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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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OBSCURE INFINITY
Rundgelutscht!
Marc Fischer
www.facebook.com/obscureinfinitygermany


Death Metal aus deutschen Landen erfreut sich seit einiger Zeit recht groer Beliebtheit. OBSCURE INFINITY, seit 2007 schon dabei, gehren jedoch nicht zu der Sorte, die bisher viel Beachtung erfahren hat. Mit dem neuen Album "Perpetual Descending Into Nothingness" knnte sich dies nun ndern, dabei macht die Band eigentlich nicht viel anders, als vorher. Wir sprachen mit Gitarrist Stefan ber Stilfragen, Szenezusammenhalt und die Motivation, besser als alle anderen zu sein.

8,5/10 im Rock Hard, im Soundcheck auf Platz 6, 8/10 im Deaf Forever, im Ranking auf Platz 7, 13/15 im Legacy, im Ranking auf 8. Luft bei euch?

Haha, ja wir knnen uns zurzeit echt nicht beklagen. Das Album kam bei der Presse wirklich sehr gut weg und auch die Reaktionen der Hrer sind mehr als positiv. Das ist fr uns natrlich eine fantastische Besttigung, denn als wir an den Liedern arbeiteten und sie spter aufnahmen, waren wir schon davon berzeugt, dass wir da was richtig Gutes erschaffen haben.

Obscure Infinity

Wie lief der Songwriting-Prozess zu "Perpetual Descending Into Nothingness" ab? Auf eurer Internetseite sind die letzten Konzerte von 2013. Habt ihr seither mit dem Schreiben der neuen Songs angefangen?

Ja genau, unser letztes Konzert war auf dem Kill-Town Death Fest 2013 in Kopenhagen. Danach haben wir eine Livepause eingelegt. Einerseits wollten wir uns voll und ganz auf das neue Material konzentrieren und andererseits hatten wir ja auch keinen Drummer mehr fr den Liveeinsatz. Viele Songs standen zu dem Zeitpunkt aber schon und einige sind noch dazugekommen in der Zeit bis zum Studiobesuch. Wir haben dann Ende 2013 / Anfang 2014 Demos von jedem Song in unserem Proberaum aufgenommen, um noch besser an den Stcken arbeiten zu knnen. Gerade, wenn es um das Setzen der Gesangsparts ging, halfen diese Prerecordings wirklich ungemein.

Welchen Stellenwert haben beim Ergebnis der neuen Scheibe die Noiseschmiede Lahnstein als auch das Studio "Temple Of Disharmony" sowie die Mitarbeit von Patrick Engel?

Beide Studios haben definitiv einen sehr groen Stellenwert, was die Qualitt dieses Albums betrifft. Zum einen wre da die Noiseschmiede in Lahnstein, in der das Album aufgenommen wurde. Wir hatten einen kompletten Monat Zeit, um zwlf Songs plus Intro aufzunehmen. Letztendlich haben wir acht Songs aus den zwlf aufgenommenen Stcken ausgewhlt. Genug Zeit, um auch an kleinen Details zu arbeiten, Sachen auszuprobieren und die Musik auf sich wirken zu lassen. Und das in einer total lockeren, aber ungemein produktiven Atmosphre. Und zum anderen Patrick W. Engel, der sich wirklich total ins Zeug gelegt hat und mit vollem Enthusiasmus bei der Sache war. Er hat sich wirklich viel Zeit fr den Mix jedes einzelnen Songs genommen und hat eine Menge Geduld mit uns bewiesen. Und mit dem Endresultat sind wir wirklich vollkommen zufrieden.

Welchen Einfluss hatten die Line-Up Wechsel von 2012 (Sascha an der Gitarre fr Flo, O. am Schlagzeug fr Oli) fr das neue Album? Gab es neue Herangehensweisen, neue Einflsse oder andere Ideen, die die Beiden mit in die Band gebracht haben?

Der Line-Up Wechsel hatte einen immensen Einfluss auf das neue Material. In der neuen Besetzung sind wir mit vollem Tatendrang, mit frischen Ideen und mit Visionen vorgegangen. Hier war wirklich ein Kollektiv am Werk, fr das Musik alles darstellt und nicht nur ein Hobby. Und auch was die handwerkliche Umsetzung am jeweiligen Instrument betrifft, so bin ich wirklich berglcklich ber diesen Line-Up Wechsel.

Das Gesamtpaket aus Sound, Artwork und Songs wirkt auf mich sehr authentisch. Bei vielen Bands im Todesblei-Segment hat man heute hufig das Gefhl, dass zwar "Old School" drauf steht, das aber nicht mehr als eine Art Label ist, um in der richtigen Schublade zu stecken. Wie steht ihr zu dieser Etikettierung und dem inflationren Gebrauch des Prdikats Old School Death Metal?

Am Ende sollte jede Band die Musik machen, worauf sie Bock hat. Als Hrer geht es mir da aber genauso wie dir. Es gibt schon Bands, wo ich mir auch denke: Was hat das hier noch wirklich mit traditionellem Death Metal zu tun? Aber ich hre es mir dann halt einfach nicht an, egal welcher Hype darum betrieben wird. Mir geht es in der Musik darum, dass Bands mit vollem Herzblut bei der Sache sind. So Kaspertruppen mit ihren Plastikproduktion und geflligen, rundgelutschten und massentauglichen Songs, so was untersttze ich halt nicht. So einfach ist das.

Wie kam die Zusammenarbeit mit dem spanischen Knstler Juanjo Castellano zustande, der ja auch bereits fr andere Death Metal-Bands wie Revel In Flesh, Vomitory oder Bodyfarm das Artwork entwarf?

Ja, genau. Wir kannten seine Arbeiten fr Revel In Flesh, Reckless Manslaughter und anderen und waren absolut begeistert. Daher erschien es logisch, ihn einfach mal zu fragen, ob er Interesse an einer Zusammenarbeit hat. Und auch diese Wahl erwies sich als goldrichtig...ich meine, schau dir das Cover an. Wir htten uns kein cooleres Artwork fr unser Album wnschen knnen!

Ihr habt bereits vier Verffentlichungen via Split-Alben. Sind diese eher kleinen Verffentlichungen gut, um im Gerede, Gedchtnis zu bleiben? Oder warum diese steten Kollaborationen?

Split Singles sind fr uns eine Sache des Szenezusammenhalts. Es ist einfach ne coole Sache, mit befreundeten Bands eine gemeinsame Verffentlichung zu machen. Das steht fr uns im Vordergrund. Natrlich hat so eine Split-Verffentlichung auch den Vorteil, dass man den Leuten in Erinnerung bleibt und auch neue Hrer erreicht.

Wie wichtig war, oder was bedeutete der Wechsel, auch im Bezug auf das neue Album, von Obscure Domain Productions zu F.D.A. Rekotz? Wie gro ist der Unterschied zwischen beiden Labels?

Beides sind coole Labels. Ich mchte da gar keine wirklichen Vergleiche anstellen. Ich mchte auch noch mal betonen, dass es nie rger zwischen uns und Obscure Domain gab. Wir verstehen uns auch heute noch blendend mit Hacker und Snke (Dirk Hacker und Snke Tober, Obscure Domain, Anm.). Wir sind den beiden fr alles dankbar, was sie fr uns getan haben. Die beiden sind echte Death Metal Maniacs, die dieses Label aus purer Leidenschaft betreiben und die schon ultralange aktiv sind in der Szene. Wir waren halt irgendwann an einem Punkt angelangt, an dem wir einfach neue Wege beschreiten wollten. Wir sahen und sehen in F.D.A. einfach mehr Mglichkeiten fr uns und Hacker und Snke verstehen unsere Entscheidung auch. Rico (Rico Unglaube, F.D.A. Rekotz, Anm.) ist ebenfalls schon sehr lange ein Teil dieser Szene und er hat sein Label durch harte Arbeit zu einer der Topadressen in Sachen Death Metal gemacht. Wir sind sehr zufrieden, wie bei F.D.A. unser Album promotet und den Leuten zugnglich gemacht wird.

Obscure Infinity

OBSCURE INFINITY wird eigentlich schon seit dem Debt-Album "Dawn Of Winter", teils sogar schon seit der Demo "Into The Depths Of Intinity", nicht nur positiv aufgenommen, sondern teilweise mit Lob berschttet. Wie geht man mit den immer gesteigerten Erwartungshaltungen von Album zu Album seitens der Fans, oder auch der Medien um? Fhrt das auch zu Drucksituationen?

Haha, das ist schon lustig, dass du so ein Bild von uns hast. Ich sehe das komischerweise ganz anders. Wir als Band waren weder vom Glck verfolgt noch haben wir je was geschenkt bekommen. Als "Dawn Of Winter" rauskam, gab es noch nicht diesen German Death Metal Boom. Die Scheibe stie auf positive Reaktionen, aber als dann diese Welle an Verffentlichungen deutscher Death Metal Bands da war, geriet das Album schon etwas in Vergessenheit. "Putrefying Illusions" war dann fr uns ein Totaldesaster. Die Platte hat denke ich nicht viel Aufmerksamkeit seitens der Hrer bekommen. Vielleicht stelle ich es jetzt auch berspitzt dar, denn genaue Verkaufszahlen kenne ich nicht. Um so was wie Verkufe haben wir uns nie wirklich gekmmert. Gut, zu diesem Album muss man natrlich auch sagen, dass der Sound wirklich nicht der beste ist. Auch wir mssen gestehen, dass uns der Sound der Platte sehr strt. Die Songs sind wirklich gut, aber der schlechte Sound macht viel kaputt. Klar, fr manche hat die Platte gerade deswegen diesen Ende Achtziger / Anfang Neunziger Charme, aber das war definitiv so nicht beabsichtigt. So was wie Druck haben wir nie versprt, eher das Verlangen, den Leuten zu zeigen, dass wir verdammt gut sind und wir es nicht ntig haben, uns vor anderen Bands verstecken zu mssen.

Wie ist der weitere Weg, was sind die nchsten Plne von OBSCURE INFINITY?

Wir wollen wieder vermehrt live aktiv werden. Wer also Interesse hat und Konzerte veranstaltet, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Als erstes Konzert nach eineinhalbjhriger Bhnenabstinenz steht Limburg an der Lahn auf der Liste. Dort findet am 28.02.15 ein Gedenkkonzert fr einen Freund von uns statt, der leider letztes Jahr gestorben ist. Wir wrden uns ber zahlreiche Besucher freuen! Mit dabei sein werden Wound, Eraserhead und Bronson A.D., also Termin vormerken und hinkommen! Ansonsten stehen noch einige Split Verffentlichungen an. Im Februar soll eine 7" mit Funeral Whore rauskommen. Es ist auch schon eine Four-Way 12" Split in der Mache. Vier Bands mit jeweils einem neuen Song. Das Teil wird saucool. Das Artwork dafr ist auch schon fertig und es ist einfach der Hammer. Macht euch auf was gefasst!

Ich danke euch fr eure Zeit und euer Interesse, Jungs!

Wir danken dir fr dein Interesse! Danke an alle, die uns bis hierher untersttzt haben!!!

Stillstand ist ein Fremdwort im Hause der Westerwlder und es sieht so aus, als fahren OBSUCRE INFINITY die Lorbeeren fr ihre stetige Arbeit ein. Dass man dabei zufllig auf einen vorbeifahrenden Zug aufspringt, kann ihnen am Ende niemand vorwerfen, schlielich ist die Band sich und ihren Idealen lediglich treu geblieben. Und das ganz ohne Trendsetting oder Anbiederei.

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