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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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RAGE
Listening Session – "The Devil Strikes Again"
Thorsten Dietrich
www.rage-official.com


Nuclear Blast Records hatten Ende Februar geladen um die am 10.06. erscheinende neue Rage Scheibe "The Devil Strikes Again" bei einer Listening Session mit anwesender Band und abschließenden Interviews vorzustellen. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen, vor allen Dingen weil es ja die CD Premiere des neuen Lineups mit dem südamerikanischen Gitarristen Marcos Rodriguez und Drummer Vassilios "Lucky" Maniatopoulos (auch Sänger bei Tri-State Corner) ist.



Das düstere Cover mit dem Teufelsschädel und den Maden hätten auch Marduk benutzen können, das ist schon mal recht ungewöhnlich für Rage. Das Album an sich hat eine normale Länge (46 Minuten). Es gibt aber noch zwei weitere Versionen, einmal mit Bonus-CD inklusive drei weiterer Lieder und drei sich auf dem Papier interessant lesender Coversongs ("Slave To The Grind" – Skid Row, "Bravado" – Rush und "Open Fire" – Y&T), das andere Mal zu den zwei CDs noch eine dritte mit einem Livekonzert. Das wird fett!

In einem Studio in Köln-Burscheid in dem auch ein Jugendzentrum ist fand ich mich mit vielen Pressevertretern ein und nach einem Begrüßungsplausch wurde uns die komplette neue CD vorgespielt von der ich nun meine Eindrücke schreiben werde:

1.The Devil Strikes Again

Ein harte Uptemposong mit typischem Peavy Gesang . Raue Gitarren, halt klassischer Rage Stoff der weit zurück in die 90er vom Songwriting her geht. Die wuchtigen Drums und das geradlinige Vorgehen fallen hierbei auf. Gelungener Opener und gleichzeitig Titelsong!

2.My Way

Ein sehr typischer, zeitloser Rage Track, welcher schon lange vorab als Single ausgekoppelt worden ist und in der Mitte mit akustischen Gitarren überrascht. Die restlichen Gitarren sind ansonsten sehr rau und das ganze Lied ist ein sehr einprägsam geworden.

3.Back On Track

Vom Titel her das Programm oder Motto der Scheibe! Ein roher Midtemposong der sich erneut wie ein typischer Track aus Peavys Feder anhört. Die Leadgitarren sind sehr melodisch, die beteiligten Instrumente agieren hier sehr ausgewogen. Insgesamt klingt "Back On Track" sehr rockig, leicht dreckig und spontan. Der Refrain ist relativ hymnisch.

4.The Final Curtain

Midemtorocker mit gesellschaftskritischem Text und sehr melodischen Gesang. Die Grundstimmung des Liedes ist dabei recht melancholisch. Hätte auch gut auf "The Missing Link" gepasst.

5.War

Geht sehr nach vorne und verfügt über eine sehr tiefe Singstimme von Peavy Wagner, wobei er dabei noch sehr melodisch singt. Ein Trademark Stück mit interessanten Breaks und Gitarrensounds. Der neue Gitarrist Marcos bringt definitiv frischen Wind in die Band. Die donnernden Drums passen hier auch fantastisch dazu.

6.Oceans Full Of Tears

Wieder einmal ein sehr klassischer Rage Titel mit melodischem Solo. Wie auch die anderen Lieder ohne Überlänge und kommt genau auf den Punkt. Sicherlich kein zukünftiger Klassiker aber ein gutes Albumlied

. 7.Deaf, Dumb, Blind

Hat nichts mit Clawfinger und deren Erfolgsalbum zu tun. Es ist ein sehr auf Peavys Stimme zugeschnittener, geradliniger Riffrocker mit Biss und "Dudelsolo" der Gitarre. Der Refrain ist griffig und einprägsam, so dass man ihn live sicherlich gut mit brüllen kann.

8.Spirits Of The Night

Eines der Lieder das auch locker auf dem 20 Jahre alten Klassiker "Black In Mind" hätte stehen können! Dezente Chöre und leicht ruhige Passagen wurden geschickt integriert. Hat insgesamt auch einen leicht melancholischen Touch.

9.Times Of Darkness

Ruppige Riffs, rockiges Grundgerüst, Peavys Stimme thront über allem, insgesamt recht schleppend und mit einem langgezogenen Gitarrensolo versehen. Die wuchtige, leicht epische Nummer des Albums.

10.The Dark Side Of The Sun

Thrash Riffs! Der Knüppelsong des Trios! Hier ballert man aus allen Rohren! Das könnte live der absolute Brecher werden. Überraschend hoher Gesang von Peavy an einigen Stellen.

Insgesamt gehen Rage hiermit deutlich zurück zu den 90er Jahre Alben der Sorte "The Missing Link" aber auch zu "Black In Mind" mit einem aktuellen Anstrich. Die Zeiten des progressiven Metal Einschlages sind hiermit eindeutig Geschichte.

Die Bandchemie der drei Musiker war fantastisch und lässt auf ein stabiles Lineup hoffen. Mehr demnächst auf diesen Seiten mit einem ausführlichen Rage Interview und der Rezension zu "The Devil Strikes Again". Mein Fazit zu der Scheibe ist aber klar: Rage sind wieder rockiger, basischer und insgesamt vielleicht auch eine Spur thrashiger geworden. Gutes Album!

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