allerdings finde ich es übertrieben, uns das Kopieren von Dream Theater zu unterstellen. Wer unsere Platten kennt muß zugeben, daß beide Bands sogenannten Prog-Rock -was ja ein weites Gebiet ist- machen, aber ansonsten sehr eigenständig in ihrem Stil sind. Diese Kopie-Äusserungen kommen dann auch meistens nur von Leuten die uns gar nicht richtig kennen und irgendwo was aufgeschnappt haben wie :“... die machen so ähnliche Musik wie Dream Theater“.

Warum seid Ihr in Frankreich bekannter als hier?

Dort hatten wir Anfangs die bessere und stärkere Plattenfirma, die sofort viel Zeit und Geld investiert hat. Während wir uns hier in Deutschland noch während der ersten beiden Alben mit der Plattenfirma die für Rest-Europa zuständig war herumärgern mussten(was auch später vor dem Kadi geendet hat), wurden in Frankreich schon Touren organisiert. Seit der Far off Grace sind wir jedoch auch für Rest-Europa gut unter und zwar bei Inside Out die super Arbeit leisten und so allmählich den Vorsprung von Frankreich aufholen.

Das wäre gut.
Was bedeutet „Beyond Daylight“ und kannst Du mir was zu den Texten sagen?

Das steht für all das, was über unser Vorstellungsvermögen hinaus geht. Die Texte entspringen der Feder von Andy, unserem Sänger. Beyond Daylight handelt verschiedene Einzel-Geschichten ab, die lediglich durch eine Person, die jedoch oft nur eine Nebenrolle spielt, miteinander verwoben sind. Kein typisches Konzeptalbum also.

Aha.
Welche Pläne habt Ihr für die Zukunft?

Erst mal eine Europa-Tour im Herbst und dann hoffen, dass es so weiter gehen kann. Wir sind ja immer wieder mal am Theater und bei Projekten tätig, so was gibt auch neuen Input.

Glaubst Du ausländische Bands haben es beim deutschen Publikum einfacher?

Manchmal gibt’s so was wie einen Exotenbonus, aber dann profitieren wir ja im Ausland auch davon. Für Vanden Plas gibt es keinen Grund uns über Deutschland zu beschweren. Wir haben hier viele langjährige Fans.

Welche Resonanzen gab es bis jetzt auf die neue Platte und was erwartest Du?

Durchweg positive Resonanz bei Presse und den Fans. Große Sprünge bei den Verkaufszahlen darf man da nicht erwarten, dafür ist der Prog-Rock Markt noch zu klein.

Seid Ihr eine demokratische Band oder gibt es einen Boss?

100% Demokratie.

Von wem stammt das Cover „Point Of Know Return“ des Digibooks und warum habt Ihr es ausgewählt?

Ein alter Kansas-Klassiker. Wenn wir so was machen versuchen wir Songs auszuwählen die mit unserem Stil und Sound auch gut umzusetzen sind. Und bei dem Lied passt es finde ich.

Dann muss ich mich ja nicht schämen, es nicht zu kennen, da es nicht meine Baustelle ist!
Könnt Ihr von der Band leben?

Von Vanden Plas alleine nicht. Aber durch die Side-Projekte die jeder macht und die Theaterengagements geht es. Auf jeden Fall sind wir schon froh das wir generell nur von der Musik leben können. Nur so funktioniert es auf Dauer.

Plant Ihr für „Beyond Twilight „eine längere Tour?

Ja, im Herbst wird was gehen. Es ist einiges im Gespräch aber noch nicht klar ob als Headliner, Package oder Support.


Was sind Deine Einflüsse und was hörst Du gerade?


In den 80ern aufgewachsen bin ich beeinflusst von Bands wie Van Halen, Rush, Kansas usw. Kings X mag ich unheimlich. Aber so viel höre ich mir nicht an. Es muß auch nicht unbedingt heavy sein Hauptsache es ist irgendwie gut. Im Augenblick liegt bei mir eine Frank Sinatra – Best of im Cd Player.

Hmm, seine Filme sind mir lieber!

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