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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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MORTHUS
Alles richtig gemacht!
Marc Fischer
www.facebook.com/MorthusMetal


Mit "Into Oblivion" haben MORTHUS gerade mal eine EP mit vier Songs verffentlicht. Und doch ist diese Scheibe so vielversprechend fr ein erstes Lebenszeichen quasi aus dem Nichts, dass ein paar Fragen unumgnglich wurden. Wir sprachen deshalb mit Snger Kharon Phormeus Inferorum und Lead Gitarrist Asgharoth Morthus Diaboli ber neue Erwartungshaltungen, Verwechslungsgefahren und wie wichtig die richtige Schublade in einer Schrankwand sein kann.

Morthus Morthus

Seit eurer EP und dem Release ist inzwischen mehr als ein halbes Jahr vergangen. Was knnt ihr im Nachhinein ber die EP sagen, hat sie eure Erwartungen erfllt?

Asgharoth: Im Nachhinein betrachtet hat die EP ihren anvisierten Zweck voll und ganz erfllt. Ich wrde sogar soweit gehen zu sagen, wir haben mit der EP mehr erreicht, als wir eigentlich erreichen wollten. Damals hatten wir entschieden, dass wir als Band nun endlich mal etwas verffentlichen mssen, wir waren ja nun schon seit einigen Jahren (mit massiven Hindernissen und Rckschlgen) am werkeln und konnten physisch immer noch nichts vorweisen, das hat uns alle ziemlich genervt. Insofern kann man sagen, der Zweck der EP war es, der "Welt" zu zeigen hier sind wir und das machen wir. Dass natrlich dadurch auch bei verschiedensten Leuten, auch aus den verschiedensten Lndern, Erwartungen an ein Debt-Album oder allgemein weitere Verffentlichungen geweckt wurden, ahnte damals von uns niemand. Auch die Reaktionen, die wir fr die EP bekommen haben, haben uns (mich auf jeden Fall) mehr als berrascht. Dass unsere Musik (auch international) so gut ankommt, hatte im Studio niemand von uns auf dem Schirm. Aber es ist fr uns als Musiker natrlich auch eine Art der Besttigung, dass die Musik, die wir machen, den Leuten gefllt.

Wie steht ihr selbst nach der vielleicht verflogenen Euphorie inzwischen zur Platte? Oder trgt die Euphorie euch noch bis heute? Httet ihr im Nachhinein vielleicht etwas anders gemacht?

Kharon: Natrlich nimmt man mit der Zeit die eigene Platte deutlich distanzierter wahr, aber so ganz ist die Euphorie natrlich auch noch nicht weg. Im Nachhinein betrachtet kann man sicherlich immer sagen, dass dieses oder jenes noch besser geht. Und das ist auch hier der Fall... Fr das kommende Album knnen wir zumindest so viel verraten: Es wird noch eine Schippe oben drauf gelegt werden!

Die Rezensionen waren euch durch die Bank weg positiv zugetan. Merkt man dann so etwas wie eine gesteigerte Erwartungshaltung gegenber einer neuen Verffentlichung? Ist man quasi in einer Bringschuld? Nimmt man die Rezensionen auch zum Anlass, an Kritikpunkten zu arbeiten?

Kharon: Definitv ja (zu allen drei Fragen^^)! Nach einem ordentlichen Start kann man natrlich nicht einen Gang herunterschalten im Gegenteil! Mit "Into Oblivion" haben wir klanglich und qualitativ gezeigt, in welche Richtung es bei uns geht. Und jetzt sind wir in der Tat in der Bringschuld, diesen ersten Eindruck weiterhin aufrecht zu erhalten. Aber gerade dieser Druck treibt uns an. Das Thema Kritik bei Rezensionen ist relativ. Zu positive Bewertungen sind zwar erstmal schn, bringen einen aber nicht wirklich voran. Aber sowohl positive als auch negative Kritik nehmen wir gerne an. Das hilft einerseits, die bisherige Richtung beizubehalten und andererseits, den Kurs doch noch um ein feiner zu justieren.

Was ist eure Inspirationsquelle, wo holt ihr euch Ideen her? Wie verluft der Songwriting-Prozess bei euch?

Kharon: Die meisten Songideen entstehen in Einzelarbeit verschiedener Bandmitglieder. Sobald die Ideen dann etwas gereift sind, werden sie erst einmal wieder auseinander genommen und etwas verndert zusammengesetzt. Was dann dabei herauskommt, sind meist die fast fertigen Songs. Meist zeitgleich entsteht das inhaltliche Rahmengerst, so dass auch die Lyrics nie besonders lange auf sich warten lassen. Und schlielich gibt es dann noch etwas Feintuning, hier ein Drum-Fill, da ein Scream,

Asgharoth: Bei uns entsteht also quasi zuerst die instrumentelle Struktur bis hin zum kompletten Song und dann kommen die Lyrics dazu. Alles wird aufeinander abgestimmt und dann ist der Song meistens auch schon fertig. Hin und wieder kommt es allerdings auch vor, dass fertige Songs nach einiger Zeit teilweise wieder zerlegt werden, weil irgendwer mit einer Idee daherkommt, wie man den konkreten Song noch besser machen kann. Bei uns herrscht quasi nie Stillstand. :)

Gab es zufllig schon mal Kontakt mit den polnischen Morthus? Kennt man sich? Wusstet ihr um die Problematik mit dem Namen?

Kharon: Wirklichen Kontakt hatten wir mit den Jungs bisher nicht. Allerdings kam es schon zu einigen Verwechslungen Auf einmal heien wir Pavel, Dominik usw., sind Polen und kommen aus Thringen. hnlich amsant war das Auffinden von "Into Oblivion" auf irgendeiner russischen Filesharing Seite: Unser Artwork, "Location: Finnland" und der Facebook-Link unserer polnischen Namensvetter.

Asgharoth: Als ich Mitte/Ende 2011 mit dem Namens-Vorschlag "Morthus" bei meinen Bandmates vorsprach, hatte ich natrlich im Vorfeld smtliche Internetquellen gescannt, ob es nicht bereits irgendwo eine Band mit diesem Namen gibt. Das war zu der Zeit nicht der Fall. Wre dem so gewesen htte ich zhneknirschend den Vorschlag wieder verworfen. Ob es unsere polnischen Kollegen zu diesem Zeitpunkt bereis gab oder sich einfach im Internet noch nicht verffentlicht hatten, vermag ich nicht zu sagen, jedenfalls hatten wir am Anfang mit groen Schwierigkeiten zu kmpfen, deren Erklrung an der Stelle zu weit fhren wrden, so dass die polnischen Morthus einfach schneller mit ihrer medialen Prsenz waren. Rckwirkend betrachtet ist es natrlich nicht unbedingt toll, da es doch zu Verwechslungen fhren kann, was im Endeffekt niemandem weiterhilft. Natrlich muss man jetzt schauen, wie sich das in Zukunft darstellt und ob man bzw. wir irgendwelche Konsequenzen daraus ziehen muss, weil schlecht sind unsere polnischen Namensvetter keineswegs.

Morthus Morthus

Stilrichtung "Blackened Melodic Death Metal", ein Genre womit sich derzeit viele Bands gerne labeln. Was macht diese Stilrichtung oder Einordnung in eine ganze Kommode fr euch aus?

Asgharoth: Mh, ich wrde das jetzt nicht unbedingt als Kommode bezeichnen, wobei der Begriff trotzdem natrlich nicht von der Hand zu weisen ist, treffen doch hier einige Genres aufeinander. Natrlich kann im Vorfeld niemand sagen, in welche Schublade man von den Hrern oder der Medienlandschaft gesteckt wird, trotzdem haben wir uns gesagt, unter irgendeiner Flagge muss der Kahn ja segeln. Black Metal wollten wir nicht, da wir eben keinen klassischen Black Metal machen, Death Metal auch nicht, da wir eben zu blackig sind. Wir wussten nur, es muss "Melodic" mit rein, da wir sehr melodis fixiert sind und die Melodien tragende Elemente in unserem Sound sind. Irgendwann haben wir uns auf eben diesen "Blackenend Melodic Death Metal" verstndigt, da es unserer Meinung nach die beste Beschreibung fr das ist, was wir machen. Moderner, melodiebetonter Black Metal mit guten Elementen aus dem Death Metal, wobei der Anteil des Black natrlich hher ist oder zumindest sein soll. Und wie gesagt, irgendeinen Namen muss das Kind ja haben :)

Gibt es schon was Neues von euch? Worauf darf man sich in Zukunft bei euch gefasst machen?

Asgharoth: Etwas Neues gibt es bei uns eigentlich nur in der Form, dass wir eine Menge neuer Songs geschrieben haben und dementsprechend auch bald ins Studio gehen um unser Debt-Album aufzunehmen. Leider sind wir damit schon einen Monat in Verzug, was mich persnlich nervt, aber wie immer bei uns kamen diverse Dinge dazwischen, welche sich unserer Kontrolle entzogen. Dennoch denke ich, werden wir sptestens Ende Juli im Studio sein, so dass der geplante Release-Termin im Herbst durchaus noch zu schaffen ist. Dass wir diesbezglich die Qualitt noch einmal steigern wollen, hat Kharon ja bereits angesprochen und ich bin mir sicher, dass dieses Album richtig gut ankommt. Weitere News gibt es hinsichtlich unserer Live-Auftritte, da wird es in diesem Jahr und auch zu Beginn 2016 noch einige geben. Eine Homepage Inklusive Merchandise Shop ist auch derzeit in Programmierung (Kharon macht's mglich) und wird dieses Jahr noch online gehen. Im Moment steht zwar schon die Domain (www.morthus.com), jedoch wird man da noch auf unsere Facebookpage verlinkt. Aber ich denke, das dauert nicht mehr lang :)

Kein Stillstand und viele Neuigkeiten in der Warteschlange. Nicht nur, dass MORTHUS den Schwung mitnehmen wollen, die Band wei auch sehr genau, was sie will und was es dafr braucht. Wir sind ziemlich sicher, dass wir in nchster Zeit noch einiges aus Gera hren werden. Und damit ist nicht nur ein neues Album gemeint.

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