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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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CREMATORY
Studiobericht: Hart, fett und geil!
Thorsten Dietrich
www.crematory.de


Das 14. Studioalbum der Gothic Metal Vorreiter Crematory nennt sich "Monument" und hat eine wichtige Neuerung: Songwriter, Snger und Gitarrist Matthias Hechler (19992015) ist nicht mehr in der Band und freiwillig ausgeschieden. berraschend hat man zwei Gitarristen fr ihn in die Gruppe geholt, Rolf Munkes (Ex-Majesty, Empire) und der mir vllig unbekannte Tosse Basler, laut Bandsprachrohr und Drummer Markus Jllich sowas wie "der deutsche Zakk Wylde". Uns wurde das komplette Album als Rough Mix vorgespielt und danach sprachen wir mit Jllich ber Entstehung, Bandklima und Sounds.

Erst einmal war ich baff wie gut diese Mixe klangen als Markus mir erklrt das es "die fertige Scheibe ohne kleine Feinheiten ist, alle Regler sind nach oben, das Mix und Mastering ndert dann Nuancen und Laustrken einzelner Passagen und Instrumente, das Motto sei ja: Hart, fett und geil!" 12 Lieder bieten uns Crematory, Bonusmaterial gibt es keines, "obwohl das Labels gerne haben, besonders frs Ausland wie Japan", lacht der Pflzer Drummer. Bonustracks und Special Editions wird es also keine geben und das wird bei der Band auch als Fanverarsche angesehen. Nur ein Digipack erscheint, da normale CDs keiner mehr zu kaufen scheint! Damit die Fans das noch kaufen wird es ein schnes Digi mit Poster und fettem Booklet geben, sowie eine Doppel-LP im Gatefold auf schwarzem Vinyl Mein Fazit zu den Songs ist klar; Viele neue Ideen, aber immer noch 100 % Crematory. Snger Tosse singt sehr variabel und knnte locker in jeder Band als Frontmann singen. Manchmal flstert er bedrohlich wie bei "Haus mit Garten" und bringt dem Album so ganz andere Facetten. Dreimal begeben sich Crematory auf das deutschsprachige Gebiet, der Rest der Scheibe ist wieder in Englisch, beides beherrschen die Deutschen seit "Klagebilder" perfekt. Das die Band zwei Gitarristen aufgenommen hat ist brigens purer Zufall, da einer lnger blieb beim Vorspielen oder der andere zu frh kam und man konnte so mit zwei Gitarristen jammen. Den daraus resultierenden fetten Sound wollte die Formation dann natrlich behalten, zumal die Herren unter sich und auch mit der Band gut harmonierten. Crematory haben durch die beiden Musiker einen neuen Schub und Drive bekomme wie Jllich bereitwillig besttigt und scheinen auch wieder sehr kreativ gewesen zu sein, wie dass sehr schwedisch / skandinavisch anmutende "Ravens Calling" beweist. Dieses Lied htte ich bei einem Blindtest nie Crematory und wird nur von Tosse gesungen, whrend Felix beim Opener "Misunderstood" alleine am Werk war. Zu diesem fast Power Metal Track "Raven's Calling" und erwhnten "Misunderstood" werden auch Videoclips produziert (O-Ton: "geile Weiber und Vollgas!"). Der Sound war wieder in den Hnden des "Hausproduzenten" Kristian Kohlmannslehner (Powerwolf, Subsignal) der seit Century (Jllichs ehemalige zweite Band) Ende der Neunziger mit der Band eng verbunden ist und auf den der Drummer groe Stcke hlt ("Never Change A Winning Team! Wir sind so gut eingespielt") .

In Sachen Sound und Songwriting hat Kohle wieder Hand angelegt an dem er wegen Matthias Weggang noch strker beteiligt war. Er hat auch den klaren Pilotgesang zum Album beigesteuert an dem sich dann Gitarrist Tosse orientieren konnte. Ich frage Markus dann ob sich die neuen Musiker schon einbringen konnten? "Die Lieder waren zu 80% fertig, die Arbeit der Jungs war das zu Ende zu bringen und mit dem Felix die Vocals abzustimmen." Fr mich sind die klaren Vocals abwechslungsreicher geworden, weshalb Markus nochmal den neuen Mann krftig lobt: "Der Tosse hat eine Range die ist unglaublich, der kann die tiefen Sachen singen, kommt aber auch so hoch wie der Snger von Helloween! Der kommt eher aus dem Power Metal Bereich und erinnert mich an Savatage, Pretty Maids und solche Geschichten. Das war uns anfangs auch nicht so bewusst, aber wir dachten dann es ist ja geil, dass er so flexibel ist!" Das kann ich nur besttigen, teilweise habe ich wirklich gedacht dass hier noch ein dritter Snger am Start ist. "Mit so einer Stimme in der Band kann man viel experimentieren und wir haben uns auch Zeit gelassen um verschiedene Dinge auszuprobieren. Die erste Nummer war halt "Raven's Calling". Das war dann nur der Tosse und den Felix haben wir im Refrain dazu gepackt. Wir wollten ihm das Lied lassen, weil es so geil geworden ist. Das soll auch zeigen bei uns geht es weiter. Da gab es eine Evolution und zeigt auch wie viel Potential in den neuen Mitgliedern steckt. Das wird auch interessant beim nchsten Album wenn da die musikalischen Einflsse von Rolf hinzu kommen, da werden wir auch mehr Zeit haben wie dieses Mal!" Textlich seid ihr ja immer abwechslungsreich und mittlerweile fhlt sich das fr mich so an, als ob der Felix spontan entscheidet ob deutsche oder englische Texte liege ich da richtig? "Das entscheidet der Felix und singt auch im Studio alles ein wie er das denkt und zusammen mit dem Kohle suchen wir zu dritt dann aus wie ein Song gut klingt. Manchmal klingt es halt in Englisch besser, manchmal halt nicht!"

Warum heit das Album "Monument"? Das ist wie immer die Idee von Felix der ja alle Texte und Titel macht. Wir setzen uns quasi selber ein Denkmal fr 25 Jahre Crematory gemischt mit den neuen Impulsen der zwei Gitarristen. So nach dem Motto: Wir sind nun frischer und motivierter als je zuvor. Die zwei neuen sind hei wie Frittenfett und reien uns auch im Proberaum mit!" Ist denn an sich fr euch jede Produktion gleich? Wir haben ja jetzt eine schwierigere Produktion und getrauert weil der Matze ausgestiegen ist und am Ende hatten wir wenig Zeit und etwas Stress. Da haben Kohle und ich uns getroffen und die Basics erledigt." Mir war nie bewusst dass der Produzent so eine wichtige Rolle bei der Band spielte und quasi der sechste Mann die letzten Jahre darstellte.

"Wir hatten ab und an mal fremde Songwriter wie z.B, bei "Antiserum" war es der Elmar von Centhron und jetzt beim neuen Werk war es der Eric von A Life Divided der mal Einflsse von auen uns nher brachte", gibt Markus offen zu. Ab Mitte Mai spielt die Band diverse Clubshows und Festivals wie das "Bang Your Head!!!" worauf ich mich jetzt schon freue. Nach diesem Bericht ist der langjhrige Bassist Harald ausgeschieden, mehr dazu bald im Crematory Interview auf dieser Seite. Im April erscheint die neue Crematory, markiert euch das mal fett im Kalender.

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