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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SOUL DOCTOR
Berlin, Japan und am liebsten auf der Bühne
Thorsten Dietrich
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Die deutschen Hard Rocker, die gar nicht bieder oder deutsch klingen, haben vor kurzem ihren zweiten Silberling mit zeitlosen Hardrock unter das Volk gebracht. Nach Touren mit Dio, Axel Rudi Pell u.a. und Konzerten mit Alice Cooper stehen die Zeichen für Soul Doctor nicht schlecht. So erwies sich Sänger Tommy Heart als netter und intelligenter Gesprächspartner, der keine üblichen Phrasen drosch. Tommy ist einer, der mit den Beinen auf der Erde steht und durch Arbeit was erreichen will. Das wichtigste ist aber, er braucht die Musik, das brachte er mit seinem Berliner Akzent rüber.

Hallo Tommy!
Wo kommst Du eigentlich her?

Ich komme aus Berlin und lebe auch dort, das wirst Du bei diesem Interview auch hören.

Die Mörderfrage: Warst Du jemals beim Seelendoktor?

Nein. Wir haben den Song „Souldoctor“ von Foreigner gecovert, als wir die Besetzung zusammen hatten. Wir waren in unseren alten Bands eingeengt gefühlt, jetzt sind wir beim Seelendoktor und da ist alles besser. Haha!

So kann man es auch sehen.
Was ist denn da für ein Zechen auf dem Cover des Debuts und jetzt als Schatten von „Systems Go Wild“?

Das ist ein T.

Wie bei den Christen?

Nein, das ist die Verbindung unseres Namen Soul Doctor, wenn Du den Schriftzug ansiehst, das ist die Verbindung der beiden Wörter. Irgendwann kamen japanische Fans mit diesen Anhängern aus Silber an, die viel Zeit brauchten, das ist also unser Logo. So kamen wir auch dann an das zweite Cover, die Band sagte auch, es wäre eine gute Idee. Ich dachte erst, das müsse bunt sein, aber es ist was neues. Das Cover scheint aber an zu kommen. Man sieht oft den Wals vor lauter Bäumen nicht.

Stimmt. Das Album ist nicht übel, ihr habt aber einen kleinen US Touch, wenn ich auch an die Promobilder denke oder an die Songs!

Wir hören auch die Scorpions, MSG, auch aus England und Amerika. Das Flair war so, das Promobild mit dem US Polizisten war ein Zufall, da dort eine Uniform war. War eine spontanen Aktion.

Die ersten Songs rocken, die letzten drei sind mir zu soft!

Das ist ein Problem der Reihenfolge, ich hätte die Songs in einer anderen Reihenfolge gewählt, da wäre das besser gekommen. So ist es dann, das die flotteren Songs alle am Anfang verbraten werden.

Wie wichtig sind Dir Texte?

Wir wollen nicht so billige Texte haben, z.B. die Ballade „See You In Heaven“ hat nicht dieses Liebesthema, es geht um eine hohe Brücke in Deutschland, wo schon einige Jugendliche sich das Leben nahmen. Ich finde das sehr traurig. Das ist ein ernstes Thema . Wir sagen auch in „Living The Life“ positive Dinge, man darf sich nicht unterkriegen lassen oder das mal schlechte Zeiten wie gute Zeiten normal sind, bei Good Times Slipping Away“.

Ich verstehe das nicht, wie man sich so jung umbringen kann. Solche Texte sind mir lieber als die hunderttausend Lovesongs.
Ihr hört euch nicht deutsch an, das ist ein Kompliment! Wie früher Gotthard bevor diese zu Weichspülern wurden!

Ich mochte Gotthard auch sehr, die waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, die haben zwar teilweise nichts neues gemacht, aber es war gut!

Du warst doch Sänger bei Fair Warning und hattest gute Zeit in Fernost, woran liegt das Japan
Hui Deutschland Pfui!

Das liegt sehr an der Presse, die eigene Bands nicht so gerne hat und mehr auf das Ausland schielt. Auch hatten Fair Warning nicht die Ambitionen für Europa, die haben sich zu sehr auf Japan verlassen. Ein Grund für mich auszusteigen, es gab meistens nur die sechs Konzerte in Japan. Es war denen unbequem vor weniger als 3 oder 4000 Menschen zu spielen. Ich will aber live spielen, ich konnte das nicht verstehen, so kann man dem Publikum die Qualität zeigen. Platten kann man über Monate weg im digitalen Studio zusammenschustern.
Die haben uns nie als Deutsche gesehen, da die eh nicht die englische Sprache als Muttersprache haben. Die einheimischen Bands sind da auch nicht in oder bekannt, die wollen das nicht so. Die Japaner schauen sehr nach Europa oder den USA! Man hat halt einen Exotenbonus.

Japan ist aber immer noch ein großer Markt , oder?

Ja sicher, ich konnte jahrelang durch Japan mit der Band überleben, da wir in den USA oder Deutschland kein Bein auf den Boden bekommen haben.

Da hast Du bestimmt ne Menge Japan Bonustracks übrig?

Nein, wir wollen diese Sache nicht unterstützen. Jeder soll alles bekommen. Wir machen das so, die haben ein Recht auf einen Bonustrack im Vertrag, wenn man eine CD nach Japan schickt und da verkauft ist die billiger als die japanische. Das liegt daran in der Japanversion sind noch Aufkleber und Übersetzungen, deshalb wollen die einen Bonustrack. Bei dem neuen Album ist der Bonustrack der ersten Souldoctor drauf, da bei uns eine Bonus CD dabei ist mit Livesongs und dem Bonustrack. Die biete wir den Japanern dann bei der nächsten Platte. Das ist fair! Wir wollen fair sein zu den Fans.

Wie wichtig ist Dir der Erfolg?

Der Erfolg ist erst mal nicht so wichtig, für mich ist es wichtig erst einmal eine Band zu haben. Das habe ich mit Fair Warning leider verloren, das war mal eine Band und ist dann zur Geldmaschine geworden. Das lief auch bei Jörgs (Deisinger Bassist, der Verf) Bonfire so, wenn die Musiker erst einmal anfangen, Geld zu riechen, dann drehen sie ab. Das ist gefährlich. Mir war es immer sehr wichtig Leute zu haben, die uns von so was fern halten. Du fängst irgendwann an, die Platten selber zu produzieren, weil es billiger ist, dann kommt dies und das.

Ihr wart für eine Platte bei Massacre Records und seit danach bei der neuen Firma Commom Ground Media gelandet! Wart ihr unzufrieden?

Ja, das kann man sagen. Denen ginge es nur ums Geld verdienen. Die wollten auch so einen Sticker drauf haben mit Ex Bonfire und Fair Warning. Ich denke, das ist eine neue Band, die damit überhaupt nichts zu tun hat. Gebt dem Produkt eine Chance sagte ich, die Fans beider Bands könnten es teilweise nicht mögen, die Leute, welche diese Bands nicht mögen, geben der Platte keine Chance. So kam der Aufkleber aber doch drauf...... Die haben uns zuwenig unterstützt, wir hatten die Möglichkeit mit Deep Purple zu touren, aber es gab keine Unterstützung, die Wacken Sache machten wir auch. Die wollten nur die schnelle Mark.

Was plant ihr denn für die nächste Zeit?

Erst einmal gebe ich Interviews, dann wollen wir live spielen wo es geht. Bei zwei Platten haben wir schon vier Touren gemacht: Axel Rudi Pell, Kingdom Come. Wir haben selber viel gespielt, eine Japan Tour, wir waren in Frankreich, haben mit Alice Cooper gespielt. Jetzt waren wir gerade mit Dio unterwegs.

Ah, auf diesen fünf BRD Gigs?

Genau, da wollte ich hin, war von mir nur alles weit. Ronnie war toll, nach all den schlechten Erfahrungen mit Lenny Wolf von Kingdom Come, war das toll!

Sieht doch nicht übel aus?

Überhaupt nicht! Ich habe eine tolle Band und will auf die Bühne, wenn wir nix verkaufen, will ich trotzdem live spielen!

Ich las mal in den neuen deutschen Bundesländern wäre „reiner Metal“ nicht so in, das „rult“ eher härteres Zeug!

Mit Dio war alles gut besucht, ich kann da nichts zu sagen , ich glaube die Rockfans gibt es überall. Vielleicht ist das auch ein Vorurteil.

Das las ich mal, glaube ich in der Rock Hard, da hieß es, da diese Metal Combos wie Rage nicht dort ziehen, deshalb würde diese Region ausgelassen.

Das ist schade, es gibt ja auch Bands, die lehnen es ab vor 10 Leuten zu spielen.

Im Berliner Halford soll ja auch immer wenig los gewesen sein bei traditionellen Bands.

Klar es macht keine Spaß vor 10 Leuten zu spielen, anfangs musst Du das aber machen, wir auch. Die Leute haben ein Recht auf ein gutes Konzert, wenn Du lieber warten willst bis Du berühmt bist, solltest Du keine Rockmusik machen! Rockmusik muss auf die Bühne, die Bands müssen erspielt werden. Led Zeppelin kamen ohne Platte auf Tour, heute ist das nicht gerne gesehen, wenn Du ohne aktuelle Platte tourst.
Das hat man uns als Vorwurf gemacht.
Das funktioniert aber auch so, viele Leute haben unsere Platte gekauft, die bekommen das auch mit. Du hast das wie gesagt ja auch mitbekommen.

Wer sich für solche Musik interessiert, bekommt das auch mit, durch die unterschiedlichen Headliner erreicht ihr ja auch andere Fans.
Kindom Come auch?

Ja, ich denke schon es ist alles ähnlich, aber die Bands haben doch unterschiedliche Fans.
Wir haben auch keine Angst, wir würde auch mit den Backyard Babies spielen, wir spielen in Frankreich auch mit den Prog Metallern Vanden Plas.

Das müsste eh mehr sein, diese ganzen Packages, Touren, wo immer das selbe spielt, 8 Death / Black Bands hintereinander, drei bis vier Power Metal Bands, da fehlt die Abwechslung.

Letztes Jahr in Wacken, warst Du da?

Nein.

Wir haben da unter allen Death Power und Black Metal Bands gespielt, weißt Du was, wir kamen an und waren der Highlight des Abends, da wir einen anderen Sound haben! Wenn Du 12 Stunden es nur auf die Glocke bekommst, ist das schon heftig. Früher gab es auch interessante Packages: Metallica mit Queensryche, Raven mit Saxon AC / DC mit Whitesnake.

Nee, das ist ja krass! Whitesnake, mit den tollen Texten. Hahaha!

Oder Maiden und Mötley Crüe, es gibt da so viele Beispiele, aber es funktioniert!

Motörhead und Dio ist auch ein gutes Package gewesen!

Früher gab es weniger Schubladen! Jetzt gibt es sogar New Metal, vielleicht sollten wir unsere Musik ja Future Metal nennen! Ist halt ein Trend.

Was machen die nächstes Jahr?

Ist doch alles Trend! Die erfinden alles für die Promo! Ich will vernünftige Musik machen.

Dann stelle ich Dir mal eine Internet Frage: Eure HP ist im Umbruch, im Newsticker steht, die geht bald wieder online!

Das ist verschoben worden, da unserer Webmaster sehr krank geworden ist, wir arbeiten fieberhaft daran es online zu bringen. Wird wohl am 18. Oktober online sein.

Vielen Dank für das nette Interview.


Das machte mal wieder richtig Laune mit einem Musiker richtig locker und unverkrampft zu reden. Wenn das nächste mal das Diktiergerät nicht dauernd abkackt, bin ich happy.

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