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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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MAJOR INSTINCT
Survival Of The Fittest!
Martin Stark
www.facebook.com/Major-Instinct-957707434250701/


MAJOR INSTINCT

Es gehrt Mut dazu eine Band nach 25 Jahren zu beenden und etwas Neues zu beginnen. Bassist und Bandgrnder BJ Laneby (M:ill:ion) musste erst eine einschneidende Erfahrung machen, um zu erkennen, dass das Leben zu kostbar ist um nicht kompromisslos seine Ziele zu verfolgen und das im Hier und Jetzt. Major Instinct war geboren.

Es war zu lesen, dass du im letzten Jahr sehr ernste gesundheitliche Probleme hattest. Daher die naheliegende und wichtigste Frage vorab: Wie geht es dir heute?

Jetzt wieder gut, danke! Wir waren im Sommer 2014 mit M:ill:ion auf England-Tour und es lief alles groartig. Wir spielten mit Heaven & Earth und direkt nach dem letzten Gig kam ich ins Krankenhaus und fiel schlielich zwei Wochen in eine Art Koma. Ich ging schon nicht ganz fit in die Gigs, aber vor dem letzten blieb ich bis unmittelbar vor Beginn im Hotel, ganz wie eine dieser Rock-Divas, die einschlgig bekannt sind. Mir ging es wirklich schlecht und nur dank der langjhrigen Erfahrung des Tour-Managers, der schon mit zahlreichen namhaften groen Knstlern zusammengearbeitet hat und eine Menge Tricks kennt, wie du jemand fr einen kurzen Zeitraum wieder zum Funktionieren bringen kannst, ging es halbwegs. Ohne Soundcheck und mit sofortiger Einlieferung ins Hospital im Anschluss brachte ich diesen letzten Gig hinter mich. Es war, wie sich herausstellen sollte, eine ganz seltene bakterielle Entzndung, die mich letztlich beinahe ein Bein gekostet hatte. Schon der Heimtransport nach Schweden Wochen spter war eine komplizierte Sache und es folgten insgesamt drei Monate Krankenhaus. Ich kann mich nur wie durch Nebel an die wie entfernt klingende Stimme des Arztes erinnern, der mir eindrucksvoll ins Gewissen redete. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber die ganze Sache war fr eine Weile sogar lebensbedrohend. Derartiges passiert wohl mit der Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million.

Wie kam es dann zu Major Instinct und was bewog dich die mutige Entscheidung eine Band nach sechs Alben, zahlreichen Touren und letztlich 25 Jahren Geschichte zu beenden und nochmals vllig von vorne zu beginnen?

Ich hatte im Krankenhaus sehr lange Zeit zu berlegen, das Leben zu reflektieren und auch zu erkennen, dass man mit Nichts warten sollte. Es fhlte sich einfach richtig an, etwas Neues zu beginnen. Weit du, es ist wirklich erfrischend nach zweieinhalb Jahrzehnten mal in den Proberaum zu kommen und nicht zu wissen, was dieser oder jener auf bestimmte Fragen antwortet. Es gab keinen Streit oder hnliches, aber es berwog die Lust nochmal etwas Neues an den Start zu bringen. Und da ich selber diese ganzen Projekte, wenn auch mit groartigen Musikern und starken Songs, nicht sonderlich gut finde, ist es mir ganz wichtig zu sagen, das Major Instinct eine richtige Band sind. Wir kennen uns alle sehr gut und es vergeht kein Tag, an dem wir nicht irgendwas die Band betreffend besprechen oder einfach an Major Instinct arbeiten. Wir werden touren und schon alleine das unterscheidet uns von vielen anderen, die zum Teil noch nicht einmal im selben Raum waren, als ihre Platten entstanden. Noch vor der besagten Tour und meiner Krankheit stand die Idee mit Stefano Marchesini, unserem Snger, zusammenzuarbeiten und eine Art Side-Projekt aufzuziehen im Raum. Aber nun sind wir eine vollwertige Band und es fhlt sich komplett richtig an.

Damit ist auch die Frage nach dem Ursprung des Namens geklrt, denke ich

MAJOR INSTINCT

Ja, er passt auf meine damalige Situation, aber auch fr viele andere. Was ist denn der grte Instinkt? Der berlebens-Instinkt oder doch der Instinkt zu Tten oder der Sexual-Instinkt? Das muss jeder fr sich beantworten, aber ich fr mein Teil habe meine persnliche Antwort gefunden. Darber hinaus ist es einfach ein griffiger und vielschichtiger Name, der auch graphisch viele Gestaltungsmglichkeiten bietet. ursprnglich wollten wir es nur Instinct nennen, aber dann stellte sich heraus, dass es in Asien eine sehr erfolgreiche Boyband mit diesem Namen gibt und auf einen Rechtsstreit wollte ich es dann doch nicht ankommen lassen. Wo Geld im Spiel ist, sind gute Anwlte nicht weit.

Eurer Keyboarder Gabriel Glamheden ist Anfang Zwanzig, klingt aber als htte der die goldenen Zeiten des klassischen Hardrocks der Sorte Rainbow, Deep Purple oder Whitesnake selbst erlebt.

Ja, mehr noch. Als ich ihn kennenlernte staunte ich nicht schlecht als ich erfuhr, dass er ein echter Experte fr alte H3 Hammond-Orgeln ist und diese sogar hauptberuflich repariert und wieder auf Vordermann bringt. Er hat diesen Sound scheinbar mit der Muttermilch aufgesogen. Das Alter spielt keine wirkliche Rolle, wenn du beispielsweise musikalisch auf einer Wellenlnge bist. Er ist ein Glcksfall fr uns und als er hrte, dass wir einen Keyboarder sicher, war er sofort Feuer und Flamme.

Aber so ganz kannst du offensichtlich doch nicht von M:ill:ion lassen, ist doch mit Drummer Johan Hll ein ehemaliger Mitmusiker und sogar mit "Follow The Trends" ein gut zwanzig Jahre alter Song deiner alten Band mit an Bord.

Richtig, aber dieser Song ist doch aktueller denn je. Wir waren mal in Amerika auf Tour, bekamen ein neues Management und alles was die konnten war immer nur zu sagen, dass wir dieses und jenes so und so machen sollten weil es gerade in war. Fand ich damals schon bld. Der Song steht auf der 1994er Scheibe "We, Ourselves & Us".

Der Mix der Scheibe geht auf das Konto deines Landsmannes Victor Olsson, der mit seine Band Saffire zeitgleich mit euch und auf demselben Label eine Scheibe an den Start bringt.

Er kommt aus derselben Gegend wie wir und wir haben weitere, teils auf dem Papier sehr namhafte Leute eine paar Stcke zur Probe bearbeiten lassen, aber keiner kommt an Victor heran und wir sind sehr stolz auf das Ergebnis. Dass er mit Saffire auch gerade an einer Platte arbeitete wusste ich gar nicht, aber es freut mich, dass wir beide nun auch beim Label Kollegen sind.

Ihr wollt und werdet live spielen. Auch das ist eine Parallele zu deiner frheren Band, richtig?

Absolut! Wo ist der Sinn einer Band wenn du nicht raus gehst, um deine Musik zu prsentieren? Dass der Markt schwieriger denn je ist, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Mit M:ill:ion gab es viele Hhepunkte aber auch schwierige Zeiten. All das gehrt zum Leben dazu und macht dich zu dem, was du bist. Auch wenn wir sicher etwas mehr im klassischen Hardrock verwurzelt sind, klingt Major Instinct ja nicht vllig anders als das, was wir mit M:ill:ion gemacht haben. Auch dort habe ich schlielich den Groteil der Musik geschrieben. Aber ich lege Wert darauf, dass Major Instinct kein Solo-Album von mir ist, sondern das erste Band-Album von uns allen.

Klingt doch gut!

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