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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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HANGAR
Der brasilianische Mike Portnoy!
Peter Hollecker
www.hangar.mus.br/


Power Metal made in Brazil bekommen wir hier in Europa nicht oft zu hren. Erfolgreiche Formationen noch viel weniger, denn der Geschmack der Metalfans in Sdamerika unterscheidet sich scheinbar doch deutlicher von unserem. Beispiel Angra, die in ihrer Heimat Megastars waren beziehungsweise sind, in Deutschland jedoch den groen Durchbruch nie ganz geschafft haben. Bei deren zeitweiligen Drummer Aquiles Priester sieht das schon anders aus, denn er spielte schon fr eine ganze Menge erfolgreicher Musiker und Bands, so auch fr Primal Fear. Eine seiner ersten Gruppen des geborenen Sdafrikaners nach seinem Umzug nach Brasilien war Hangar, die ihr Debt "Last Time" schon 1999 verffentlichten. Jetzt gibt es mit "Stronger Than Ever" ein neues Studioalbum, welches sogar auf einem jungen deutschen Label (FC Metal) aufgelegt wird. Also schnappten wir uns einfach den 45-jhrigen Schlagzeuger, um ihn zum besagten Album und seiner Band die Fakten zu entlocken.

Hallo, Aquiles, erzhle unseren Lesern die euch noch nicht kennen doch einfach mal das Wichtigste ber Hangar.

Gern. Wir grndeten uns im November 1997 mit dem Ziel, Coversongs von Bands zu spielen, die wir Mitglieder verehrten. Zwei Jahre spter verffentlichten wir unser erstes Album "Last Time" und bis zum aktuellen Album hat sich bei uns eigentlich nicht viel gendert. Wir touren immer noch mit dem gleichen alten Bus durch ganz Brasilien, was fr uns einfach das Grte ist! Jetzt wollen wir die brasilianische Metal Szene ber den Ozean in die ganze Welt hinaustragen und unser Land damit reprsentieren.

Ich gebe zu, dass ich nach dem ersten Hrdurchgang von "Stronger Than Ever" etwas irritiert war. Ist die erste Hlfte der Scheibe extrem dster und heavy, wird es im zweiten Abschnitt, also quasi der B-Seite der LP ruhiger und besinnlicher. War das Absicht?

Haha, ja das glaube ich gernees wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben, was wir damit ausdrcken wollten. Spa beiseite! Doch, es war schon eine gewisse Absicht dahinter, dem Genre etwas Neues abverlangen zu wollen. Ich verstehe und respektiere Musiker, die ihren eigenen Stil gefunden haben und diesen, wenn er denn erfolgreich ist, ber Jahre hinweg durchziehen. Aber unser Ding ist dies ehrlich gesagt nicht. Wir sind sehr glcklich darber, wenn sich wie du die Leute ber unsere Musik wundern und erstaunt ihren Ohren vielleicht nicht trauen. Sowas hlt das Hrerlebnis spannend und es ist genau das, was wir wollen. Der Plan ging also scheinbar auf.

Wer scheibt eigentlich bei euch die Musik?

Alle Mitglieder von Hangar knnen Songs schreiben und wir tun das auch in guter alter Manier, also vllig old school! Immer wenn wir uns treffen tauschen wir unsere Ideen aus und probieren die Sachen gleich im Proberaum aus. Die Melodien und Texte sind dann immer das letzte was dazukommt, meistens kommen diese Dinge dann von mir. Ich liebe es einfach zu schreiben und es wurde im Laufe der Jahre zu meiner Hauptaufgabe bei Hangar, genauso bin ich fr die Produktion verantwortlich.

Hattet ihr in der Vergangenheit auch Auftritte in Europa, speziell in Deutschland?

Nein, bisher haben wir es noch nicht hingekriegt, in Europa zu spielen. Natrlich gehen unsere Bemhungen dahin, auch bei euch mal die Bhnen zu rocken, doch zur endgltigen Besttigung sind noch einige Kleinigkeiten zu klren. Wir hoffen, dass uns "Stronger Than Ever" dabei hilft, diesen Traum wahr werden zu lassen.

Du hast dir ja im Laufe der Jahre als Drummer unter anderem bei Angra oder Primal Fear einen hervorragenden Ruf erarbeitet, der dir in Sachen Tour mit Hangar eventuell hilfreich sein knnte, oder?

Das hoffe ich sehr. An Hangar hngen tatschlich mein Herz und meine Seele, denn in unserer Musik steckt etwas ganz Besonderes! Ich erinnere mich sehr oft an unsere Anfnge, als wir uns den Arsch abspielten und sich die Musik von Stunde zu Stunde zu dem entwickelte, was sie heute ist. Bei wie vielen Bands ich auch zwischenzeitlich spielte, blieb mir Hangar immer im Hinterkopf und machte mich zu dem Aquiles Priester, der ich eben bin. Doch, ja, mit meiner Karriere bin ich alles in allem zufrieden.

Wo lebst du eigentlich in Brasilien und was interessiert dich abseits der Musik?

Ich lebe jetzt seit sechzehn Jahren in So Paulo. Das einzige neben der Musik was ich nicht lassen kann ist allen mglichen Kram zu sammeln! Ansonsten lebe und arbeite ich nur fr die Musik. Abseits von Bands wie Blackwelder mit Ralf Scheepers, About2Crash, Noturnall und natrlich Hangar arbeite ich regelmig mit Tony MacAlpine und Mike Orlando von Adrenaline Mob. Daneben unterrichte ich an unserer Musikschule Schlagzeug und gebe auch Workshops an Universitten und Privatschulen. Du siehst, die Musik bestimmt mein Leben und ich bin froh, damit meinen Lebensunterhalt verdienen zu knnen.

Das nenne ich doch mal ein perfektes Schlusswort!

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