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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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STRYDEGOR
Von verträumten Blicken und hartem Geballer!
Axel Fichtmüller / Marc Fischer
www.facebook.com/StrydegorOfficial


Strydegor

Eigentlich wollten wir STRYDEGOR auf dem RUDE 2015 ja persönlich sprechen. Eigentlich hätte es ein Video mit den Jungs geben sollen. Eigentlich... Aber der RUDE-Interview-Fluch hat uns nach wie vor fest im Griff, wir sind der Blitz! Nichtsdestotrotz haben wir uns auch dieses Mal - wer kann sich nicht noch an Asphyx 2013 erinnern? - nicht lumpen lassen und kurzerhand das Gespräch auf digitalem Wege gesucht. Sänger und Gitarrist Flo des Mecklenburg-Vorpommerischen Todeskommandos stand bereitwillig Rede und Antwort, während wir bei den Antworten des Frontmanns den Fluch verfluchten.

Wie geht's euch, Wie läuft's? Wie verlief der Festivalsommer bisher für euch?

Super, danke der Nachfrage. Wir haben wieder ein festes Line-Up zusammen und starten mit neuer Kraft und einer Menge kreativer Ideen in die Zukunft. Der Festivalsommer verlief bei uns sehr übersichtlich - wir haben einige Festivals im Osten des Landes gespielt und der ein oder andere von uns hat es sich als Zuschauer auf größeren Szenefestivals gemütlich gemacht. Die Konzerte waren aber stets gut besucht und die Fans in bester Laune.

Ihr kommt ja aus einem eher ländlichen Raum, kennt kleine Kaschemmen mit wenig Publikum - etwas, was ihr ja auch in eurem Video "Rise Of Hel" auf die Schippe nehmt. Welchen Stellenwert hat das Touren für euch und wie geht ihr mit den wechselnden Bedingungen vor Ort um? Habt ihr da vielleicht besonders coole oder auch kuriose Geschichten?

Eine Tour ist ja immer etwas besonderes, wenn vier verrückte Nordmänner auf engstem Raum zusammengepfercht durch die Weltgeschichte fahren. Es macht Spaß, viele Clubs und Festivals zu sehen und dabei auf alte und neue Fans zu stoßen. Unser Ziel war es außerdem schon immer aus dem - wie du es nennst - ländlichen Raum namens Landeshauptstadt Schwerin auszubrechen. Besonders cool war in der jüngsten Vergangenheit unsere Tour durch Belgien und die Niederlande - heruntergerockte Clubs, durchdrehende Fans und dazu ein Hotelzimmer mit amerikanischen Sitcoms im Fernsehen. Aber wir sind so ein eingespieltes Team, dass es uns leicht fällt, uns auf die Situationen in den Clubs einzustellen und das zu tun, was wir am besten können - Musik machen.

Die Länge eurer Songs hat sich zwischen dem Debut und dem aktuellen "Enraged"-Album dezent nach oben hin verlängert? Wie kommt's? Habt ihr musikalisch inzwischen mehr zu erzählen?

Damals hatten wir einfach weniger Speicherplatz auf unseren Tonstudio-Festplatten - kleiner Scherz. Als wir damals anfingen mit STRYDEGOR, so 2007/2008, da waren wir mit 19 Jahren noch relativ engstirnig was Musik im Allgemeinen und auch den Einfluss auf unsere Songs im Speziellen anging. Alles was nicht "Metal" oder "Viking" oder "Death" war, war schon einmal uncool und Western Gitarren und Klargesang waren eher was für Lagerfeuerromantik, als für ein Death Metal Konzert. Mit der Zeit fängt man aber an, mit offeneren Augen und Ohren durch die Welt zu laufen und so war es einfach eine logische Entwicklung, dass auch immer mehr Einflüsse in unsere Musik mit reingespielt haben. Und die Kombination aus brachialem Death Metal und melancholischen Akustikparts liegt uns sehr gut. Vor allem live ein schöner Anblick; die verträumten Blicke zu sehen, wenn wir nach hartem Geballer die ruhigen Schnulzenparts auspacken.

Seit Anfang des Jahres habt ihr mit Daniel einen neuen Gitarristen und Immanuel einen neuen Schlagzeuger. Wie macht sich die neue Konstellation in Punkto Banddynamik und Liveperformance bemerkbar?

Mit Dan und auch mit Manu läuft es hervorragend - sie sind klasse Musiker ihres Fachs, kreativ und engagiert - und haben genauso viele dumme Sprüche auf Lager wie Clemens und ich (Flo). Außerdem sind sie in unserem Alter und haben, wie wir, bis auf ihre Arbeit bisher keine großartigen Verpflichtungen. Sie wohnen nicht sehr weit entfernt was es gerade in Hinsicht auf Proben und Songwriting sehr einfach macht. Ich bin sicher, dass sich durch die Jungs die Musik von STRYDEGOR noch weiter verschiedenen Einflüssen öffnen wird, ohne dabei großartig von unserem eingeschlagenen musikalischen Weg abzuweichen.

Im Gegensatz zu den großen Bands aus dem Genre (Amon, Unleashed) hat euer melodischer Ansatz trotzdem immer eine ordentliche Schroffheit und einen Oldschool-Charakter. Wie sah eure musikalische Frühbildung aus / was habt ihr am Anfang der Band für Mukke gehört, was waren eure ersten Einflüsse?

Strydegor

Ganz klar oben genannte Bands - nicht ohne Grund nannte man uns bis zum zweiten Album noch liebevoll "Meck-Pomm Amarth" - allerdings auch sehr nett, mit dieser Band in einem Atemzug genannt zu werden. Frühbildung haben wir bis auf ein wenig Musikschule hier und da nicht wirklich - jeder schnappte sich in Schultagen ein Instrument und man fing einfach an zu spielen. ACDC, Nirvana - scheißegal, Hauptsache es rockt! Allerdings stand für uns damals schnell fest, dass wir auf eine übergroße Anzahl an Instrumenten auf der Bühne keinen Bock haben, sondern eine Death Metal Band sein wollen. Der Oldschool-Charakter oder auch die Schroffheit resultiert daher, um der Welt zu zeigen - egal was ihr über uns sagt oder denkt - hier sind wir und uns werdet ihr nicht los. Aber wichtig für uns war trotzallem die Songs für den "Ottonormal-Metaller" zu gestalten, ohne dass er überfordert oder aber gelangweilt das Konzert verlässt. Was bringen einem die besten Taktbrüche und Melodiewechsel, wenn der Fan vor der Bühne nicht hinterherkommt, ohne jede Note vorher mit dem Taschenrechner auszurechnen.

Hel, Yggdrasil, Ragnarok, Midgard: Eure Texte nehmen starken Bezug zur Nordischen Mythologie. Woher stammt eure Faszination für das Thema?

Die Wikinger waren ja nicht nur räubernde Langhaarige auf der Suche nach Gold und Met, sondern es war eine eigenständige Kultur, die sich in unseren Breitengraden entwickelt hat und im Zentrum standen zunächst die Familie und die Natur. Und das ist auch ein Punkt, der uns in der Band verbindet. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern, wo es Unmengen an Seen, Wäldern und Wiesen gibt, da fällt es einem glatt schon schwer nicht von der Inspiration erfasst zu werden. Außerdem sind es spannende Geschichten in der nordischen Sagenwelt und wir versuchen Probleme der heutigen Zeit auf die damalige Zeit zu beziehen. Besonders auf dem Album "ENRAGED" ist es uns meiner Meinung nach sehr gut gelungen -denn leider sind Hass und Wut auch heutzutage noch überall auf der Welt präsent.

Wo geht's in der nächsten Zeit hin mit STRYDEGOR?

Für Ende 2015 sind noch einige Club-Konzerte geplant; größtenteils in Nord- und Ostdeutschland. Ich hoffe, dass wir 2016 wieder einen Abstecher in den Süden, Westen oder sogar Südwesten der Republik machen, um auch unsere Fans dort mit unserer Show zu begeistern. Ansonsten geht es Ende des Jahres ins Studio, zunächst für die Vorproduktion unseres 4. Albums. Aber nähere Informationen erhaltet ihr im Netz, wenn es so weit ist.
Unterstützt die Metalszene, kauft CD's und Merch und besucht Konzerte, denn nur so hat eure Lieblingsband die Möglichkeit am Ball zu bleiben - Liebe, Love, Peace und ich - geil!

Geil. Na dann bleibt uns nichts weiter übrig, als den Jungs alles Gute für diem Zukunft zu wünschen und dem geneigten Amon-Afficionado die deutschen Nordmänner wärmstens zu empfehlen. Alles geil! STRYDEGOR geil!

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