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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ODIUM
geben mächtig Gas!
Thorsten Dietrich
www.odium-metal.de/


Die Hessen Odium sind seit 20 Jahren im Underground am Werkeln und haben nun seit einiger Zeit ein Label, eine stabile Besetzung und spielen oft live. Nach zwei guten Studioalben war es an der Zeit mit Frontmann Ralf Runkel zu sprechen, der hier glücklicherweise kein Blatt vor den Mund nimmt!

Odium

Euer neues Album ist das zweite Werk für ein Label und erscheint im zwei Jahresrhythmus, wie schwer war das für eine Hobbyband von Berufstätigen?

Nunja, eigentlich hat es nichts damit zu tun, dass wir bei einem Label unter Vertrag stehen. Diesen Anspruch etwa alle 2 Jahre ein neues Album zu veröffentlichen haben wir uns selbst auferlegt. Mal sehen wie es weitergeht.

Was wollt ihr mit dem Titel und dem düsteren Artwork (Sind das Korkenzieher??) von The Science Of Dying ausdrücken?

Das Artwork entstand in Zusammenarbeit mit einer bislang wenig bekannten Fotografin Namens Ute Ruhmann und diese von Dir so liebevoll „Korkenzieher“ genannten Dinge auf dem Cover sind Folterwerkzeuge aus dem Mittelalter. Dabei handelt es sich um Mundspreizer. Ziemlich fiese Methode jemandem sprichwörtlich den Mund zu öffnen. Der Hintergrund ist bei genauerem Hinsehen ziemlich Überraschend: Es sind Aufzeichnungen von Leonardo da Vinci. Dieser hat nämlich tote Menschen seziert um etwas über die Beschaffenheit und Funktionsweise des Menschlichen Körpers herauszufinden. Quasi einer der ersten die sich der Wissenschaft des Todes (The Science Of Dying“ widmeten. In den meisten Texten geht es um den Tod, das sterben oder Umstände die zum Tode führen. Daher auch der Titel „The Science of Dying“.

Interessant! Ich finde euer Album ist sehr abwechslungsreich und nicht nur Thrash geworden, sogar im Gesang hat sich einiges getan. Wie siehst du das und wie kam es dazu?

Es findet natürlich immer wieder eine Entwicklung der Band zwischen zwei Alben statt. Die wohl entscheidendste Entwicklung seit den Aufnahmen zu „Beautiful Violence (2012)“ war mit Sicherheit die Tatsache mit Jan Heusel endlich wieder einen festen Drummer in der Besetzung zu haben. Das viele Touren und die ganzen Live Erfahrungen haben auch einiges dazu beigetragen, das sich das Album wesentlich runder anhört. Meiner Meinung nach wohl der am besten gelungene Schuss in unserer bisherigen Laufbahn. Und seit dem 17.12. sogar ganz offiziell als Gatefold Vinyl erhältlich.

Das ist ja cool. Mit Paul Di' Anno habt ihr schon viele Gigs gespielt und spielt sie noch, war es da logisch ihn als Gast zu haben auf einem Song? Ist übrigens gut gelungen!

Danke! Ich werde es Ihm sagen (lacht)! Logisch war es nicht, aber es war ein Traum. Besonders für unseren Gitarristen Rochus, der seit er mit Metal in Berührung kam ein Riesen Maiden Fan (und extremer Sammler) ist. Nachdem wir mehrmals mit Paul auf der Bühne standen und uns auch hinter der Bühne mit Ihm gut verstanden konnten wir eines Abends in einer ruhigen Minute mit unserer Idee gemeinsam einen Song einzuspielen um die Ecke kommen. Als er „Ja“ sagte war die Freude groß und dann haben wir den Song für Ihn geschrieben.

Als ewige Undergroundband mit massig Veröffentlichungen, habt ihr da mal nachgedacht die besten Lieder mit gutem Sound zu einer dritten CD zu verwursten?

Wir haben eine EP auf den Markt gebracht und zwar „ Just a crisis“ ansonsten gibt es noch 7 Full Length Alben und ein Demo. Wir denken seit geraumer Zeit darüber nach, aber es kommt doch meist anders als erwartet. Womöglich werden wir in Naher Zukunft ein Digipak veröffentlichen. Bis zum nächsten regulären Album ist ja noch Zeit!

Spielt ihr live eigentlich eher die letzten beiden Alben oder querbeet, als Opener hat man nur höchstens ne 3/4 h?

Wir spielen einen Querschnitt aus 22 Jahren ODIUM. Auch wenn wir nur 45 Minuten Zeit haben versuchen wir dem Zuhörer klar zu machen wie groß unsere Bandbreite doch ist. Dafür gibt es eben keine oder nur kurze Ansagen von mir. Wir finden es wichtiger Musikalisch zu überzeugen. Die Show dazu ist natürlich noch ein Bonus unsererseits !

Neben der Musik, Familie , Job und Arbeit machst du nun auch noch ne Radiosendung, Wie kann ich mir das vorstellen, pushst du auch deine Band und wo läuft das Ganze?

Es handelt sich um einen Online Radiosender ( www.radiomkw.de )und ich mache meine Sendung alle 14 Tage. Ich spiele ODIUM nur auf Wunsch. Sonst könnte man mir nachher noch nachsagen ich würde mir Vorteile verschaffen. Im Gegenteil: Ich versuche Nachwuchsbands, die es schwer haben Gehör zu finden ,eine Plattform zu bieten. Leider hat es sich noch nicht herumgesprochen und so muss ich mit sehr wenig Demo Material und sehr viel Mainstream Metal meine 2,5h Sendung ausfüllen. Bemusterungen können Banmds gerne an ralf.runkel@radiomkw.de senden. Bitte nicht vergessen: Eine schriftliche Sendefreigabe beizufügen!

Odium

Also Undergroundbands, da ist mal wieder eine Chance. Früher habt ihr das vom Billing und Charme coole „Rock im Schroth“ Festival gemacht, das ist aber wegen Ärger und Zuschauermangel wie ich höre eingestellt. Ist es schwer als Band an Gigs zu kommen, auch wenn man wie ihr wohl ganz gut in dem Metier seid?

Wir sind in der glücklichen Lage schon zu den „bekannteren“ Undergroundbands zu gehören. Veranstalter die bereits mit uns gearbeitet haben greifen schon ganz gerne mal auf uns zurück und so können wir voller Stolz auf Auftritte mit z.B. Obituary, Destruction, Rage oder auch unsere Helden von Tankard zurückschauen. Zum „Rock in Schroth Festival“: Es entstehen immer mehr kleine Festivals und die Leute sehen sich einem Überangebot an Veranstaltungen gegenüber. „Rock in Schroth“ gab es 17 Jahre und selbst mit Headlinern wie AXXIS und WIZARD konnten wir nicht genügend Zuschauer begeistern um die Kosten vollends zu decken. Dazu kommt erschwerend, dass das Festival ein reines BENEFIZFESTIVAL war. Alle Einnahmen gingen zugunsten des Malteser Hilfsdienstes Hasselroth e.V. Wenn dann sogar der Verein ein Fettes Minus schreibt, muss man den Tatsachen ins Auge sehen!

Seid ihr mit eurem Status und wie es im Moment läuft zufrieden und was sind eure Pläne und Bandwünsche für 2015?

Momentan gibt es nichts zu meckern! Derzeit bereiten wir unsere Tour für März 2015 vor. Im Herbst sind wir wieder in Holland und vielleicht überraschen wir unsere Fans ja doch noch mal mit einem „Schmankerl“. Auf alle Fälle wünschen wir uns für 2015, dass wir alle Fans Gesund und Munter wieder sehen! 2 oder 3 größere Festivalshows wären schön.

Im Moment ist die Szene von Retro Rock und sogenannten Old school Bands in der Hand, Underground heißt es überall - ihr seid es immer gewesen. Nervt euch das, oder helfen euch diese Trends?

Also uns als Band macht das nichts aus. Mich persönlich nervt dieses Zeug. Wer mir erzählen will das BLUES PILLS auch nur ansatzweise was im Heavy Metal Bereich zu suchen hat, der hat bei mir verloren. Ich kann es auch nicht verstehen, dass solche Bands auf Metal Festivals spielen. Das ist Hippie Musik! Wenn ich sowas hören will, dann bevorzuge ich die Originale wie Jimi Hendrix oder die ganz alten Black Sabbath Alben.. DIE hatten wenigstens noch STIL !

Da hat der Ralf 100 % Recht und steht mit dieser Meinung sicherlich nicht alleine da. Wollen wir mal hoffen, dass Odium ihren Weg nun erfolgreich weiter gehen.



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