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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THERION
Ein Wanderer in deutschen Landen
Thorsten Dietrich
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Seit ihren Anfängen im Jahre 1990 hat sich die Band Therion sehr gewandelt. Waren die ersten Platten noch (melodischer) Death Metal mit symphonischen Elementen, wurde ab „Lepaca Kliffoth“ die Wandlung zu Klassik Metalact vollzogen. Doch auch im Laufe der Jahre haben sich Therion immer gewandelt, während die Band zeitweise ein Soloprojekt von Christopher Johnsson war, ist sie seit längerem wieder eine richtige Band, die eine gute Portion traditionellen Metal in ihren Sound integriert hat. Ein gut gelaunter, äußert redefreudiger und teilweise deutschsprechender Christopher sprach mit mir ziemlich lange über alles und jenes, kam jedoch teilweise mit meinem Dialekt nicht klar. Dabei wusste ich gar nicht, dass ich einen habe, aber die rheinische Klangfärbung ist wohl ungewöhnlich.


Hallo Christopher!
Ich bin ja total baff, dass du so gut deutsch kannst.

Ich war ein paar Mal im Urlaub in Oberbayern.

Ich finde das ja total lustig; ich meine im positiven Sinne.

Ja, ich liebe wandern und ein bisschen Bergklettern. Im Berchtesgardener Land gibt es ja sehr schöne Wander- und Klettermöglichkeiten. Die Berge sind da auch nicht zu hoch, wie in Österreich zum Beispiel. Man muss da kein Kletterprofi sein.

Ich wollte schon sagen, es ist mehr so eine Mischung aus Wandern und Bergsteigen.

Es ist schon anstrengend, aber nicht so gefährlich.

Es hat also nichts mit Helmen und Absicherungen zu tun.

Damit hat es nichts zu tun. Du brauchst schon eine ganze Menge Zeit dafür, aber gefährlich ist es nicht. Es ist eine Mischung aus Mountainbiking und Climbing, nur manchmal muss man klettern.

Aha. Jetzt weiß ich was du meinst.

Es ist ziemlich zeitaufwendig, aber wenn du fällst, dann wirst du nicht mehr als zehn Meter tief fallen.

Bei uns ist es eher so eine art Volkssport, natürlich nicht so extrem, wie das, was du machst. Ich habe gestern in der Zeitung gelesen, dass viele Leute wandern gehen, aber was du machst ist eben etwas extremer.
Bist du dadurch vielleicht mit volkstümlicher deutscher Musik in Berührung gekommen?

Ich hatte einmal einen typischen Heimatabend gesehen. Das war ziemlich komisch – so mit Schuhplattler und allem, was dazu gehört. Aber in Schweden ist es genau so. Weißt du, wenn du nach Schweden kommst und ein volkstümliches Fest siehst, dann denkst du dir: Wow, cool, wie exotisch, aber zu Hause geht es dir doch wohl mehr oder weniger auf die Nerven.

Was du da sagst, klingt einleuchtend. Als ich einmal in Italien auf einem Volksfest war, habe ich mir etwas Mittelalterliches angesehen, und ich dachte mir: Wenn es hier gewesen wäre, hättest du dir das niemals angesehen.

Aber als ich diesen Schuhplattler gesehen habe, habe ich so viel gelacht, wie ich seit Jahren nicht mehr gelacht hatte.

Du solltest es vielleicht mal mit dem deutschen Musikantenstadel versuchen.

Lustige Idee. Aber es live zu erleben ist doch ein Spaß einer ganz anderen Kategorie.

Kannst du dich eher mit deutschen klassischen Komponisten als mit deutscher Volksmusik arrangieren?

Für Wagner zum Beispiel habe ich eine Vorliebe. Ich war sogar in Bayreuth anlässlich der Wagnerfestspiele gewesen.

Ist das nicht ziemlich teuer?

Nein. Ich hatte Freikarten. Vier sogar.

Wie kamst du denn da dran?

Ich habe ein par Freunde in München, die mir diese Karten zum Geschenk gemacht haben. Man muss sich das mal vor Augen Halten. Die Schauspieler, die Musiker, die Bühne. Alles vom feinsten. Eine gute Sache für meine Inspiration.

Ich komme ja eher vom Heavy - Metal und ich finde das alles ja schon ziemlich krass. Früher habe ich ja nur Metal, Thrash - Metal usw. gehört. Aber durch Rage, Therion und auch Apocalyptica, bin ich dann auch etwas in die klassische Ecke gekommen.

Es ist ja bekannt, dass Metal oder auch Hard - Rock Musiker viele Einflüsse von der klassischen Musik mitnehmen. So zum Beispiel die Harmonien oder gewisse Notenverhältnisse. Die Einflüsse von Yngwie Malmsteen haben sich ja auch über die Jahre vorgesetzt und befruchteten somit auch andere Metal Sparten.

Oh, mit Yngwie Malmsteen hatte ich auch letztens ein Interview geführt.
Ich glaube, dass die Inspiration einiger Metal - Bands aus der Klassik kommt, aber glaubst du, dass das heutzutage ein Trend ist, den Weg von Therion oder Rage zu folgen?

Ich denke schon. Schau dir doch mal die heutigen Veröffentlichungen an. Fast jeder hat doch ein paar klassische Instrumente in seinen Stücken integriert.

Ja, sogar die Pop - Scorpions des 21. Jahrhunderts benutzen schon ein Symphonieorchester.

Wenn es einer macht muss es nicht heißen, dass es alle verdienen. Als Metallica diese Sache gemacht hat, dachten sie: Hey wir sind die ersten. Aber Bands wie Deep Purple oder Uriah Heep kamen schon viel früher auf diese Ideen.

Ja, aber diese Sachen sind ganz einfach schon zu alt für die Leute.

Der Kram, der im Radio läuft, darf nicht älter als zehn Jahre sein, und muss durch zweitklassige Remixe wiederaufgelegt werden, sonst schalten die Leute das Radio einfach ab.

Das klingt wie eine Art Recycling.

Ja, genau. Die ganzen Sachen der 80er und 90er werden wieder und wieder Recycelt. Und genau das passiert jetzt auch mit vielen Metal - Songs. Aber alles in allem sind sie doch unabhängige Songverfasser und keine Marionetten der Produzenten. Das macht den großen Unterschied aus.
Ich glaube es hängt doch zu einem nicht geringen Teil auch mit der Qualität der Band zusammen. Schau dir doch einfach mal „Black Sabbath“ an. Die verkaufen heute so viele Platten wie fast noch nie.

Glaubst du, dass ihr alle eure alten Stammfans behalten habt, oder glaubst du, dass einige von ihnen von euch abgefallen sind?

Ich denke es gibt einige Gründe dafür, dass die Fans nicht immer die gleichen bleiben können. Manche mögen einen etwas abgeänderten Musikstil nicht, die anderen hören Metal nur wenn sie jung sind und ändern dann ihren Geschmack. Aber ein Hauptproblem ist: Je größer man wird, desto mehr geht der einzelne Fan in der Masse der Fans unter. Als wir unser erstes Album gemacht haben, hatten wir ungefähr 10.000 Fans in ganz Europa.

Für das erste Album ist das heutzutage ja schon eine ganz ansehnliche Menge.

Damals war das auch nicht gerade wenig, aber verglichen mit heutigen Verhältnissen, bei unserer Band zumindest, eben nicht gerade viele. Später sind es dann so ca. 100.000 gewesen. Es ist ganz einfach so: wenn du ein paar von den Stammfans verlieren solltest, kommen dafür dann an anderer Stelle fast noch mehr dazu.

Alles klar. Ich habe in ein paar Zeitschriften gelesen, dass ihr ziemlich viel Geld von dem was ihr am Album verdient in euren Sound steckt. Da drängt sich mir die Frage auf: Könnt ihr gut von eurem Verdienten leben oder seid ihr doch auch vielleicht ein bisschen arme Schlucker?

Ich muss gestehen, dass ich recht gut davon leben kann, aber ich muss auch dazu sagen, dass es erst in jüngerer Vergangenheit zu diesem Lebensstandard kam. Vor einiger Zeit noch musste ich schon zusehen, wie ich mich über Wasser halten konnte. Seit einiger Zeit jedoch haben wir einen neuen Deal mit der Plattenfirma, der ziemlich vorteilhaft ist. Trotzdem verwende ich mein meistes verdientes Geld um, nun ja, einfach zu leben. Wenn wir eine Platte einspielen, dann kriegen wir so ca. 75.000 Euro. Davon geben wir dann den größten Teil aus, um eine gute Aufnahme zu machen.

Aber das ist doch eine ganze Menge Geld.

Ja schon. Aber manchmal brauchst du eben ein kleines Orchester, einen Chor und natürlich ein gutes Studio.

Ist Therion eigentlich eine richtige (demokratische) Band, oder besteht sie nur aus Christopher? In der Vergangenheit habe ich einige Bilder gesehen, auf denen nur du abgebildet bist – dann ein par, auf denen eine Band zu sehen ist.

Eigentlich sind wir schon immer eine Band gewesen. Wenn es dann zu einem Fototermin mit einer Musikzeitschrift kommt, werden eben Bilder von allen auf einmal und von einzelnen Bandmitgliedern aufgenommen. Daraufhin entscheiden die Zeitschriften, welches Bild sie benutzen wollen. Das hat aber nichts mit einer Bandinternen Hierarchie oder so etwas zu tun. Fast jedes Bandmitglied schreibt Songs oder Texte, so dass wir uns optimal ergänzen.

Aber vor einigen Jahren sah das nicht gerade nach einer Band aus, glaube ich.

Das war ganz einfach als wir das „Theli“ Album aufgenommen haben, gab es Probleme mit unserem Gitarristen. Im Studio war er die ganze Zeit besoffen. Ich meine er hatte ein wirkliches Problem mit dem Alkohol – jemand, der nicht ohne konnte. Der ganze Misst hatte mich so erschöpft. Also beschloss ich es auf den nächsten drei Tourneen mit, nun ja angestellten Musiker zu versuchen. Und als es dann an die Aufnahme des nächsten Albums ging, beschloss ich professionelle Musiker anzustellen. Aber der Drummer auf der „Theli“ – Tour war wirklich gut. Somit machte ich ihn später zu einem permanenten Mitglied der Band. Dann fanden wir noch einen neuen Gitarristen und Bassspieler – komplett waren wir.

Das ist ja interessant!
O.K. – ihr habt ein neues Live-Album am 13. September rausgebracht: „Live In Asgaard“. Ich glaube, es ist eine Best - Of Album.

Ja. Songs vom ersten Album sind drauf, das macht das alles recht abwechslungsreich. Ich glaube, es ist ein gutes Album. Wir wollten doch mal wieder ein paar alte Songs spielen, weil wir gerade erst ein neues Album veröffentlicht hatten, dass sich auch ziemlich gut verkauft. Und so dachten wir: Hey, es könnte doch sein, dass die Leute mal wieder etwas Altes hören wollen. Besonders, weil wir doch 15-jähriges Bandbestehen feiern, dachten wir auch, dass das nahe liegt.

Ich glaube es ist immer eine gute Sache, wenn die Band Sachen aus ihrer eigenen Geschichte spielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die von „AC / DC“ nicht verlangen „Highway To Hell“ zu spielen.

Ja, das ist wahr. Aber eigentlich ist die Sachlage ja doch bei uns umgekehrt. AC / DC sind doch eher für ihre alten Sachen bekannt, während bei uns die Leute doch wohl eher die neuen Alben kaufen. Ich kann mich noch ganz genau an die „Vovin“- Tour erinnern auf der wir versucht haben einen alten Song zu spielen. Und aus einer guten Stimmung heraus fingen die Leute plötzlich an sich zu wundern was denn jetzt los sein. Die Mehrheit des Publikums weiß nichts mit den alten Sachen anzufangen – nur 50 haben sich gefreut. Aber jetzt, da immer mehr Leute unsere alten Sachen kennen, lässt sich auch ein Best - Of Album verkaufen.

Glaubst du, dass in der Zukunft die Therion Songs wegen der Re-releases bekannter werden?

Es wird wohl nicht gerade ein Riesensprung sein, aber es hilft. Ich glaube, dass diese Leute, die die Re - releases kaufen auch die Leute sind, die zu den Konzerten gehen. Aber im Vergleich zu allem, was wir verkaufen sind die Re- releases immer noch ein kleiner Teil. Die originalen alten Platten werden dann doch wohl eher verkauft.

Ja. Ein paar Freunde von mir und auch ich selbst haben die alten Veröffentlichungen.

Dennoch denke ich nicht, dass die Verkaufsbedeutung der alten Sachen jemals so wichtig sein wird wie die der neuen. Aber es ist doch wie ich vorhin schon mal sagte: Die Leute, die die alten Sachen kaufen gehen auch auf die Konzerte. Somit können wie dort in Ruhe die alten Songs spielen. Ich meine wir spielen die Sachen, die die Leute hören wollen.

Jemand hat mal gesagt, dass du heutzutage dich glücklich schätzen kannst, wenn du in Deutschland 10.000 Alben verkaufst.

Das ist richtig. Vornehmlich aus zwei Gründen: Der erste ist die Wirtschaft. Besonders Deutschland geht es ja momentan wirtschaftlich nicht so gut. Der zweite ist die Anzahl der Veröffentlichungen. Es war damals ziemlich schwer ein Label zu finden, und somit war der Markt auch nicht so groß. Heute sind die Produktionskosten doch viel niedriger, damit können auch viele kleine Bands auf den Markt vorstoßen. Aber um ehrlich zu sein: Viele dieser Bands haben eine Veröffentlichung gar nicht erst verdient. Wenn der Markt übervoll ist mit Veröffentlichungen, kann es sich natürlich niemand leisten alles Mal gehört zu haben. Es gibt ja Hunderte und Tausende von Bands, die den Markt mit viel nutzlosem Zeug überschwemmen.

Ich stimme darin mit dir überein. Ich glaube es gibt ein paar wirklich schlechte Bands, aber das Problem stellt die große Anzahl von durchschnittlichen Bands dar. Und heutzutage manifestiert sich dieser Durchschnitt in vielen Thrash - oder Death - Metal Bands.

Ich glaube, dass das, was du unter Durchschnitt verstehst folgendes ist: Der Sound ist O.K. – das musikkönnerische Vermögen ist einigermaßen – die Songs sind einigermaßen – aber sie sind nichts Besonderes.

Es gibt einen Haufen Veröffentlichungen, die sich zwar O.K. anhören, die sich dann aber doch anhören wie der große, ganze Rest. Ein par schwedische oder norwegische Power - Metal Bands zum Beispiel. Sie haben alle ein Keyboard einen hohen Gesang und das war es dann auch schon.

Das Problem ist ja, dass es jetzt viele kleinere Labels gibt, die zu günstigen Konditionen Veröffentlichungen rausbringen. Es ist überhaupt kein Aufwand gut aussehende Cover zu gestalten. Die Leute denken sich daraufhin: Hey, das sieht gut aus, das kaufe ich mir; und tappen in die Falle.

Wenn ich mir die ganzen Angebote doch mal anschaue: So viel Geld habe ich überhaupt nicht. Außerdem klingt vieles gleich.
Habt ihr vielleicht Probleme mit dem Angebot, dass das Internet offeriert?

Nicht so sehr mit dem Internet als doch mehr mit den CD-Brennern. Der Grund ist ja offensichtlich: Einer kauft eine CD und reproduziert sie zu ganz günstigen Preisen für einen Haufen anderer. Ich glaube aber auch, dass Metalhörer viel Wert auf den Sound legen und dass sie somit mit manchen MP3s nicht so zufrieden sind.

Ich muss gestehen, dass ich ein Therion Album auf MP3 habe, dessen Sound nicht so toll ist.

Manche Leute verwenden einen Haufe Zeit darauf, sich Sachen aus dem Internet runter zu laden, was ja dem Plattenverkauf nicht gerade im Wege stehen muss, da man sich ein paar Sachen zuerst anhören kann und sich dann vielleicht dazu entschließt die CD zu kaufen. Die wirklich schlimme Sache ist der CD-Brenner. Ich denke, dass es für neuere Bands schlimmer ist als für bereits etablierte. Ein wahrer Fan wird in seine Sammlung von „Iron Maiden“ wohl kaum eine gebrannte CD reinrutschen lassen. Damals musste man sich, wenn man eine CD haben wollte, sie kaufen, und das war ein Fakt. Du kannst das vielleicht selber bestätigen. Wie viele unbekanntere Bands, die du kennst, sind letztes Jahr groß rausgekommen?

„Nightwish“.

O.K. – aber die sind auch nicht mehr so neu.
Aber sieh dir doch mal so eine Band wie Flowing Tears an, eine sehr gute Band. Ich glaube dass, wenn sie vor zehn Jahren rausgekommen wären, hätten sie vielleicht dreimal so viel verkauft.

Da stimme ich dir zu. Es ist wohl auch so eine Sache gewesen mit Paradise Lost. Es gibt einige, fast schon zu viele Gothic - Bands, die fast keinen Platz mehr für neue Ideen lassen.

Kann sein. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass Gothic nicht so meine Richtung ist.

Viel Bands versuchen die großen nachzuahmen. Du weißt schon. Mit diesem Orchesterpart und allem. Manche sagen, dass Dimmu Borgir von Therion inspiriert worden ist. Vielleicht ist dieses Nachahmen eine neue Tradition. Es gibt einen Haufen von Hammerfall - Clones, und es wird eventuell auch bald einen Haufen von Therion - Clones geben. Kennst du ein par Bands, die ihr inspiriert habt? Kannst du mir vielleicht ein paar Namen nennen?

Ich weiß von Nightwish, dass sie am Anfang von „Therion“ inspiriert worden sind. Aber jeder hat doch seine eigene Inspiration. Ich habe meine eigene Inspiration.. Eloy hat mich auch beeinflusst.
Ich glaube „Ocean Ball“ ist ein sehr gutes Album, und somit hat jeder seine eigenen Einflüsse. Von Dimmu Borgir weiß ich, dass sie einmal große Therion Fans waren, und daher kamen sie vielleicht auf die Idee die Orchestersache zu übernehmen. Ich meine wir hatten dasselbe Management, dasselbe Label usw. Sie machen ja ihre eigene Sache. Solange du deine eigene Sache machst und sie gut machst, ist es doch O.K.

Wenn ich die Titel von euren Songs lese, dann denke ich immer, dass ihr selbst da euren eigenen Stil durchscheinen lasst. Ihr habt da immer einen mystischen Einfluss. Kannst du mir darüber etwas erzählen?

Wir versuchen die Titel einen intellektuellen Okkultismus zu geben....

Aha. Im Rock Hard ist eure Liveplatte nicht gut weggekommen, sind da Antipathien?

Ja ich glaube schon, wenn er das Album nicht mag, ist es o.k. Aber er meckert einfach. Das ist so als wenn man sagt: Meine Schwester ist krank und deshalb mag ich diese Platte nicht!

Ich glaube er schrieb so was wie: Die Chöre wären alle vom Band und ich weiß, dass dies nicht stimmt!

Wir hatten 8 Sänger/innen auf der Bühne!

Ich weiß, das mit dem Dattape war auf einer alten Tour!

Nur einmal 1997.

Ich denke, er wollte Dich etwas runterputzen.

Ich habe mich auch gefragt warum einer wie Frank Albrecht, der uns immer bespricht es nicht gemacht hat. Ich glaube die machen das zu lange und werden etwas faul und bequem. Die gehen gerne auf die Releasepartys und trinken Freibier!

Wie ich sagte bin ich ein großer Rock Hard Fan seit Jahren, aber in letzter Zeit sind da zu viele neue, unbekannte Gesichter; die Hauptleute, die langjährigen Schreiber machen gar nicht mehr so viel.

Die haben jetzt einen gewissen Status wo sie sich das leisten können. Der Robert Müller vom Hammer, ich mag ihn sehr, hat nach 10 Jahren auch bei Hammer aufgehört und macht jetzt was anderes. Er sagte 10 Jahre sind genug, er war auch Chefredakteur, aber er brauchte was Neues.

Der schreibt doch noch was!

Aber er ist nicht mehr der Chef, er schreibt wann er will. Ab und an.

Ist die Platte auch live, hört sich jedenfalls so an?

Ja auf jeden Fall, wir wollten ehrlich sein und haben die Platte live eingespielt, Ich liebe Rob Halford, aber bei seiner Platte merkt doch jeder, dass dies nicht live ist und so etwas wollen wir nicht. Auf der Halford Liveplatte sind Songs enthalten, die nicht live auf der Tour gespielt worden sind! Wie soll das gehen? Das ist alles Studioarbeit! So was hasse ich, wir wollten ein wirkliches Livealbum machen! Es gibt auch Fehler, wir rennen herum und wir machen Show. Joey von Manowar nimmt jede Show auf, dafür haben wir keine Mittel. Bei uns wurden wie üblich nur grobe Schnitzer glattgebügelt, es soll so live sein wie möglich. Ein gut gemischtes Doppelalbum.

Ist es auch. Neue, alte und sehr alte Songs, sogar Coverversionen sind enthalten! Ich vermisse aber „Thor The Powerhead“!

Ich mag den Song, wir haben aber ein paar Coversongs und da wir ihn live noch nie gespielt haben, weiß ich nicht, ob der gut herüberkommt! Ralf Scheepers hat aber einen guten Job abgeliefert!

Auf jeden Fall!
Was gibt es für in der Zukunft von Therion?

Wir planen für Anfang nächstes Jahr eine DVD mit vielen Sachen, schreiben neue Songs und denken über eine Package Tour nach!

Das hört sich ja gut an und mit diesem positiven Schlusssatz möchte ich mich von Dir verabschieden und sage vielen dank für das Interview!

Ich danke auch, es war nett mit Dir, vielleicht sieht man sich mal auf einer Tour und dann trinken wir ein Weizenbier!

Auf jeden Fall!

Ich denke, Therion werden uns noch lange mit guten Alben erfreuen, eine Konstante an die ich mich gewöhnen kann.

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