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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SECUTOR
Listening Session, "Stand Defiant", Florinsmarkt, Koblenz am 11.01.2016
Thorsten Dietrich
www.facebook.com/secutorkoblenz


Die Koblenzer Thrasher Secutor haben bisher eine EP eingespielt und werden im Mrz 2016 ihre erste vollstndige CD mit dem griffigen Titel "Stand Defiant" unters Volk bringen. Ausgestattet mit einem toll gezeichneten Timo Wrz Cover lauschten wir in der gut klimatisierten Metalkultkneipe Florinsmarkt in der Koblenzer Altstadt dem gesamten Album whrend die ganze Band zu gegen war und auch kurz nach jedem Lied Informationen gab.


"Detonator"

Ein flotter Thrash Opener den wir live Ende 2015 schon im Andernacher Juz Live Club lauschen konnten. Snger Bobby beginnt mit einer Art Tom Angelripper Gedchtnisgesang ein klassischer Thrash Track mit ebensolcher Thematik. Auffallend ist das sehr melodische Gitarrensolo. Der einfache Refrain bleibt direkt im Kopf und kann direkt mit gegrlt werden, ein zuknftiger Liveklassiker!

"Metal Addict"

Der Running Wild Song der Scheibe mit einem Text ber den Metal an sich und eine Huldigung des Genres. Punkige, einfache "Schrammelriffs", melodisches Solo, coole Metalprosa wird immer wieder eingestreut: "Raise Your Fist", "Kick Your Ass", sehr knackig und einprgsam.

"The Use Of Booze"

Die rockige Nummer (O-Ton) mit 80er Feeling und sehr viel Partyatmosphre, trotz extrem tiefen Gesanges und livetauglichen "Hey Hey Chren und "ohohoho" Gesngen. Auch hier fllt auf, dass die Lieder so komponiert wurden, dass man sie live gut reproduzieren kann und fr die Bhne gemacht worden sind. Auch hier hrt man, dass Secutor keine reine Thrash Band sind und auch jede Menge Heavy Metal Einflsse in vielen ihrer Lieder verarbeiten was fr Abwechslung und Eigenstndigkeit sorgt.

"Until We Die"

O-Ton: Stumpf ist Trumpf Nummer. Eine 15 Jahre alte Nummer die Drummer Mu mit seiner alten Band Epitaph geschrieben hat. Ein flotter Song der Spa macht und fr Secutor einen etwas komplizierten Refrain hat, kurze drei Minuten Nummer.

"Stand Defiant"

Schleppende Einleitung mit prgnantem Schlagzeug und wieder sehr melodischen Gitarren, bekommt langsam Fahrt. Ein ziemlicher Ohrwurm mit einem prgnanten Refrain in dem einzelne Schlagworte ("Unbowed" "Unbend"- "Unbroken") eingebaut sind. Wieder wurde ein sehr melodisches und prgnantes, diesmal lngeres Gitarrensolo eingebaut. Eine sehr Heavy Metal-lastige Sache!

"Wargod"

Ein Uptemposong mit melodischem Refrain und Kriegsthematik wie man beim Titel ahnen kann. Allgemein recht Power Metal-lastig. Auffallend sind der prgnante Bass im Mittelteil und ein "Maidensolo" im Mittelteil. Kommt wieder mit einem sehr eingngigen Refrain daher.

"Bastards From Hell"

Stampfbeat, laut Band ein Klischeesong. Eine Midtempo Nummer die wie eine Art Motrhead Hommage in etwas deftiger klingt und damit meine ich nicht nur den Titel. Der Refrain ist absichtlich voller Metalphrasen und auch hier blitzt wieder eine Maiden bis Metalucifer lastige Hommage in Form eines sehr melodischen, zweistimmigen Mittelteils auf. Klasse Nummer, voller guter Einflle!

"Bleed For Me"

Vom Titel her ist es der derbste Track des Albums und rechnet textlich laut Band mit einer Ex-Freundin ab. Auffallend sind der sehr gut verstndliche, fast melodische Gesang und die variable Geschwindigkeit. Ein geradliniger Titel mit tollen Gitarrenmelodien und ein Stck was sehr ernst tnt. Die Gitarren erinnern mich sehr an alte Klassikeralben der Schweden Edge Of Sanity da sie sehr melodisch aber hart klingen.

Fazit: Eine gute und abwechslungsreiche Scheibe zwischen Heavy Metal und Thrash mit einer passenden Produktion die sicherlich aus dem Allmonatlichen Einheitsbrei der Label Verffentlichungen heraus stechen wird.






Nun machten wir noch ein kleines Interview mit der ganzen Band das zeigte dass hier keine Trumer, sondern recht realistische Menschen am Start sind. Hierbei war die ganze Band involviert, wobei der Lwenanteil der Antworten von Snger Bobby und Schlagzeuger Mu kamen.

So wie ich das sehe habt ihr kein Label und habt ihr denn versucht eines zu finden? Es ist ja immer eine Frage der Kosten!

Wenn man es selber machen kann, sollte man es auch machen. Wir haben jetzt auch nicht 1000 Klinken geputzt um jetzt unbedingt irgendein Label zu haben. Ich habe auch keine Lust fr nichts und wieder nichts eine Menge Geld mitzubringen um vielleicht ein paar coole Gigs abzugreifen. Das knnen wir eventuell auch selber hinbekommen. Wenn die Leute auf unsere Musik stehen, werden die sich auch unsere CDs zu legen. Wir machen die Musik weil sie uns Spa macht und auch fr uns selbst.

Es ist ja nicht immer gesagt, dass ein Labelvertrag das Ende aller Sorgen ist. Meist steht man in den Magazinen nicht mehr unter Eigenproduktionen und bekommt vielleicht mehr Rezensionen!

Oft ist es ja so, dass du Geld mitbringen musst! Es gibt auch Angebote wo man dann sagt wir nehmen euch unter Vertrag, wenn wir 70 % eurer Merchandise Einnahmen bekommen, dann legt man quasi noch drauf! Dann gibt es auch Termine die man Einhalten muss, wie alle zwei Jahre eine Platte machen. Die geben einem dann ein Jahr Zeit und dann muss eine neue Scheibe da sein. Man will sich aber auch Zeit nehmen. Da gibt es heute viele Beispiele an denen man merkt, dass die Bands diese Alben heraus bringen mssen und das Album ist dann groe Scheie. Das klingt dann mit der Zeit alles gleich und der Bekanntheitsgrad ist dann auch nicht gestiegen. Das sind Sachen die keiner aus der Band will! Ich finde es besser wenn die Veranstalter uns buchen und die Leute uns auch sehen wollen, anstatt wenn man irgendeinem eine Show aufdrngt.

Wenn ihr die Chance httet zwei Wochen mit Overkill auf Tour zu gehen, wrdet ihr das machen?

Ich kann da nur fr mich sprechen, sagt Drummer Mu, und hoffe die Band sieht das auch so, aber ich bezahle nicht fr eine Tournee. Entweder mache ich es umsonst, oder bekomme Geld dafr! Viele Bands zahlen dann den Headlinern die Nightliner und am Ende der Tour haben sie viel Geld ausgegeben sind aber meist nicht bekannter als vorher. Du musst ja mal realistisch sein: Du bekommst nur farbloses Licht, kein Nebel, kein Platz und die Anlage wird herunter gefahren, damit du der groen Band nicht gefhrlich wirst. Du kannst in einer Ecke das Schlagzeug stellen und wirst wenn du Glck hast von vielen Leuten ausgebuht (Gelchter von allen).

Was denkt ihr denn was in der Metalszene der Region MYK / KO noch gebraucht wird?

Was unserer Gegend wirklich fehlt ist ein Club der kleiner als das Juz Andernach ist, aber grer als der Florinsmarkt. Da sollten so 250 Leute rein passen. Damit dann auch mittlere Bands spielen knnen, fr die das Juz alleine zu gro ist. Wir haben in unserer Ecke hier aber die gesndeste Metalszene in Rheinland-Pfalz, da knnen andere Stdte wie Mainz nicht mit konkurrieren. Trier ist auch noch ganz gut, aber die haben jetzt auch mehr Auflagen bekommen, so dass sie weniger Leute rein lassen knnen und abends um 22h muss bei Open Airs wie dem "Death Sall Rise" Schluss sein.

Mitte Mrz kommt "Stand Defiant" heraus, das knnt ihr euch im Kalender markieren!!

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