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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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IMPERIUM
Melodien aus dem Norden
Martin Stark
www.facebook.com/imperiumproject


Imperium

Das Imperium schlgt hier nicht zurck sondern ist erst einmal eine fette berraschung. Mika Brushane, Schlagzeuger von STRIKE und ansonsten musikalisch in verschiedenen anderen Gefilden unterwegs, scheint vielseitig talentiert. Der Finne zimmert ber weite Strecken alleine eine klasse Hardrock/Melodic-Scheibe mit gelegentlichen metallischen Ausflgen zusammen, die sich gewaschen hat. Aber IMPERIUM ist dennoch alles andere als ein selbstverliebter Solo-Trip.

Wie kam es zum Imperium-Debt?

Wir spielten vor gut drei Jahren mit Strike, einer Band, die ich zusammen mit Pasi Rantanen, der heute u.a. bei Thunderstone singt, Mitte der Achtziger gegrndet habe, ein exklusives kleines Konzert vor ungefhr einhundert Freunden. Was viele Leute nicht wissen ist, dass Pari einst als Gitarrist seine musikalische Karriere begann und erst in den Anfangstagen von Strike zum Snger wurde. Deshalb musste ich ihn auch bei Imperium an Bord haben. Schau ihn dir heute an, was fr ein Snger! Und ihn damals ans Mikro zu zwingen war sicher eine gute Entscheidung. Wir spielten also ein kleinen Gig und schnell wurde der Wunsch laut, die Demosongs von frher endlich mal aufzunehmen, was frher ohne Label und bei den damaligen technischen Mglichkeiten nicht immer mglich war. Wir wollten 2013 die vorhandenen acht Songs um mindestens zwei weitere ergnzen und auch ich versuchte mich dabei als Songwriter. Ich fand Gefallen daran und habe sprichwrtlich Blut geleckt. Fortan komponierte ich stndig und hatte auch noch die eine oder andere kleine Idee in der Schublade liegen und so ist "Dreamhunter" schlielich entstanden.

Warum dann aber nicht unter dem Strike-Banner?

Ich wollte die anderen Jungs von Strike bewusst raushalten, da ja alles aus meiner Feder stammt. Klar, da ist mit Pasi Rantanen am Gesang bei einigen Songs natrlich eine personelle berschneidung, aber erstens kenne ich ihn schon ewig und fragte ihn schon im Vorfeld, ob er einige Songs einsingen wrde. Und hinzu kommt, dass Strike ja grundstzlich noch aktiv sind, auch wenn jetzt unmittelbar nichts konkret geplant ist. Aber es knnte schon noch zumindest ein weiteres Album von uns erscheinen, wenn alles passt. Deshalb auch die klare Trennung, auch wenn es natrlich gewisse musikalische hnlichkeiten gibt. Mir war es grundstzlich wichtig eine CD herauszubringen, auch wenn es heutzutage natrlich auch andere Wege gibt, aber im Metal oder Rock allgemein, denke ich, legen die Hrer besonderen Wert darauf, auch ein physisches Produkt in den Hnden zu halten und im Booklet blttern zu knnen.

Das ist vollkommen richtig und "Booklet" ist ein gutes Stichwort. Das dstere Artwork und vielleicht auch ein wenig der Name Imperium tuschen mglicherweise ein wenig ber den Stil, in dem die Platte sich berwiegend bewegt. Aber von extremen Metal ist "Dreamhunter" so weit entfernt wie von Finnland von der Sdsee.

Das war alleine meine Entscheidung und ich wollte das Artwork, das ich auch selbst entworfen hatte, unbedingt verwenden. Die Frage kam schon das eine oder andere Mal, unter anderem von unserem Label-Chefhaha.

Die Ballade "80's Love Song (a.k.a. Angel Eyes)" hat alles, was ein Rock-Schmachtfetzen so braucht.

Sogar der Keyboard-Sound, das elektronische Piano, ist dem nachempfunden, was frher in den Hochzeiten melodischer Rockmusik eine gute Ballade ausmachte, wie sie praktisch auf jedem groen Album jener Zeit zu finden ist. Ich bin zwar kein groer Keyboarder und kann beispielsweise nicht groartig Sachen von anderen Musikern nachspielen, dafr aber meine eigenen Ideen einigermaen adquat in die Tasten hauen. Ich liebe diesen Sound der legendren Achtziger-Scheiben, bin mit ihm aufgewachsen und am besten geniet man ihn mit einem Bier in der Hand und vor allem auf Vinyl.

Imperium

"Dream Hunter" klingt mitnichten wie das Solo-Album eines Schlagzeugers, sondern vielmehr wie eine Band-Platte, eine beachtlichen Leistung wenn man bedenkt, dass du alles geschrieben, vieles eingespielt und dazu noch das gesamte Album produziert hast!

Ja, bis auf den Lead-Gesang und die Gitarren, die alle Landsmnner von mir aus lokalen Bands einspielten, stammt alles von mir. Und auch wenn ich ein Drummer bin und man vielleicht vermuten wrde, dass der technische Aspekt im Vordergrund stehen knnte, so war es mir doch am wichtigsten songdienlich zu spielen und genau deswegen drfte "Dreamhunter" auch nicht wie ein typisches Solo-Album eines Schlagzeugers klingen. Die anderen beiden Snger, die zu hren sind, sind im brigen ganz junge Burschen, die noch nicht so einen Namen wie Pari haben. Aber Nisse Nordling sollte man sich merken.

Der Titelsong und "Reach For The Stars" stechen ein wenig heraus und lassen leichte Parallelen zu deinen Landsleuten von Stratovarius erkennen.

Ich habe sie bewusst mit auf die Platte genommen und muss sagen, dass ich vorher im Grunde genommen noch nie wirklich Double-Bass gespielt hatte, da ich ja auch in gnzlich anderen Stilen wie Big Band oder Jazz unterwegs war und bin. Ich wollte nicht das das ganze Album im Midtempo-Bereich halten. Ich mag die ein wenig nach Allen/Lande klingenden Songs gehr gerne, wollte aber wie gesagt auch ein paar schnellere auf dem Album haben, die vielleicht keinen Radio-freundlichen Stempel haben.

Und htten Singles heute noch annhernd die Bedeutung wie frher, dann wre "Starlight" sicher ein Kandidat. Der Song besitzt alle Qualitten, die es bruchte, oder?

Ja, da will und kann ich dir nicht widersprechen, wrde sogar noch "Always Forever" in den Ring werfen. Diese beiden Songs besitzen fr mich so ein ganz klein wenig frhes Bon Jovi-Flair. Jedenfalls war das meine Absicht.

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