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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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21 OCTAYNE
Die letzte Generation Profimusiker?
Martin Stark
www.21octayne.com


21 Octayne

21OCTAYNE sind stilistisch schwer zu fassen. Klar, es handelt sich um Rockmusik, aber um sehr vielschichtige. Grnder und Gitarrist Marco Wriedt (Ex-AXXIS), der die Band mit Alex Landenburg (Drums, LUCA TURILLI'S RHAPSODY) grndete, gibt uns ein erfrischend offenes und ehrliches Interview.

"2.0" folgt recht rasch auf das 2014er Debt "Into The Open. Wie siehst du beide Alben im Verhltnis?

Zunchst einmal war die Grundidee, all das, was wir schon auf dem Debt gemacht haben, also die rockigen Elemente ebenso wie proggige Parts oder auch poppige, mainstreamige Sounds noch weiter in die jeweilige Richtig zu tragen. Daher auch der Titel "2.0". Wir mchten 21Octayne noch eigenstndiger klingen lassen und gehen den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Wir mssen keine Schubladen bedienen. Aber es macht mich stolz sagen zu knnen, dass die Songs alle, trotz des knappen Zeitfensters, neu geschrieben sind und keine berreste des Debts darstellen. Direkt im Anschluss an "Into The Open" sind wir wieder ins Studio gegangen und haben angefangen zu schreiben. Ich kann es manchmal so wie jetzt gerade gar nicht glauben, dass wir ber ein zweites Album sprechen, weil sich das Debt noch so frisch anfhlt.

"Tale Of A Broken Child", der abschlieende 10 Minuten Track sticht deutlich heraus!

Alex und ich haben diesen Song in relativ kurzer Zeit fertig geschrieben und arrangiert, auch wenn die Grundidee schon ber ein Jahr alt ist. Ich komme ja ursprnglich vom Progressive Rock, Alex eher vom Progressive Metal, aber wir wollten schon auf Into The Open etwas Derartiges bieten, hatten aber noch keine zndende Idee. Hagen schrieb den Text und ich denke, dass zum Ende hin Hoffnung aufkeimt und ein Ausweg aus der verfahrenen Situation angedeutet wird. Ein ber zweimintiges Gitarrensolo sowie klassisch angehauchte Passagen heben diesen Song ab. Alle Instrumentalisten in der Band bekommen ihr Solo.

Insgesamt fllt die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit auf. Bei allem Respekt fr Axxis, die vor allem immer eine groartige Liveband waren und sind, aber war es neben Termindruck nicht auch die vermeintlich deutlich grere stilistische Bandbreite speziell im Gitarrenbereich, die dich dort aussteigen lie?

Du sagst es im Grunde schon, es war hauptschlich der Reiz etwas komplett Eigenes zu schaffen. Und nach acht Jahren und drei Alben war die Zeit reif, denke ich. Intern bin ich schon vor ungefhr einem Jahr ausgestiegen, habe aber die gebuchten Gigs noch gespielt und so den Jungs Zeit gegeben einen neuen Mann zu finden und einzuarbeiten. Ich bin Bernhard [Weiss, Gesang] und Harry [Oellers, key], die ja im Grunde Axxis sind, sehr dankbar fr die Zeit und habe unglaublich viel gelernt und erlebt. Ich genoss auch dort schon grtmgliche Freiheit. Zusammen mit Alex gehre ich vermutlich zur letzten Generation, die einerseits eine solche Chance bei einer etablierten Band bekommen hat andererseits aber auch noch Plattformen hatte sich zu prsentieren. Viele junge Musiker finden Spotify und Co ganz toll, aber vergessen, dass diese Entwicklung fr Musiker, die von ihrer Musik leben wollen, nicht gut ist.

Andrew "Bullit" Lauer, eurer Bassist, ist nicht mehr an Bord, hat aber das Album noch eingespielt!

21 Octayne

Ja, die Aufnahmen fanden im Februar und Mrz statt und kurz danach hat sich heraus kristallisiert, dass es einfach nicht mehr passte. Vermutlich hat er nicht die 102 Prozent Einsatz, die wahrscheinlich ntig sind, um eine Band in dieser Phase weiterzubringen, zeigen knnen oder wollen. Er ist jedoch ein groartiger Bassist und vermutlich in seiner Art zu spielen der einzige im Rockbereich derzeit. Musikalisch war und ist er auch auf dem aktuellen Album ein wichtiger Teil von 21Octayne, aber wir werden jetzt zunchst als Dreier-Konstellation weitermachen, wobei zunchst Ben Pyko, ein Freund von mir, der ansonsten bei The Other spielt, bei den anstehenden Einzelgigs aushelfen wird. Der Plan ist im Herbst eine richtige Tour zu spielen, dann mit dem mglichen neuen festen Mann, zu dem ich jetzt noch nichts sagen mchte. Haltet die Augen offen wo und wie wir im Herbst zu sehen sein werden. So eine richtige Tour wie im letzten Jahr mit Uriah Heep hat sehr viel Spa gemacht und etwas Vergleichbares knnte ich mir schon vorstellen, auch wenn der Plan ist zustzlich eine erste Headliner-Tour auf die Beine zu stellen.

Du bist recht aktiv, was soziale Netzwerke angeht und wenn man dich dort ein wenig verfolgt, fllt auf, dass du dich sehr ordentlich vermarktest und auch regelmig auf Musikmessen spielst. Direkt gefragt: Kannst du von der Musik leben?

Ja, das kann ich und ich bin sehr glcklich damit. Aber wenn ich mir die aktuelle Entwicklung mit Streaming-Diensten und Co so anschaue, habe ich die Befrchtung, dass die Generation von Alex, Hagen Grohe und mir mglicherweise die letzte sein knnte, bei der das so funktioniert. Ich arbeite hufig mit ganz jungen Musikern zusammen, die so um die Zwanzig sind und vor einer hnlichen Entscheidung stehen, wie ich vor circa zehn Jahren. Ich mache viel Bandcoaching an Schulen und hnlichem, was mir sehr viel Spa macht. Da ist die Message ganz einfach: Arbeitet viel, seit nett zu den Leuten und kein Arschloch. Ich schreibe auch viel fr andere Knstler. Wrden die Leute mehr physische Tontrger kaufen, wrden sie beispielsweise meinen Namen hufiger in den Credits finden. Ich habe u.a. auf der letzten Mob Rules an einer Nummer mit U.D.O. mitgewirkt. Dann bin ich viel auf Musikfesten unterwegs und prsentiere da viel fr Engl-Amps. Das groe Problem ist, dass man sich nicht zu sehr selbst einengen und offen an Dinge herangehen sollte. Hagen produziert viel in seinem Studio, das wir ja praktischerweise auch schon genutzt haben und er hat auch auf "2.0", wie schon auf dem Debt, einen hervorragenden Job bei Produktion und Mix gemacht.

Schn dass nicht alle Musiker ihr alltgliches Schaffen als aufwendiges Hobby machen mssen!

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