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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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LANFEAR
"...das Göttliche ist in Dir!"
Olaf Reimann
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Die süddeutschen Prog-Power-Metaller haben mit "The Art Effect" ein gelungenes Album vorgelegt. Das gibt Anlass zu der ein oder anderen Frage. Gitarrist Markus Ullrich stand mir Rede und Antwort. Freut Euch auf einige interessante Infos.




Erst mal Glückwunsch zu Eurem durchaus gelungenen Album! Der Sound ist fett und Ihr bewegt Euch alle auf einem anspruchsvollen Niveau. Auf welchen Einflüssen basiert Eure musikalische Ausrichtung?

Vielen Dank, freut mich, dass Dir das Album gefällt!
Zwecks Einflüssen, kann ich da nur von mir reden, da ist das extrem gefächert. Ich höre seit über 15 Jahren intensiv Musik, bin im Metal Bereich vom softesten AOR bis hin zum derbsten Grindcore-Geprügel zuhause, muß nur gut gemacht sein. Außerdem mag ich viele 70er Prog-Bands ebenso wie diverse jazzige Sachen. Ich bin der Meinung je mehr man letztendlich hört und je intensiver man sich damit auseinandersetzt, desto eigenständiger und intensiver gestaltet sich auch die eigene Musik.

Das ist wohl wahr. Es heißt LANFEAR waren bis mindestens 1999, also 6 Jahre lang deutlich progressiver ausgerichtet. Wie ist der Wechsel in die Power-Metal-Schiene zu erklären?

Ich würde nicht so direkt von einem Wechsel reden. Wir hatten vor ca. 2 Jahren einen Line-Up "Wechsel" am Gesang und an den Keys. Das Songwriting zu den neuen Stücken lief eigentlich nicht anders ab als seither. Dadurch, dass ich aber schon bei den älteren CDs für die härteren Songs verantwortlich war und unser ehemaliger Sänger/Keyboarder für die softeren Parts, war eine Entwicklung in Richtung Power Metal abzusehen. Einen krassen Stilbruch gab es meiner Ansicht nach keinesfalls, da wir aber bei der neuen Produktion die Gitarren wesentlich mehr in den Vordergrund gestellt haben, klingt das Material einfach härter und druckvoller. Außerdem ist unser "neuer" Sänger Tobi von der Stimmanlage äußerst variabel, da wäre es einfach schade, wenn nicht diverse Metal-Screams kommen würden ;)

Ich finde auch gerade die Gitarrenarbeit sehr gut. Was kannst Du unseren Lesern denn Näheres zu den Texten auf "The Art Effect" erklären?

Beim Titelsong "The Artefact” handelt es sich z.B. um eine "erfundene" Geschichte, die evtl. sogar den Grundstein für unsere nächste CD gelegt hat. Grobe Zusammenfassung: Fünf Göttern ist es in der Ewigkeit zu langweilig und sie erschaffen sich eine neue Welt. Im Laufe der Zeit verlieren sie jedoch alle ihre Fähigkeiten und vergessen, dass sie Götter sind...das ist nur der Anfang...
Die meisten anderen Texte sind allerdings sehr real, ich gebe einfach mal Kommentare zu dem einen oder anderen ab:

Stigmatized
"Das Göttliche ist in Dir und um Dich herum, nicht in Gebäuden aus Holz und Stein..."
Beschäftigt sich damit, daß der Glaube dazu benutzt wird, um die Massen zu manipulieren und zu kontrollieren. Mittelalter / Kirche. Weswegen das Intro Ketzerei benannt wurde. "Ich bin ein Gott, und du kannst es auch wieder sein..."

Lanfear Conscience Inc. - Gewissen GmbH ;-)
Rundumschlag gegen Habgier und Macht auf wie immer ironische Art und Weise. Lässt sich gegen jede größere Institution Anwenden: Freimaurer, Vatikan, Politk, usw. die ohne Gewissen und Reue Ihre Ziele anstreben. Jeder der anderer Meinung ist ein potentieller Feind, Geld regiert die Welt...

Fortune lies within - Das Glück kommt von innen
Handelt von einer Person, die all Ihre Kraft in Ihre Arbeit investiert, sich alles mögliche leisten kann, aber schlichtweg nicht glücklich wird, weil Sie sich mit Nichtigkeiten beschäftigt und Geld nicht glücklich machen kann...

Deiner Aussage zu "The Artefact" zufolge arbeitet Ihr also bereits an der nächsten CD. In wie fern steht das gelungene Cover dieser CD in Verbindung zur Aussage des Albums?

Kann man quasi auf unser Wortspiel ableiten. Im Gegensatz zum Titelsong "The Artefact - Das Artefakt" bedeutet der CD Titel "The Art Effect – Der Kunst Effekt" eigentlich grundsätzlich etwas komplett anderes. Als Kunst Effekt ist dann wohl auch eher das Cover zu betrachten, wobei die abgebildete Figur keine tiefere Bedeutung signalisieren soll. Witzigerweise bekommen wir momentan zum Cover nur extrem postive oder extrem negative Rückmeldungen, zumindest scheint es einigen wohl nicht "true" genug zu sein, was uns persönlich aber keinesfalls belastet. Ich zumindest wüsste nicht was an einem Drachen, einer Burg oder einem Krieger "truer" sein sollte, davon abgesehen, dürfte das Wörtchen "true" ja mittlerweile bei echten Fans sowieso nur noch mitleidige Reaktionen hervorrufen.

Ich wüsste auch nicht, was an dem Cover extrem negativ sein soll. Aber es gibt ja Leute, die immer etwas zu meckern haben müssen. Nun eine vielleicht etwas ungewöhnliche Frage, die aber sicher viele Leser interessieren wird, um mal Einblick in die musikalische Entwicklung einer Band zu bekommen. Wie war Dein persönlicher musikalischer Werdegang?

Ob man’s glaubt oder nicht: Lanfear war definitiv meine erste und bisher einzige Band. Unser Drummer Jürgen ist übrigens auch vom Anfang an mit dabei, ebenso wie (mit kurzer Auszeit) unser Bassist Kai. Lanfear gibt es seit inzwischen fast zehn Jahren und es gab viele Durststrecken, ans Aufhören habe ich aber nie gedacht; umso interessanter und erfreulicher ist dann auch, wenn man immer positivere Reaktionen erhält und merkt, dass es wohl doch Leute gibt, die sich für einen interessieren. Ich denke es ist grundsätzlich einfach schwerer sein eigenes Ding durchzuziehen, als einfach alles wieder hinzuwerfen und bei einer anderen Band einzusteigen, in der Hoffnung, dort schneller zum Erfolg zu gelangen.

Lanfear

Also, liebe Underground-Mucker: nur nicht aufgeben! Gibt es eigentlich noch Bands, die das Klischee vom saufenden Partyhengst erfüllen? Bei Euch sieht`s doch sicher nicht ganz so aus, oder?

Würde ich so nicht unterschreiben.
Wir sind mit Sicherheit alle keine Kinder von Traurigkeit und eine gute Party ist nie zu verachten, unsere jährlichen Metal-Parties dürften sogar bald in die Geschichte eingehen...ich würde sogar soweit gehen und sagen das Klischee vom "saufenden Partyhengst" trifft 100%ig auf unseren Bassisten Kai zu, vielleicht liest er’s ja nicht...

Jährliche Metal-Parties? Schick uns doch mal ne Einladung per E-Mail! Apropos: In wie weit nutzt Ihr das Internet als Werbeplattform oder zur Präsentation?

Unser Sänger Tobi ist hauptberuflich Multi Media Designer, was uns also schon mal eine ständig aktualisierte und gut aufgebaute Website garantiert. Zusätzlich dazu versuche ich schon in unregelmäßigen Abständen einige Band-Updates per Mail zu posten, das macht keinen großen Aufwand und man erreicht viele Leute. Wenn ich bedenke, dass ich damals die kompletten Anfragen zu unserem Debüt (1996) noch auf dem Postweg beantworten musste und fast täglich am Schalter anzutreffen war, ist es doch inzwischen um einiges bequemer.

Im Info Eures Labels stehen Festival-Termine im Sommer 2003 vermerkt. Wo und wie dürfen wir Euch live erwarten?

Bis jetzt stehen das Bretthart Open Air, das Tribute to Monsters Of Rock sowie das Newcomer Summer Event III, allerdings sind wir momentan noch am Abklären diverser anderer Open Airs, somit kommt sicher noch einiges dazu. Besucht einfach regelmäßig unsere Website auf www.theLanfear.com , die ist was Gigs betrifft immer aktualisiert.

Na dann wünsch ich Euch viel Erfolg für die Zukunft! Hoffentlich sieht man sich mal im "German Metal Battlefield".
Vielen Dank für’s Interview!


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