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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SENTENCED
Reden doch und singen vom Tod
Thorsten Dietrich
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Die ehemaligen Deather Sentenced aus Finnland sind mit neuem Album "The Cold White Light" zurück. Die bekannten Trademarks wurden noch verfeinert. Gitarrist Sami Lopakka war nett und auskunftsfreudig, das Klischee von den schweigsamen Finnen trifft hier schon mal nicht zu.

Warum handeln Eure Lieder immer von Selbstmord und Tod, ist das Euer Image?

Hmm es hat oft damit zu tun, aber nicht immer handeln sie vom Tod oder negativen Dingen.Auf dem neuen Album gibt es ein paar Songs, die sich über dieses Image etwas lustig machen. Zum Beispiel "Excuse Me While I Kill Myself", dort nahmen wir das Selbstmordimage der Band und übertrieben es ein wenig, der Text enthält viel schwarzen Humor und sollte nicht soll ernst genommen werden. Es scheint die Leute denken immer, das wir eine selbstmörderische, negative Band sind, aber wir singen mehr über das Leben als über den Tod. Aber der Tod ist ein natürlicher Bestandteil eines jeden Lebens, deshalb eist er auch öfter in unseren Texten präsent! Bei Songs wie "Excuse Me.." lachen wir über alles, über das Leben, den Tod und vor allem lachen wir über uns!

Ich dachte nicht, das Ihr so humorvoll seid.

Ja, es gibt auch ernste Themen auf der neuen Platte, aber wir wollten den Leuten zeigen, das es auch andere Aspekte des Lebens gibt, es gibt immmer zwei Seiten!

Was sind Deine Einflüsse?

Wir haben keine speziellen Einflüsse oder Songwriters oder Filme, die uns inspiriert haben. Wir wurden vom Leben inspiriert, was wir sehen, wie wir leben, was wir fühlen, alles in der Band und im Leben. Klar gibt es paar Einflüsse, aber die sind sehr unterbewusst. Wir versuchen nicht dauernd irgendwelche Einflüsse herauszustellen eher das Gegenteil. Es gibt fünf verschiedene Leute in der Band und deshalb auch verschiedene Musikgeschmäcker, diese werden beim Song schreiben zusammengewürfelt. Es ist also sehr schwer, Deinen Finger zu heben und zu sagen, das ist jetzt von dieser bestimmten Band beeinflusst.

Ich denke auch Ihr gehört zu den wenigen, die Ihren eigenen Stil erschaffen haben, und wo man direkt erkennt, es ist Sentenced.

Das ist etwas was wir immer versuchen, mit den Songs, die wir schreiben. Wir arbeiten sehr hart am Chorus des jeweiligen Songs und an melancholischen Melodien. Sobald wir denken eine Melodie hört sich nach einer anderen Band an, werden wir diese in den Müll.

Ich denke Euer Stil wurde bei "Down gestaltet, seit damals versucht Ihr Euch zu verbessern und zu entwickeln, und es gibt von LP zu LP weniger Unterschiede: Stimmst Du mir zu?

Hmm, es war so bis zur "Crimson" Platte. Ich sehe einen Weg den wir bis dahin beschritten, und dann kam ein neuer. Auf "The Cold White Light" gehen wir zur selben Zeit in verschiedenen Richtungen. Da gibt es sehr rockige, schnelle Songs und mehr atmosphärische Songs, wir wollten wirklich abwechslungsreiche Lieder auf der Platte haben und ich stimme Dir auch zu bis "Crimson". Aber auf der neuen Platte ist etwas verücktes, frisches, was wir nie zuvor hatten. Das würzt unsere Suppe etwas mehr.

Was bedeutet "The Cold White Light". Ist es das Licht, das Du siehst, wenn Du stirbst?

Ja, das ist eine Ansicht, aber es kann auch das Licht des Lebens sein! Wenn da kein Licht ist, gibt es kein Leben. Es ist das faszinierende am Licht, es kann für so vieles stehen. Der Titel ist offen für Interpretationen. Das Wichtigste ist, es passt gut zu der Musik und en Texten. Es sollte auch für die unterschiedlichsten Songs passen, so dass wir diesen Titel gewählt haben, es macht das Konzept des Lebens für uns sichtbar.

Seid Ihr mit der Platte zufrieden?

Haha, ja wir sind sehr zufrieden mit der Platte und haben auch nichts zu meckern. Wir gingen mit 17 oder 18 Songs ins Studio und pickten uns dort die besten heraus. Wir suchten uns Songs aus, die so abwechslungsreich wie möglich sind, es gibt eine grosse Variabilität der Songs. Wir haben das erreicht, was wir erreichen wollten.

O.k. Wird es eine Europatour geben um das neue Album zu unterstützen? Werdet Ihr Festivals spielen?

Wenn das Album am 13.05.02 herauskommt, spielen wir in Finnland paar Shows, aber nicht so viele, da wir eine Tour machen werden. Wir spielen in Deutschland auf dem "Summer Breeze Festival", spielen Festivals in Finnland und touren kurz durch die USA. Danach kommen wir auf eine volle Europa Headliner Tour. In Deustchland spielen wir 6-8 Shows.

Toll! Komme bestimmt.
Die finnische Metalszene ist sehr stark im Moment, was hältst Du davon und wie ist der Status von Euch und anderen Bands in Eurem und anderen Ländern?

Die finnische Szene ist absolut stark im Moment, es gibt bestimmt ein Dutzend Bands die internationalen Erfolg haben, viele Bands versuchen Ihren eigenen Sound zu kreieren. Es gibt nichts was sich so wie der finnische Sound anhört. Jeder sucht seinen eigenen Sound, das ist für mich ein Grund, weshalb die Szene so stark ist im Moment. Wir haben aber kaum Kontakt zu anderen Bands, da wir in Oulu leben, was fast 600 km von Helsinki weg ist. Die meissten anderen finnischen Bands leben in der Nähe von Helsinki und wir sehen die nur wenn es Shows gibt. Wir sind sehr abgeschieden und mögen das auch, Helsinki ist für uns wie Ausland.

Du lebst in einem kalten Land. Der Albumtitel und das Artwork hat oft einen kalten Touch und oft einen kalten Titel wie "Frozen" oder "The Cold White Light". Ist da eine Bedeutung?

Ja, würde sagen die extremen Winter in Finnland, haben Einfluss auf alles, was wir tun. Es ist eine der inspirierenden Sachen für uns, die es gibt. Das Eis , der Schnee, der eisige Wind, lässt uns hoffen und wir fühlen uns hier heimisch und deshalb ist es sehr natürlich, nicht gewollt diese Verbindung auf den Alben zu haben.

Könnt Ihr von der Musik leben?

Ja heutzutage schon. Wenn wir keine Shows spielen oder Alben heraus bringen, ist es schon härter, aber wenn ein Album kommt und wir ne Menge Shows haben läuft es ganz gut!

Was ist Deine Lieblingsmetalband und Deine erste Platte?

Meine erste Platte war Death - Leprosy. Ich hörte sie zwei Jahre dauernd. Heutzutage gehören Type O Negative und Anathema zu meinen absolute Faves. Ich habe von beiden alle Alben und sie werden auch nicht langweilig! Diese Bands sind etwas ganz besonderes für mich.

Kannst Du immer noch Eure alten Alben anhören vor "Amok" und spielt Ihr "Amok" Songs immer noch live und was ist mit den sehr alten Songs?

Wir spielen Amok Songs live, bestimmt eins oder zwei auf der neuen Tour. Von den alten glaube ich nicht. Besonders das erste ist nicht mehr interessant für uns. Ich finde es ist durchsschnittlicher Death Metal. Alte Songs höre ich mir nicht mehr an, selbst bei den letzten Platten ist es so, wenn sie gemacht sind, ist es gut. Ich spiele sie ja immer noch live!

Was denkst Du von Politik in Verbindung mit Songtexten?

Ich würde beide Sachen nicht mixen. Politik sollte nie mit Musik gemischt werden. Musik ist eine Kunstform und nicht täglicher Müll. Wenn Du poilitische Inhalte in Deine Songs baust, geht die Bedeutung des Songs runter, ich will auch Musik hören die zeitlos ist. Politik ist immer aktuell, so das die Songs dann überholt klingen würden und nicht up to date.

Ihr wollt zeitlose Musik machen!

Genau! Das ist der Grund warum wir es nicht machen, und wir interessieren uns nicht dafür. Wir haben hier auch keinen Krieg, dann wäre es was anderes.

Ein persönliches Abschlussstatement?

Ich hoffe das Deine Leser an unserer Platte und dem Iinterview gefallen gefunden haben und deshalb zu den Shows im Herbst kommen werden!

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