Navigation
                
19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
KELLY KEELING
Kein Rock'n' Roll Lifestyle mehr!
Martin Stark
www.kellykeeling.com


"Mind Radio", das zweite Solo-Album eines der unterschtztesten Hardrock-Snger dieses Planeten lie lange auf sich warten. Der Amerikaner, der u.a. bei BATON ROUGE oder auch MSG aktiv war, ist jedoch nicht unttig gewesen. Dabei wird aber auch offensichtlich, dass das raue Musikbusiness mit vielen Tourneen nicht fr jeden geeignet ist. Zu viele Verlockungen aber auch Entbehrungen bedeuten stndige Prfungen.

Kelly Keeling

Wie und wann ist "Mind Radio" entstanden? Im Vorfeld war zu lesen, dass du mit u.a. mit Lance Bullen (g) undJack Ponti (keys) von Baton Rouge Songs geschrieben hast. Das aktuelle Presse-Kit des Labels gibt aber lediglich italienische Musiker um Alessandro Del Vecchio an.

Wir haben mit Teilen der alten Baton Rouge-Besetzung eine zeitlang an brig geblieben Songs von damals gefeilt. Es sind auch ein paar fertiggestellt und teilweise auf diesem Solo-Album gelandet. Es hat aber als Band nicht funktioniert, auch wenn die Songs groartig wurden. Wir haben dennoch in den letzten Jahren ein paar Shows gespielt, aber die Chemie zwischen uns hat einfach nicht gestimmt. Keine Ahnung, ob sich das in Zukunft irgendwann ndern wird, aber aktuell gibt es die Band nicht. An einem bestimmten Punkt kam ich mit Alessandro Del Vecchio in Kontakt und war erst mal sehr positiv berrascht, als er vorschlug, etwas mit mir auf die Beine zu stellen. Er schickte mir ein paar Songs und die meisten davon und eben ein paar aus den Sessions mit Jack Ponti sind auf der Platte gelandet. Ich habe Alessandro persnlich kennengelernt und er versicherte mir ein groer Fan meiner Stimme zu sein, was mich erst mal aus den Latschen gehauen hat. Ich habe aber ehrlich gesagt ein wenig Bedenken das Material live zu prsentieren da die beteiligten Musiker so auergewhnlich gut waren und Alessandro einen klasse Job als Produzent hingelegt hat. Ich freue mich aber darauf! Ich achte mittlerweile viel mehr auf mich, fhle mich fit, habe im vergangenen Jahr einige Gigs gespielt und war an insgesamt fnf Alben beteiligt. Kelly Keeling

Von gewissen - sagen wir mal - Spannungen innerhalb der Band konnten sich Besucher des 2013er "Firefests" in Nottingham ein Bild machen, wirkte der Auftritt doch ab einem gewissen Zeitpunkt arg improvisiert und unrund!

Das war teilweise nicht gut und ich kann mich nur entschuldigen, aber es kam sehr viel zusammen. Ich war in keiner guten Verfassung, vor allem stimmlich, und dann kam ein langer Flug, wenig Schlaf und viele Leute, die auf einen einstrmten, hinzu. Demnchst spiele ich ein paar Shows mit Red Zone Rider in Brasilien, einem Projekt von Vinny Moore von UFO, bei dem ich singe. Ich habe das Gefhl, dass wir deutlich besser vorbereitet sind.

Doch zurck zur aktuellen Soloplatte. Die energische Power-Ballade "Love Will Tear Us Apart" klingt stark nach autobiographischen Elementen, richtig?

Ahes ist vor allem ein Liebeslied. Groe Gefhle, groe Tragdie, groe Probleme. Ich denke, dass jeder schon mal diese Prozesse durchgemacht hat und am Ende aus jeder noch so bescheidenen Situation gewachsen ist. Mir gefllt er sehr und er gehrt zu den Ponti-Nummern.

Du warst vor ein paar Jahren Teil des Trans-Siberian Orchestras und bist auch auf der Night Castle-Scheibe (2010) zu hren. Was macht deiner Meinung nach den riesigen Erfolg dieser Produktion aus, die in der Vorweihnachtszeit in den Staaten mit zwei Ensembles parallel meist zwei Shows am Tag in riesigen Arenen spielt?

Warum TSO so erfolgreich ist? Nun, ich denke weil die Menschen Weihnachten lieben. TSO liefert groe Gefhle, eine perfekte Illusion und nicht zuletzt einige der besten Musiker da drauen. Ich habe die Zeit bei ihnen sehr genossen, aber du musst topfit sein um diesen straffen Zeitplan einzuhalten und dann ist da noch die Tatsache, dass du lange von der Familie getrennt bist. Ich habe diesen Rock'n'Roll-Lifestyle viel zu lange praktiziert. Und irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich fr mich entschied, nicht mehr so lange am Stck unterwegs zu sein.

Du bist nun nach langen Jahren - genauer gesagt nach 15 Jahren und der zweiten Heaven & Earth-Platte - wieder mit einer Verffentlichung bei den Italienern von Frontiers gelandet. Verfolgst du eigentlich die Melodic-Szene?

Ehrlich gesagt hre ich praktisch kaum Musik, es sei denn ich bereite mich auf Konzerte vor und ich muss mir ltere Songs wieder drauf schaffen oder es stehen Plattenaufnahmen an. Und wenn, dann lege mal einen Klassiker der Beatles oder hnliches auf. Ich versuche das insgesamt sehr zu reduzieren. Hin und wieder spiele ich Solo-Shows nur mit Klavier und dann besteht das Programm hauptschlich aus Beatles-Covern. Hin und wieder liebe ich Kirchenchre oder gregorianische Musik allgemein. Irgendwann wrde ich gerne mal etwas Symphonisches in dieser Richtung machen.

Da drcken wir doch mal die Daumen!

<< vorheriges Interview
KING LEORIC - Langsam aus berzeugung!
nchstes Interview >>
ECLIPSE - Wollen mehr auf die Bhne!




 Weitere Artikel mit/ber KELLY KEELING: