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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ROB ROCK
Der Rob der rockt - immer!
John Schmitz
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Der amerikanische Snger Rob Rock drfte vielen Metalheads ein Begriff sein, denn er hat neben dem geilen M.A.R.S. - Projekt auch sieben Impellitteri-Platten mit seinem exzellenten Gesang veredelt. Im Jahre 2000 verffentlichte der sympathische Barde sein erstes Soloalbum "Rage of creation", das brillianten Metal der alten Schule bot. Anno 2003 legt er noch einen Zacken obendrauf und haut "Eyes of Eternity" raus, das noch fetter ausgefallen ist, das das Debut. Zudem konnten die Fans Herrn Rock (cooler Name) auf dem "Bang your Head"-Festival bewundern, wo er mchtig ab(rob)rockte! Zwei gute Grnde zum Gesprch zu bitten:


Rob, erst mal Gratulation zum neuen Album! Es ist echt geil geworden. Was aber um alles in der Welt hat so lange gedauert? "Rage of creation" liegt immerhin drei lange Jahre zurck und eine ausgedehnte Welttournee hast du ja nicht absolviert?

(lacht) Ja, es hat ein wenig gedauert. Das lag aber nicht daran, das ich faul gewesen wre. Ich musste einfach Geduld haben und auf meinen Freund, Songwritingpartner und Produzent Roy Z. warten. Es began eigentlich recht zgig, denn nach "ROC" fingen wir umgehend mit dem Songwriting fr das nchste Album an. Dann aber bernahm Roy den Job fr Halford's "Crucible" CD. Das hatte natrlich Vorrang und dauerte eine lngere Zeit. Zudem musste er dann noch die Liveaktivitten von der Halford-Band untersttzen. Als er wieder verfgbar war, konnten wir fast wieder von vorne beginnen, da wir einfach neue Ideen hatten und diese verwerten wollten. Zeitraubend war auch der letzte Song "The hour of dawn" (12 mintiges Stck, auf dem sich zig Gitarristen die Klinke in die Hand geben).

Das glaub ich gerne. Wie organisiert man so was? Ihr habt doch sicher nicht alle Musiker im Studio gehabt?

No way, man! Wir haben die Tracks hin und her geschickt. Ich habe bei FedEx ein Vermgen gelassen (lacht). "The hour of dawn" ist etwas besonderes geworden, denn es stellt einen wichtigen Teil der neuen CD dar. Vor allem war mir wichtig, zu den Musikern und gutes Verhltnis zu haben. Ich kennen alle Gitarristen persnlich und verstehe mich gut mit ihnen.

Ich nehme an, ihr habt "Pro Tools" zur Aufnahme verwendet. Aber dennoch: wie kriegt man denn so unterschiedliche Klangquellen zu einem flssigen Song zusammen?

Das war in der Tat heikel, obwohl "Pro Tools" eine groe Hilfe war. Roy Z. hat viel geschimpft (lacht). Er hatte eine Menge Arbeit mit dem Stck. Letztendlich klingt aber alles wie aus einem Guss. Tolle Leistung.

Wie schreibst du eigentlich Songs? Spielst du Gitarre oder Klavier?

Hm! Zunchst einmal habe ich als Schlagzeuger angefangen. Wir spielten alte Sachen von Bands wie Kansas nach. Ich habe krftig Backgroundvocals beigesteuert, bis die Jungs sagten, das ich besser singe als trommele. So kam ich zum Gesang. Gitarre oder Piano habe ich nie gelernt, obwohl ich ein bisschen klimpern kann. Eigentlich habe ich kein Konzept Songs zu schreiben. Entweder singe ich einfach zu bereits fertig Tracks oder Riffs, oder ein Song entsteht um einen fertig vertonten Text herum. Zuweilen summe ich dem Gitarristen auch Melodien vor, die er dann auf der Klampfe umsetzt (lacht).

Wie sieht's denn mit den Lyrics aus? Viele Band benutzen ihre Texte einfach nur als Worte zum Singen. Welche Bedeutung haben Songtexte fr dich?

Rob Rock

Lyrics sind sehr wichtig fr mich. Sie spieglen meine Persnlichkeit wider und geben mir die Mglichkeit mich auszudrcken. Zudem muss der Snger ein Bindeglied zwischen Band um Publikum sein und ich bin der festen berzeugung, dass man das nur erreicht, wenn man Gefhle zeigt und vermittelt. Dies gelingt mir durch meine Texte. Sie geben dem Song Leben.

Gibt es denn auf "Eyes of Eternity" in textlixher Hinsicht einen besonderen Song fr dich?

Ja, und zwar "Fields of fire". Es geht um meinen Glauben und mein tgliches Vertrauen. Aber lest selbst...

Das "Bang your head-Festival" war ja mal wieder einzigartig geil. Ich habe deinen auftritt gesehen und es war klasse. Die Leute haben gut abgerockt und das morgends um 11.30 Uhr.

Die Band war total hei auf die Show, aber ich hatte irgendwie Bedenken wegen meiner Stimme. Als Snger ist es fr mich wichtig, nicht direkt morgens zu singen, damit die Stimme nicht "kalt" ist. Abends fhle ich mich stimmlich einfach wohler. Umso besser, dass alles gut geklappt hat. Es hat Spa gemacht, die Band hat tight gespielt und wir wurden warm herzlich empfangen. Es war klasse!

Vor allem hatte ihr eine gute Setlist zusammengestellt. Geil, dass "Warrior" kam. Wie sieht es denn mit einer kompletten Tour aus, um "Eyes of Eternity" zu promoten? Ist schon was in Planung?

Ja und nein! Die Plattenfirma ist willig. Das ist schon mal gut. Das Problem ist, dass wir eine Tour mit einer gleichgesinnten Band planen mssen. Alleine ziehen wir nicht genug Leute, das wird dann zu teuer. Letztes mal waren wir ja mit Axel Rudi Pell unterwegs. Das hat gepasst. Zudem sind zur Zeit viele Bands unterwegs, die sich natrlich gegenseitig Konkurrenz machen. Auerdem sind ja noch die Sommerfestivals. Es wird also eher Herbst, bis wir kommen knnen.

Macht doch nichts, dann kommen wir halt im Herbst! Wie sieht es eigentlich mit der Bandsituation aus? Ich wei, dass du im Studio und Live unterschiedliche Musiker hast. Warum strebst du keine feste Bandkonstellation an?

Bisher war es so, dass ich zusammen mit Roy Z die Songs komponiert habe. Das fhrte dazu, dass sie nur noch nach unseren Vorstellungen aufs Band gebracht werden mussten. Zu diesem Zweck heuerte ich Studiomusiker an, die wirklich Vollprofis sind und zwar uneingeschrnkt. Ich wollte halt das bestmgliche Ergebnis auf den CDs haben. Natrlich mchte ich meine Liveband nicht abqualifizieren. Das sind ebenfalls hervorragende Musiker. Da sich die Lage um Rob Rock als Band stabilisiert hat, werde ich versuchen in der Zukunft mehr mit der Touringband zu arbeiten, also auch Songs zu schreiben und aufzunehmen. Dabei wird allerdings Roy Z ebenfalls mit von der Partie sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich alles ergeben wird.

Du hast mit Chris Impellitteri sieben oder acht Scheiben aufgenommen. Die Kombination von Chris' Gitarrenspiel und deiner Stimme hat prima gepasst. Wie kam's, dass du auf der letzten Impellitteri-CD "System X" nicht gesungen hast, sondern Graham Bonnet? Habt ihr euch zerstritten?

Nein, nein! Wir verstehen uns nach wie vor. Das Problem war eher die stilistische hnlichkeit unserer beiden letzten Platten. Wenn zwei unterschiedliche Bands einer Spielweise zur etwa gleichen Zeit ihre CDs verffentlichen und auf beiden Scheiben der selbe Snger singt, ist das nicht nur komisch, sondern sie treten auch in direkte Konkurrenz. Also hat Chris, um sich unter anderem von der Rob Rock band abzuheben, sich fr eine Reunion mit Graham entschieden, der ja schon "Stand in line" eingesungen hat. Zudem gab es auch zeitliche Konflikte fr mich, um beides bewltigen zu knnen.

Das klingt plausibel. Vielleicht knnen wir uns ja in der Zukunft auf eine weitere Zusammenarbeit von dir und Chris freuen. Ich wnsche alles Gute fr dich und deine Band! Hoffentlich dauert es nicht wieder drei Jahre bis zur nchsten Platte!

(lacht) Ich hoffe es ebenfalls nicht!

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