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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE WHITE BUFFALO
Ein Kerl wie ein Büffel
Peter Hollecker
thewhitebuffalo.com


Im Januar fuhr ich spät abends mit dem Auto von der Arbeit nach Hause und hörte Radio. Dort lief der Song "I Got You", ein Duett von The White Buffalo mit Audra Mae. Dabei begeisterte mich vor allem die Stimme des Sängers und ich fragte mich, wieso man solch tolle Musik nicht öfters im Radio zu hören bekommt. Zu meinem Glück erzählte der Mann im Radio noch einige interessante Sachen über den weißen Büffel aka Jake Smith und ich begann mich näher mit dem bärbeißig aussehenden Musiker zu befassen. Und dabei spielte mir wieder der Zufall ein sehr gutes Blatt in die Finger, denn ich erfuhr dass seine neue Scheibe bei einem britischen Label (Earache) aufgelegt wird. Also kümmerte ich mich um weitere Infos und nur eine Woche später unterhielt ich mich schon mit Jake, der für zwei Tage in Deutschland weilte.

Hallo Jake, es freut mich wirklich sehr dass ich dieses Interview mit dir führen darf. Bist du zum ersten Mal in Deutschland?

Nein, aber das letzte Mal ist schon eine Weile her, ich schätze bestimmt zehn oder elf Jahre. Ich habe damals eine andere Band begleitet und ein paar Opening Shows gespielt.

Wie gefällt dir Deutschland denn so?

Oh danke, sehr gut. Die Leute sind sehr freundlich zu mir und haben mich hier sehr gut aufgenommen. Außerdem mag ich euer Bier, haha!

Du bist zwar nur zwei Tage hier, spieltest aber trotzdem ein kleines Konzert. Hast du deine Band oder Familie dabei?

Nein, diesmal bin ich alleine hier und das Konzert heute Abend ist solo, sehr spontan und für die Leute, die mich hier so wunderbar unterstützen. Es ist ja nur ein Kurztrip und es wäre zu kompliziert für Familie und Band gewesen. Aber wir reden gerade über eine kleine Tour im Sommer, wo wir dann ein paar Konzerte mit Band spielen wollen. Wir setzten momentan große Hoffnungen auf Deutschland, dass wir hier auch etwas reißen können.

Das sollte dir auf jeden Fall gelingen, denn die Musik ist wirklich sehr schön und es wäre eine Sünde, wenn sie nicht von vielen gehört würde. In Amerika bist du ja auf dem besten Weg, ein großer Star zu werden. Hat dir die Serie "Sons Of Anarchy", bei uns ja ebenfalls sehr erfolgreich, dabei geholfen? Schließlich sind im dortigen Soundtrack einige Stücke von dir zu hören.

Ja, ich denke schon dass das hilfreich war. Bei uns in den USA ist es wichtig, durch das Fernsehen einen Fuß in die Tür zu bekommen. Ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu. Ich hatte jedoch schon vor "Sons Of Anarchy" einige Songs im TV, und zwar in der Serie "Californication". Einige meiner Geschichten passen scheinbar ganz gut zu den Filmen und den Themen darin.

Das bringt mich auf meine nächste Frage. Die letzten beiden Alben fielen durch einen roten Faden auf. Auf "Once Upon A Time In The West" beschäftigst du dich mit der Vergangenheit der USA und teilweise mit Soldaten, die aus dem Irak Krieg zurückgekehrt sind, so wie beim sehr traurigen "Wish It Was True". Erzählen deine Lieder dabei persönliche Erfahrungen?

Nein, meine Geschichten sind allesamt erfunden, könnten aber ganz sicher wahr sein. Ich möchte keine persönlichen Erfahrungen oder Erlebnisse in meine Stücke einfließen lassen, das ist mir zu privat. Es macht mir aber sehr große Freude, die Personen in meinen Liedern so echt aussehen zu lassen, als gäbe es sie wirklich. Da läuft bei mir beim Schreiben tatsächlich ein Film im Kopf ab, vielleicht passen die Stücke deshalb so gut in Soundtracks von Serien. Aber es ist nicht immer so einfach wie es sich vielleicht anhört, meistens ist es harte Arbeit für mich.

Viele vergleichen dich tatsächlich mit dem jungen Johnny Cash! Macht dich so etwas stolz?

Haha…ja, ich höre vieles über mich. Manche sagen ich klinge wie Johnny Cash, andere sagen ich höre mich wie Eddie Vedder an. Mir persönlich muss das egal sein, nehm meinetwegen die Mitte von beiden, damit kann ich gut leben. Aber stolz macht mich das nicht. Vielleicht denken einige das nur, weil sie einen Vergleich brauchen um meine Musik zu beschreiben, das ist dann bildhafter. Ich mache ja auch keine echte Country Musik, sondern viel mehr Folk und Blues mit etwas Country drin.

Stimmt es eigentlich, dass du erst sehr spät zur Musik gekommen bist?

Ja, das stimmt wirklich. Ich lernte erst im Alter von etwa zwanzig Jahren Gitarre zu spielen. Dann ging es für ein paar Jahre erst mal mit einer Cover Band durch Bars und Kneipen, bevor ich dann anfing mein eigenes Ding zu machen.

Wie kamst du eigentlich auf den Namen The White Buffalo? So heißt ein Film mit Charles Bronson aus dem Jahr 1977.

Den Film kenne ich natürlich auch, aber er war nicht der Grund. Ich wollte eigentlich nur einen leicht zu merkenden Namen, der gleichzeitig etwas Mystisches hat. The White Buffalo war einer der ersten Vorschläge und weil er mir zusagte, habe ich gar nicht weiter gesucht.

Vielen Dank für dieses spontane Interview und viel Erfolg in Deutschland. Und ich hoffe sehr, dass wir uns im Sommer wiedersehen!

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