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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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RADIO EXILE
American Rock!
Martin Stark
www.radioexile.net


RADIO EXILE

Die Vita der beteiligten Musiker liest sich wie eine endlose Liste von wohlbekannten Interpreten, reichen ihre Engagements doch von u.a. Hall & Oates, Billy Idol, Allison Krauss bis hin zu Styx und Bob Dylan. Die treibenden Charaktere und Songwriter hinter Radio Exile sind dabei Keyboarder Charlie Calv (Shotgun Symphony) und Snger Chandler Mogel (Talon, Outloud). Calv entpuppt sich als angenehmer und mitteilungsfreudiger Zeitgenosse.

Bei neuen Bands oder Projekten kommt zunchst einmal die Frage wie es zur Entstehung der Platte kam!

Ja, ich wrde uns schon als Projekt bezeichnen und die Entstehungsgeschichte ist einfach wie lustig zugleich. Unser Drummer Dave Anthony und ich sind schon lange Freunde und wir wollten schon immer mal etwas Gemeines auf die Beine stellen. Eines Tages kam Dave, den ich praktisch seit Kindheitstagen kenne, zu mir und meinte es sei an der Zeit endlich mal Ngel mit Kpfen zu machen. Ich hatte ein paar Songs und Ideen, bin aber nicht so gut wenn es um Melodien und Harmonien geht. Also suchten wir einen Snger und Chandler Mogel war die erste Wahl, wir kennen teilweise dieselben Leute und haben denselben musikalischen Hintergrund. Die Idee war nicht die typischen Metal-oder Hardrock-Musiker, die auf vielen Platten zu hren sind, zu kontaktieren, sondern uns ein wenig breiter aufzustellen. Wir bei Radio Exile sind ein Haufen Musiker unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher musikalischer Herkunft und es geht um die Musik an sich und nicht darum ob es nun eine Band oder ein Projekt oder was auch immer sein mag. Ich wei? aber, dass diese Frage hufig im Raum steht und verstehe das.

"No Pity On The Highway" mit seiner lssigen Grundstimmung und den vergleichsweise harten Gitarren sticht schnell heraus. Worum geht es in dem Song, um Stress im Stra?enverkehr?

Wir sprachen erst gestern darber, zumal wir gerade zu diesem Song fr ein Video abgedreht haben. Erste Ideen standen schnell, aber die Vorstellung eines fahrenden Autos auf einem vollen Highway besitzt einen gewissen Charme, das muss ich schon sagen. Es geht um einen Typen der sprichwrtlich in der Hlle lebt und versucht in den Himmel zu kommen, also alle Hindernisse des Lebens zu berwinden. Er ist ein Einzelgnger, was alles sehr erschwert.

Das fantastische Cover-Artwork sticht sofort hervor. Wer hatte die Idee dazu?

Das war im Grunde meine Idee. Der Titel des Albums korrespondiert mit dem Niedergang des Radios, wie wir es frher kannten. Speziell hierzulande ist es praktisch unmglich geworden mit neuer Musik, wenn auch in klassischen Genres, im Radio gespielt zu werden. Mir fielen Bilder dieser Armee-Gebude aus dem zweiten Weltkrieg in die Hnde und ich fhlte mich sofort an die Piratensender erinnert. Auch hier geht es ja um eine Art Asyl, das in diesem Fall dem Radio gewhrt wurde, wenn auch unter illegalen Umstnden.

Bestehen denn zwischen dem Namen "Radio Exile" und dem letzten Song auf der Platte ("Road To Exile") Verbindungen?

Ja, leichte Verbindungen schon, schlie?lich sollte die Platte zunchst "Road To Exile" hei?en, bevor uns um entschieden. Wei?t du, frher gab es zahllose Radiostationen ber Kurzwelle, die jedoch nach und nach alle ausstarben. Und dann kam irgendwann eine Welle von Piratensendern, die hufig auf ausgedienten Plattformen im Meer in Kstennhe ansssig waren, daher die Idee zum Cover.

Es gibt keinen Titelsong. Gibt es aber deiner Meinung nach ein Stck, das die Qualitten von Radio Exile am besten bndelt, eine Art indirekten Titelsong?

Das ist eine gute Frage und sehr schwer zugleich. Ich wrde aber sagen, das sowohl "No Pity On The Highway" als auch "High Road, High Price" mit dem melodischen Chorus, den harten Gitarren, aber auch den aufwndigen Keyboard-Passagen und Percussion-Elementen dem am nchsten kommen.

Nicht nur aufgrund der zustzlichen Stimmen respektive Snger und Sngerinnen fllt der Song "A Cross On Stone" etwas aus dem Rahmen.

Ich wollte schon immer mal mit Jessie Wagner vom Trans-Siberian Orchestra zusammenarbeiten und vor allem auch mit Joe Cerisano. Er ist dieser Typ, denn alle von sehr erfolgreichen Jingles und Werbespots kennen, aber keiner kennt ihn wirklich. Das ist mein Favorit auf dem Album, eine der Ideen, die schon lange in mir schwelte. Eine Art Gospel-Song, der nicht unbedingt typisch fr ein Rock-Album ist, aber genau das fanden wir irgendwie spannend und am Ende fgt er sich doch irgendwie in das restliche Material ein.

RADIO EXILE

Mit Steve Lunt, dem Entdecker von beispielsweise Britney Spears und einem Produzenten, der nicht unbedingt fr seine Arbeit mit Rockmusik bekannt geworden ist, ist eine berraschende Personalie bei Radio Exile involviert.

Ja, das stimmt. Irgendwann schlug jemand von unserer Management-Firma vor, doch mal jemand von au?en ins Spiel zu bringen. Ich kannte ihn aus der Ferne von der Band City Boy, die mal in den Siebziger einen kleineren Hit hatten. Aber trotz Britney Spears und seinem Nschen fr ihren Erfolg, ist er eine gute Wahl gewesen. Er ist ein enger Vertrauter von Produzenten-Legende Mutt Lange und hat vieles von ihm gelernt, sodass da schon eine gewisse Rock-Affinitt vorhanden ist. Wir telefonierten, ich fand heraus, dass er ursprnglich Englnder ist und er kannte sogar Shotgun Symphony und so entwickelte sich eines aus dem anderen. Wir arbeiteten zuerst an "Pity On The Highway" und ganz am Ende legte er noch Hand an eine Handvoll andere Songs, aus der dann die EP-Version des Albums wurde, die hier in den Staaten zuerst erscheint. Hier in Amerika gehen die Uhren mittlerweile etwas anders als bei euch in Europa und es erscheinen eher mehrere EPs als ein Album.

Die Frage nach Live-Auftritten steht und fllt vermutlich nicht nur mit der Nachfrage sondern auch mit der grundstzlichen Verfgbarkeit der Musiker, oder?

Wir wollen schon spielen, aber es wird wenn berhaupt sicherlich weniger auf eine Tour als vielmehr auf einzelne Gigs, beispielweise auf Festivals, hinauslaufen. Und das hat weniger mit der Nachfrage nach einer neuen Band wie uns zu tun, als vielmehr mit den zahlreichen anderen Verpflichtungen unserer Musiker. Unser Gitarrist Jimmy Leahey beispielsweise spielt im Jahr rund sechzig Gigs mit Dennis DeYoung von Styx.

Stichwort Shotgun Symphony: Gab es seit dem "Firefest"-Gig 2010 Aktivitten?

Ja, wir haben sogar schon eine Handvoll Songs aufgenommen, aber wenn du solange wie wir nichts zusammen gemacht hast, brauchen die Dinge manchmal etwas lnger. Bisher fhlte es sich nicht wirklich richtig an und auch wenn die Reaktionen beim "Firefest" durchweg gro?artig waren, so hat die ganze Sache doch eine Menge Vorbereitung gekostet. Mal sehen, was noch so passiert aber kurzfristig ist da nichts geplant. Ich habe aber gelernt niemals nie zu sagen. Wenn etwas passieren soll, dann passiert es. Es gab sogar schon Angebote von Labels, aber wir wollen nichts halbgahres heraus bringen. Es msste schon besser sein als das, was es schon von uns gibt.

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