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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ESCARNIUM
Die Vorzüge der digitalen Welt
Marc Fischer
www.facebook.com/escarnium


  ESCARNIUM

Der südamerikanische Metal-Untergrund ist für den Europäer, der weder dem Spanisch noch dem Portugiesisch mächtig ist, ja eher ein Buch mit sieben Siegeln. Die brasilianischen ESCARNIUM wiederum haben ihren Weg aus dem Dickicht gefunden und mit "Interitus" ein beeindruckendes Death-Metal-Album vorgelegt, was sich hinter den bisherigen Genre-Größen wie Krisiun keineswegs verstecken muss. Grund genug für uns, mal bei den Jungs in Bahia an der Ostküste Brasiliens anzuklopfen und ein paar Fragen zu Stellen, für die Drummer Nestor Carrera bereitwillig zur Antwort stand.

Den Weg haben Sepultura und Sarcofago bereitet, heute kennt man Nervosa, Krisiun und ähnliche. Wie ist die Akzeptanz allgemein von Death Metal in Brasilien? Erzählt jemandem aus einem völlig anderen Kulturkreis, wie Death Metal in Südamerika gesehen und aufgefasst wird.

Zuallererst möchten wir für das Interview danken. Brasilien ist ein verdammt großes Land mit einer riesigen Vielfalt an Kulturen, du hast hier etliche verschiedene Religionen und Denkweisen in der Bevölkerung… und Death Metal oder überhaupt die Metal Szene sind hier im wahrsten Sinne des Wortes "Underground". Wir sind hier nicht in den großen Medien vertreten, insofern kann ich dir schon sagen, da gibt es weitaus mehr als nur Krisiun und Nervosa. Die Szene wird zwar größer, aber nicht in dem Ausmaß, dass es irgendwie das Land beeinflussen würde. Ein großer Teil der Brasilianer weiß nicht mal etwas von der extremen Metalszene hier, und die, die es wissen, interessiert es nicht.

ESCARNIUM

Ihr seid derzeit viel in Europa unterwegs, was man so im Internet an Infos findet. Wie oft seid ihr im Jahr in Europa und wie oft noch in Brasilien?

Wir haben erst vor kurzem, am 10. Oktober, unsere Tour beendet und waren insgesamt 20 Tage hier. Wir waren schon zweimal zuvor, jeweils 2012 und 2013, für einen ähnlich langen Zeitraum, in Europa. Leider können wir aber auch gar nicht länger touren, wegen unserer normalen Jobs in Brasilien, unserer Familien und solcher Dinge. Aber mit Testimony Records, die viel Arbeit und Promotion für uns machen, und unserem deutschen Sänger/Gitarristen wird man in nächster Zeit sicher öfter von uns hören.

Warum habt ihr die Aufnahmen zu "Interitus" in den Niederlanden gemacht, warum dieser weite Weg ins Studio? Warum nicht in Brasilien, wäre das nicht günstiger gewesen, wenn man sich die Flug- und Transportkosten anschaut?

Ehrlich gesagt waren wir nicht in den Niederlanden. Die Aufnahmen sind alle in Brasilien in den Revoluson Studios entstanden und daraufhin zum mixen und mastern in die Hewwetover Studios zu JB Van Der Wal geschickt worden. Aber es ist richtig, wir haben darüber nachgedacht, alles in Europa produzieren zu lassen. Alles aufzunehmen kurz vor der Tour, so dass wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnten. Die Zeit und verschiedene Abgabe-Termine machten es aber nicht möglich, aber vielleicht bekommen wir das mal so hin irgendwann.

Wie viel Anteil am gesamten Konzept des Albums, was vor allem Sound und Stimmung angeht, hatte das Studio, bzw. wie viel war da von euch schon so vorgeplant?

Diese schwere Stimmung, die du hörst, dafür ist JB verantwortlich. Er hat unsere Erwartungen perfekt getroffen, was das angeht und wir sind extrem stolz auf das Ergebnis. Die Kompositionen, die Ideen und das Songwriting aber stammt alles von der Band, von uns selbst.

Wie groß ist der Einfluss von Bands wie Incantation, Immolation und ähnliche auf euren Schaffensprozess? Gibt es weitere Bands, wo ihr sagen würdet, dass diese einen großen Einfluss auf euer Songwriting haben, oder zu denen ihr aufschaut?

ESCARNIUM

Wir werden immer mit Incantation und Immolation verglichen und ich kann verstehen, warum. Ich sehe da auch nichts Negatives dran, aber sie sind auch keine direkten Einflüsse für uns, glaub es oder nicht (lacht). Ich denke, ESCARNIUM bringt einen großen Mix aus allen Einflüssen aller Bandmitglieder mit, wie z.B. Suffocation, Cryptopsy, Dismember, Bloodbath, Belphegor und viele mehr. Aber unser Ziel lautet immer, heftig und düster zu klingen.

Ihr seid aus Salvador, euer Label aus Hamburg. Wie kam die Zusammenarbeit zustande? Wie läuft die Zusammenarbeit, wenn man quasi auf zwei entgegen gesetzten Punkten auf der Welt ist?

Man kann wohl sagen, dass das Internet heutzutage die Welt regiert, es gibt kein "zu weit weg" mehr, um Partner zu sein. Wir haben Testimony Records in Deutschland, Redefining Darkness Records in den Vereinigten Staaten und Vomit Records in Mexico. Sie machen alle einen großartigen Job in ihren Ländern. Ich bin sehr glücklich, sagen zu können, dass ESCARNIUM derzeit in den besten Händen sind.

Was sind eure Pläne jetzt nach dem Release von "Interitus"?

Wir konzentrieren uns jetzt darauf, "Interitus" in die Welt hinaus zu tragen. Vielleicht wird es in den nächsten Wochen noch ein weiteres Lyric-Video geben. Es gibt Pläne für Südamerika, aber noch nichts Konkretes.

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