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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THUNDERSTONE
Finnische Senkrechtstarter
Thorsten Dietrich
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Thunderstone sind eine Band aus dem neuen Metal-Mekka Finnland, ihr Debutalbum wurde über Nuclear Blast veröffentlicht und sie haben gute Beziehungen zu Stratovarius. Die Musiker sind allerdings keine Neulinge, sie haben bereits mit anderen Bands Alben veröffentlicht. Ich sprach mit Bassist Tino über die Band, das Land, Erfolg und Musik. Ich denke Thunderstone steht eine rosige Zukunft bevor.

Hi Tino! Bist du wütend wenn deine Musik mit Stratovarius verglichen wird, weil sie ein wenig nach ihnen klingt?

Es normal, dass neue Bands mit anderen verglichen werden. Das war auch bei Stratovarius so. Also sind wir nicht wütend oder besorgt. Wir wissen was wir tun und was Stratovarius tun. Und wenn Leute uns mit einer Band vergleichen, die so viele Platten verkauft hat, sind wir definitiv nicht besorgt.

Gut. Was bedeutet euer Album-Cover, also der Typ mit dem geöffneten Mund und den Geistern?

Es bezieht sich auf den ersten Song „Let the demons free“, welcher von einer Person handelt, die in eine Situation geraten ist, in der er/sie nicht sein will. Aber manchmal ist es hart sich loszulösen, also muss man seine Dämonen freilassen, um es zu tun. Das Cover ist eine graphische Version dieser Metapher.

Ist Finnland das Heavy Metal Heimatland des 21. Jahrhunderts?

Hm, warum nicht? Im Moment kommen großartige Bands von hier. Ich bin stolz ein Teil dieser Szene zu sein. Aber wir müssen immer im Hinterkopf behalten, dass Stile und Trends keinen Bestand haben. Wer weiß ob im nächsten Jahr die großartigen Bands nicht aus Trinidad und Tobago kommen? Aber bisher war es gut hier oben, besonderen Anteil daran haben die finnischen Fans, die trotz der Flut von Scheiße, die von MTV und den kommerziellen Radiostationen kommt, immer noch Metal-Platten kaufen.

Habt ihr schon vor Thunderstone in anderen Bands gespielt und Alben aufgenommen?

Wir haben mit Nino in einer Band namens Antidote gespielt. Antidote haben drei Studioalben aufgenommen. Kari und Mirka waren in einer Band namens Tunnelvision (Mirka spielt noch bei ihnen). Sie haben dieses Jahr ihr zweites Album veröffentlicht. Pasi hat background vocals für Stratovarius´ “Infinite” gesungen.

Ja, ich hab über Antidote in den 90ern gelesen. Tunnelvision haben ihr Album über Massacre herausgebracht. Der Titel „Like father, like son” lässt auf sehr persönliche Texte schließen. Trifft das zu?

Eigentlich denke ich, dass das einer der weniger persönlichen Songs auf dem Album ist. Ich denke er übt eher generelle Kritik an der Situation in unserer Welt und unserer Gesellschaft, wohingegen einige der anderen Songs, wie z.B. „Weak“ und „Spread my wings“, persönlicher sind.

Seit der Veröffentlichung ist nun schon einige Zeit vergangen. Denkst du dass das Album ein Erfolg war? Sei ehrlich!

Wir sind definitiv zufrieden damit. Wie es mit dem Rest war wissen wir wirklich nicht. Wir haben 90% sehr positive Presse bekommen und all unsere Fans waren begeistert. Aber kommerziell gesehen wissen wir nicht einmal wie viel wir verkauft haben. Ich mache mir darum aber auch keine Gedanken, da die Metalszene sich sehr vom Pop unterscheidet. Stratovarius z.B. haben erst mit ihrem fünften oder sechsten Album den Durchbruch geschafft. Wir haben also noch Zeit.

Ja, das ist wahr, aber ich denke nicht, dass ihr so lange warten müsst. Werdet ihr euch komplett auf die Musik konzentrieren? Oder habt ihr normale Jobs?

Mit dieser Musik ist es ziemlich unmöglich die Miete mit dem Geld zu bezahlen, dass wir vom Spielen bekommen. Ich hoffe das geht irgendwann, aber derzeit arbeiten wir alle nebenher.

Denkt ihr, dass in unserer Zeit jüngere Bands Hilfe von anderen, größeren Bands brauchen, weil es so viele Veröffentlichungen gibt?

Es kann nicht schaden, oder? Ich persönlich wusste nichts über den Markt dieser Art von Musik, bevor wir Thunderstone gegründet haben. Ich war von der von dir erwähnten Anzahl der Veröffentlichungen wirklich überrascht. Vielleicht ist es hilfreich wenn man mit irgendwelche bekannten Bands in Verbindung gebracht wird, des Wiedererkennungswertes wegen. Aber ich denke das gehörte schon immer zu den Spielregeln. Gene Simmons unterstützte Van Halen in deren jungen Jahren, Ozzy hat Meshuggah mitgenommen, weil seinem Sohn ihre Musik gefiel etc. Ich wäre stolz das für jemanden tun zu können, wenn ich die Möglichkeit hätte.

Seit ihr in einer bestimmten Stimmung, wenn ihr einen Song schreibt?

Das solltest du Nino fragen, da er alle Songs für das Album geschrieben hat. Bei mir ist das verschieden. Wenn ich mich manchmal scheiße fühle muss ich mir die Gitarre nehmen und einen Songs schreiben. Manchmal kommt ein Riff aber auch einfach so, unabhängig von meiner Laune.

Ist das Internet die Zukunft der Bands?

Es hat uns am Anfang sicher geholfen, aber ich denke man muss immer noch die normale Unterstützung haben. Ohne eine Plattenfirma hinter deinem Rücken wäre man nicht in der Lage seine Platten zu veröffentlichen und zu vermarkten, oder zu touren. Und das Internet kann das nicht alles ersetzen.

Denkst du die Metalszene kann noch weiter wachsen, oder ist die Grenze in Europa erreicht?

Sie war in den 80ern größer, als alle Bands in fast allen Ländern verkauft wurden. Ich will nicht pessimistisch klingen, aber ich denke dass es in unserer heutigen Welt unmöglich ist, solange kommerzielles Fernsehen und Radio sich nur für massenvermarktete amerikanische Teenager-Scheisse interessiert. Metal in seiner Definition kann nicht Mainstream sein. Aber wir werden sehen, man weiss nie was passiert...

Irgendwelche letzten Worte?

Vielen Dank an alle Leute die uns unterstützt haben, indem sie unser Album gekauft haben. Wir sehen euch auf der Tour im nächsten Frühling. Bis dann passt auf euch auf und „let your demons free!“

Ich hoffe ich werde Thunderstone auf der Tour sehen.

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