Navigation
                
23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
ECHOES
Mit eigener Note!
Thorsten Dietrich
www.echoes.de


Echoes    

Coverbands gehen mir echt auf die Nerven, Tributebands sind auch nicht mein Ding, jedoch wenn die Originale tot oder aufgelst sind meist die einzige Mglichkeit die Musik mal selbst live zu erleben. Durch ihre phnomenale Live DVD und CD im akustischen Gewand bin ich auf Echoes aufmerksam geworden und war schnell interessiert dem Gitarristen und Snger Oliver Hartmann (Avantasia) ein paar Fragen zu stellen welche dieser freundlich und ausfhrlich beantwortete.

Wie kam es dazu, dass ihr eine Pink Floyd Tribute Band gegrndet habt?

Die Band selbst gibt es bereits seit 20 Jahren, allerdings in der aktuellen Besetzung mit mir und dem Bassisten Martin Hofmann seit 2003. Der Grund war natrlich die Liebe zur Band und ihrer Musik. In den ersten Jahren war die Band noch eher lokal und regional unterwegs, was sich aber im Laufe der Jahre stetig erweitre hat, so dass wir mittlerweile deutschlandweit und auch ber die Grenzen hinaus unterwegs sind.

Euch gibt es nun schon 20 Jahre wenn du da zurckblickst httest du mit solch einem Bandleben gerechnet?

Wahrscheinlich nicht. Zumindest htte keiner von uns damit gerechnet, dass sich Echoes einmal so einer Beliebtheit erfreut. Und dass in mehr oder weniger unvernderter Besetzung. Vielleicht ist auch genau das eine der groen Vorzge und Strken der Bann, dass wir wirklich seit Jahren als Einheit funktionieren und das Publikum das auch sprt.

Warum habt ihr euch "Echoes" genannt, nach einem langen Song der Band aus dem Jahre 1971?

Einerseits ein kurzer prgnanter Name, den man sich merken kann und der einfach unwahrscheinlich gut zur Musik passt. Pink Floyd hat schon immer sehr viel mit Hall, Echos und Soundeffekten gespielt und diese immer sehr geschmackvoll zu einem festen Bestandteil ihrer Musik gemacht. Davon abgesehen ist der Song "Echoes" an sich ein markanter musikalischer Wendepunkt in der Karriere der Band, der ein Stck weit das eingelutet hat, was sie kurz darauf mit dem "Album "Dark side of the moon" weltberhmt und unverwechselbar gemacht hat.

Pink Floyd spielen nicht mehr live, sind quasi nicht mehr wirklich existent. Ihr spielt sehr detailliert mit aufwendiger Soundanlage und Lichtshow deren Lieder sind das die Grnde eures Erfolges?

Natrlich ist es ein Tribute fr das Publikum immer reizvoller, wenn man das Original live nicht mehr erleben kann. Wir haben auch einiges an Technik dabei, um Pink Floyd auch in dieser Beziehung einigermaen gerecht zu werden, aber der Erfolg der Band liegt glaube ich woanders begrndet, nmlich in der Musik selbst und wie wir sie interpretieren. Das hoffe ich zumindest. Generell mchten wir natrlich erstmal so nah wie mglich am Original bleiben, mit viel Liebe zum Detail, nehmen uns aber hier und da als Musiker durchaus heraus, dem Ganzen auch an passenden Stellen eine persnliche Note zu geben. Mir ist es als kreativer Musiker einfach wichtig, nicht nur eine gute Kopie des Originals zu sein, sondern auch meiner eigenen Persnlichkeit etwas Raum zu lassen, aber ohne dass dadurch die Intention des Songs oder der ursprngliche Vibe verloren geht. Also eben keine reine 1:1 Kopie, sondern durch aus mit eigener Note und Wiedererkennungswert. Ich glaube, dass auch gerade das etwas ist, was das Publikum bei uns zu schtzen wei.

Wie kam es dazu, dass ihr Shows mit groer und kleiner Besetzung sowie Acousticgigs spielt richtet sich das immer nach der Location?

Abgesehen von den kommenden Akustikshows zur DVD "Barefoot to the moon", wo wir wieder ein Streichquartett dabei haben und hauptschlich in den dafr passenden Locations wie z.B. Stadttheatern, Opern usw. spielen werden, ist die Besetzung und Gre der Band bei allen sonstigen elektrischen Konzerten prinzipiell immer gleich. Nur die Bhnengren und der Aufwand an Technik unterscheiden sich bei den Formaten Club-, L- und XL-Show.

Euer Repertoire besteht aus vielen Liedern von "The Dark Side Of The Moon", whrend andere Alben nur ein bis zwei Lieder in eurem Repertoire ausmachen. Sind das bewusste Entscheidungen oder wollt ihr die mit den Jahren noch ins Repertoire aufnehmen?

Das war schon eine bewusste Entscheidung, das Programm hauptschlich auf die unserer Meinung nach strkste Phase der Band zu beschrnken, d.h. angefangen mit "Dark side of the moon" ber "Wish you were here" bishin zum Bollwerk "The Wall". Daneben aber spielen wir aber natrlich auch andere Songs aus frheren Phasen wie z.B. "Echoes" und "One of these days" oder aus spteren Alben Songs wie "High Hopes" oder ab und an "On the turning away" oder "Learning to fly". Was wir auslassen ist im Prinzip die ganz frhe Phase der Band, die und musikalisch und spielerisch auch nicht wirklich liegt.

Echoes

Wie kam es dazu, dass ihr diese doch recht aufwndige und akustische Verffentlichung "Barefoot To The Moon" angegangen seid? Tributebands leben ja eher von dem Phnomen live, habt ihr deshalb die akustische Variante gewhlt um euch vom Original etwas abzusetzen?

Wir wollten uns damit nicht vom Original absetzen - wozu auch - sondern eher den ursprnglichen Bombast was Light- und Bhnenshow anbelangt, einfach fr dieses spezielle Projekt mal ber Bord werfen und das Ganze auf den wirklichen musikalischen Kern reduzieren. Das erscheint im ersten Moment natrlich schwer vorstellbar und umsetzbar, aber genau das war der groe Reiz und die Herausforderung. Auch das Streichquartett stimmig und sinnvoll einzusetzen, fr die ich die Arrangements geschrieben habe. Das schne und spezielle daran ist auch, dass es glaube ich vorher so noch niemand probiert hat. Daher war fr uns auch der Freiraum recht gro, das ein oder andere eben mal ganz anders zu machen, Grooves zu ndern, Arrangements anzupassen, markante Gitarrensolos und -melodien an die Streicher abzugeben und vieles mehr. Natrlich immer mit dem Hintergrund, das Flair des Originals nicht zu verlieren. Und wir konnten in diesem Fall auch als Musiker wirklich kreativ sein, was natrlich bei einer reinen elektrischen Tribute-Show nur sehr begrenzt mglich ist.

Knnt ihr euch vorstellen weitere Alben zu machen?

Natrlich wre das im Prinzip vorstellbar, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Thema. Im Moment sind wir froh, dass die aktuelle DVD/CD so erfolgreich luft und wir wirklich berall positive Resonanzen bekommen haben. Als nchstes freuen wir uns erstmal darauf, mit "Barefoot To The Moon" im Dezember und Januar in Deutschland auf Tour unterwegs zu sein. Danach werden wir weiterschauen.

Ich muss gestehen, dass Cover- und Tributebands fr mich ein zweischneidiges Schwert sind: Sie sind oft der Grund warum "normale" Bands keine ordentlichen Gigs bekommen und viele Musiker mit tollen, eigenen Bands kommen nur durch Mitgliedschaft in solch einer Band ber die Runden. Hat sich der Konzertmarkt aus deiner Sicht noch mal verschrft die letzten Jahre und wie?

Natrlich kenne ich die Problematik, wobei keiner von uns dieses Pink Floyd Tribute macht, um ber die Runden zu kommen, sondern aus Liebe zur Musik. Mir ist vollkommen bewusst, wie schwierig es mittlerweile ist fr kleinere eigene Bands Gigs in den einschlgigen Clubs zu bekommen, wogegen ein Tribute oder eine gute Coverband immer Konzerte haben wird. Dass sich das Ganze in den letzten Jahren so verschoben hat, kann man aber weder den Bands an sich noch den Clubs zum Vorwurf machen. Oft ist es erfahrungsgem so, dass Clubs sich mittlerweile mit guten erfolgreichen Tributebands, welche meist volle Huser und Kassen garantieren, alles andere, das vielleicht weniger ertragreich aber knstlerisch wertvoll ist, finanzieren. Ich war in den letzten Jahren schon oft bei Konzerten wirklich bekannter Bands und Knstler, die vor 70-80 Leuten gespielt haben. Davon kann leider kein grerer Club auf Dauer berleben. Dass die Zuschauer bei solchen Konzerten ausbleiben, liegt natrlich auch an dem massiven berangebot auf dem Livemarkt. Und kein Musikliebhaber kann sich leisten, im Monat auf 20 Konzerte zu gehen.

Viele Bands sind sehr von nicht mehr existenten Gruppen beeinflusst und machen Alben die auch von z.B. Thin Lizzy stammen knnten, kannst du dir das auch fr euch vorstellen: Eigene Musik mit PF Vibes?

Ich glaube ich nicht, dass wir in dieser Konstellation wirklich eigene Musik machen werden. Ich denke, dass genau das, was wir gerade mit "Barefoot To The Moon" gemacht haben, fr uns als Pink Floyd Tribute der richtige Weg ist: Die Originale als Vorlage nehmen und, so hoffe ich, in wrdiger und stimmiger Weise mit Mut zur Kreativitt neu interpretieren. Das ist denke ich ein guter Weg fr uns.

Ein gutes Schlusswort!

<< vorheriges Interview
C.O.P. - Haben nichts mit der Polizei zu tun!
nchstes Interview >>
MANIMAL - Wollen ganz nach oben!