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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SOILWORK
Big in U.S.A.?
Thorsten Dietrich
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Die Schweden Soilwork haben mit Ihrer 4. Platte "Natural Born Chaos" ein tolles Werk mit sehr viel Abwechslung fabriziert, welches auch die Handschrift des Produzenten Devin Townsend trägt. Man distanziert sich vom typischen Melodic-Death und hat cleane Gesangspassagen und Keyboard/Gitarrenparts, die an Dream Theater erinnern.

Das Feedback zu "Natural Born Chaos" ist in Deutschland sehr gut. Was ist mit dem Rest der Welt?

Die Resonanzen waren erstaunlich! So gute Reviews hab ich mein ganzen Leben noch nicht gesehen. Es ist großartig, dass viele Rezensenten bemerken, dass es einen eigenen Soilwork-Sound beim neuen Album gibt.

Viele Metalbands touren in den U.S.A. Habt Ihr da auch Interesse?

Ja, es scheint in den Staaten reges Interesse an Soilwork zu geben und wir werden eine komplette Tour in den USA und Kanada im Mai zusammen mit Hypocrisy durchziehen.

Devin Townsend hat die Platte gut produziert. Wie gross war sein Einfluss auf das Songwriting?

Wir mögen wirklich die Art und Weise, wie er Musik erschafft und ich vermute, dass er uns musikalisch inspiriert hat, wenn es um verschiedene Stimmungen in der Musik geht, aber auch von der Vocals her.

Ich denke Eure Platte ist nicht langweilig, manche Acts haben nur "einen Song" auf der Platte. Eure Songs lassen mich an verschiedene Bands denken, Ihr seit nicht so limitiert wie normale schwedische Melodic - Death -Bands. Was ist Deine Meinung?

Wie ich schon in der vorherigen Frage sagte, wir mögen es, verschiedene Arten von Stimmungen in unserer Musik zu schaffen, mit all den Höhen und Tiefen genau wie im täglichen Leben. Wir sind sehr objektiv, wenn wir Musik schreiben und es gibt viele Einflüsse. Wir beziehen außerdem einige Inspiration aus unseren vorherigen Alben und versuchen unseren Sound weiterzuentwickeln.

Erzähl mir über Eure Beziehung zu dem wieder auferstandenen Metalgott Rob Halford!

Ich hab ihn mal getroffen und er ist eine sehr nette Person und sehr bodenständig. Ich stehe in E-Mail-Kontakt mit ihm und ich hoffe, dass es in der Zukunft eine Möglichkeit gibt, einen Gig mit Halford abzureißen. Wir werden sehen.

Magst Du die neue Judas Priest und Tim "Ripper" Owens?

Also erstmal: Ripper ist ein großartiger Sänger, aber "Jugulator" und "Demolition" ist nicht wirklich mein Geschmack, muss ich sagen.

Viele Bands kombinieren musikalischen Fortschritt mit softer Musik, wie Amorphis zum Beispiel. Geht Ihr denselben Weg in der Zukunft?

Das ist schwer zu sagen, aber wie ich sagte, wir sind sehr openminded. Ich bin ziemlich sicher, dass wir immer geschriene Vocals benutzen werden.

Was denkst Du über Religion im Metal?

Es gibt für mich keinen Grund, über Religion zu schreiben, da ich Atheist bin. Aber wenn jemand über Religion schreiben will, ist das dessen Sache. Es gibt genügend andere Dinge, über die man schreiben kann.

Sind Deine Eltern stolz auf Dich?

Sie sind sehr stolz auf mich und haben mich immer sehr unterstützt in allem, was ich tue. Mein Vater hört sich unser neues Album jeden Tag bei der Arbeit an.

Ist Schweden ein Land, wo Du es magst zu leben? 

Ich mag Schweden und ich habe auch mal darüber nachgedacht, nach Kanada zu ziehen, aber wir werden sehen. Die Popularität von Soilwork wächst in Schweden und unser Video wird sowohl im nationalen Fernsehen als auch in anderen Kanälen ausgestrahlt.

Kannst Du mir etwas über die Texte der neuen Platte sagen?

"Follow the Hollow"
Ist darüber, etwas zu folgen, das nicht existiert, etwas, das jenseits dieser Welt liegt und darüber, ob das richtig oder falsch ist. Es geht um Treue und die Suche nach etwas Neuem.

"As we speak"
Wenn du mit Leuten sprichst gibt es eine besondere Art von Gefühl, die dich manchmal runterbringt oder dich über mache Dinge etwas mehr nachdenken lässt.

"The Flameout"
Geht über einen jungen Mann, der immer in Probleme kommt und der absolut kein Selbstvertrauen hat. Er merkt nicht, was er sich selbst und den Menschen um ihn herum antut. Er kann einfach die Tatsache nicht glauben, dass es Menschen gibt, die sich um ihn sorgen und ihn lieben. Es scheint nur Hass in ihm zu geben.

"Natural born Chaos"
Chaos scheint heutzutage sehr natürlich geboren zu werden. Entweder wirst du in ein chaotisches Leben hinein geboren oder in ein solches hinein erzogen. Manche Leute haben nicht mal die Chance, ein anständiges Leben zu leben. Natürlich gibt es Zeiten, in denen Chaos gut ist, wenn es dich etwas erkennen lässt oder dir Einsicht in etwas vermittelt.

"Mindfields"
Ist über Leute, die in einem langlebigen Konflikt leben. Sie leben gleichzeitig physisch in einem Minenfeld und im Geiste. Daher das Wortspiel mit "mine" und "mind".

"The Bringer"
Die Suche nach Wahrheit, die Suche nach etwas, das Glück brachte und Glück bringt. Du weißt nicht, was es ist, aber irgendetwas fehlt sicher.

"Black Star Deceiver"
Dieser Song ist wie "Neurotica Rampage" Nr. 2 vom vorherigen Album, von den Texten her gesehen. Es dreht sich um einen jungen Mann, der das Leben seiner Freunde beherrscht und sie zwingt, schreckliche Dineg zu tun, die sie nicht wirklich tun wollen.

"Mercury Shadow"
Die Suche nach einem Heilmittel gegen den Hass, wenn es so etwas gibt. Es muss einen anderen Weg geben, als den des Hasses, wenn man beispielsweise ein traumatisches Erlebnis durchmacht und es in etwas verwandelt, das einem Stärke anstelle von Hass geben kann.

"No more Angels"
Es geht darum, die Fähigkeit zu haben, den eigenen Weg zu gehen und nicht demselben weg zu folgen, wie jeder andere auch. Herauszufinden, dass es mehr gibt, das um die Ecke herum wartet...

"Song of the Damned"
Der Lied vom menschlichen Elend und Leiden, das niemals endet und tiefe Narben in jeder Seele hinterlässt, die es erfahren hat.


Danke für das Interview!

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