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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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MAXXWELL
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Peter Hollecker
www.maxxwell.ch


Maxxwell, die Riffrocker aus der Schweiz haben sich seit ihrer Gründung dem traditionellen Hardrock verschrieben. Seitdem stehen zwei Alben sowie eine EP zu Buche. Die waren auch allesamt nicht von schlechten Eltern, doch auch in so einem kleinen Land wie der Schweiz ist die Konkurrenz groß. Gotthard, Shakra und Krokus marschieren vorweg und da ist es schwer, trotz vorhandener Qualität den Sprung in die Elite zu schaffen. Dazu kam, dass Maxxwell vor kurzem der Sänger von der Stange ging. Doch Verzagen gilt nicht und so ist jedes Ende zugleich auch ein Neubeginn. Und wer weiß, vielleicht ist gerade bei Maxxwell der neue Shouter der große Glücksgriff gewesen, denn Gilbi Meléndez verfügt über eine grandiose Stimme, wovon sich die Fans von Michael Schenker zur Zeit gerade überzeugen können. Außerdem brachte er eine gehörige Portion mehr Dreck in viele der neuen Songs. Ich traf Gitarrist Cyril Montaphon kürzlich in der Nähe von Köln, wo er mir zuerst einmal den Wechsel am Mikrophon erklärte, aber auch weitere interessante Details über Maxxwell mitteilte!

Es war so, daß Nobi und wir uns einfach in verschiedene Richtungen entwickelt haben. Er kommt aus dem progressiven Bereich, den wir zwar auch hören, jedoch nicht mit Maxxwell machen wollen. Dazu kam, dass Nobi nicht so viel Zeit in die Band investieren konnte und wollte wie die anderen. Diese Zeit brauchen wir aber, um unsere Band langsam bekannter zu machen und zu etablieren. Außerdem ist er letztes Jahr stolzer Vater geworden und er will logischerweise viel Zeit mit seiner Familie verbringen, wofür wir vollstes Verständnis haben. So waren wir gezwungen, eine Entscheidung zu treffen, die letztendlich nur so aussehen konnte, denn wir haben uns zusammengesetzt und die Dinge ganz sachlich betrachtet. Doch wir bleiben mit dem Nobi weiter freundschaftlich verbunden, ganz klar.

MAXXWELL

So habt ihr "Tabula Rasa" gemacht und auch deshalb so das neue Album genannt. Und das sprüht förmlich nur so vor Energie. Da sind jetzt viel mehr Metal-Elemente zu hören und die Stimme des Neuen bläst einem die Gehörgänge frei. Beschreibe doch mal euren Frontmann und wie er sich in der kurzen Zeit schon einbringen konnte.

Ja, der Gilbi ist ne Rock'n' Roll-Sau vor dem Herrn, der will den ganzen Tag lang nur Musik machen, haha! Von daher haben wir einen Joker gezogen. Jedenfalls ist er in Venezuela geboren und im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern in die Schweiz gezogen. Er hat aber beide Staatsangehörigkeiten. Hier in der Underground-Szene ist er schon bekannt, er sang vorher in einer kleineren Metal-Band. Vor etwa zehn Jahren sind wir uns schon mal über den Weg gelaufen und als er dann hörte, dass wir einen Sänger suchen hat er mich angesprochen. Tja, und im ersten halben Jahr musste er am meisten von uns arbeiten, denn das Musikalische fürs neue Album war alles schon fertig, das haben wir im letzten Sommer, also mittlerweile schon vor einem Jahr gemacht. Es fehlten nur noch ein paar Texte und die Gesangslinien. Er hatte dann die undankbare Aufgabe, auf die schon fertigen Songs seine Gesangslinien und Texte noch drauf zu packen. Undankbar deshalb, weil er wenig Spielraum hatte, denn wir konnten zu dem Zeitpunkt nicht nochmal ins Studio gehen, um Sachen eventuell neu einzuspielen. Aber er hat das alles hervorragend gemeistert!

Ist er der Grund, dass "Tabula Rasa" ne ordentliche Portion härter als die Vorgänger klingt?

Vielleicht ein bisschen, durch seine Metal-Stimme bedingt. Aber grundsätzlich wäre das Album auch ohne ihn so geworden, denn wie ich bereits erwähnte, war die Musik schon fertig, bevor Gilberto zu uns stieß. Es war einfach so, dass wir einfach mal die Sau rauslassen wollten und nur das tun, worauf wir Lust hatten. Aber es ist ja nicht so, dasswir auf dem Album nur drauflos knüppeln, ein paar ruhigere Momente sind ja auch durchaus vorhanden. Aber, und da gebe ich dir recht, wir sind jetzt viel breiter aufgestellt, obwohl es immer noch unverkennbar Maxxwell ist. Ein sehr guter Indikator ist meine Freundin. Die hatte vorher immer so ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln. Dieses mal war sie vollkommen einverstanden, was für mich ein Zeichen dafür ist, dass es voran geht.

MAXXWELL

Ihr habt sogar einen Song mit einem Rapper aufgenommen!

Ja, warum auch nicht? Passt doch hervorragend. Der Polemikk ist ein Bekannter vom Gilberto und wir haben es einfach mal ausprobiert um zu hören, ob sowas tatsächlich funktionieren kann. Ich mag zum Beispiel auch die Musik von H-Blockx, die ja auch mit verschiedensten Sounds und Styles spielen. Und "Backstabber" klingt meiner Meinung nach super!

Da stimme ich dir zu, was für das komplette Album gilt. Ich hoffe, dass euch eure Freunde von Shakra nicht böse sind, dass ihr ihnen einen genialen Sänger vor der Nase weggeschnappt habt.

Haha, nein, bisher habe ich noch nichts in dieser Richtung gehört. Wie du weißt, sind wir mit Shakra sehr gut befreundet und ich bin sicher, dass auch sie einen guten Nachfolger für John Pakresh finden, sie kennen diese Situation schließlich. Vielleicht können wir nächstes Jahr dann wieder gemeinsam auf Tour gehen, wäre jedenfalls schön. Und bis dahin halten wir die Schweizer Fahne eben hoch. Wir haben ja noch Krokus und Gotthard, die allerdings immer noch auf einem anderen Level stehen. Aber wir wollen den Abstand zu ihnen wenigstens verkürzen.

Das sollte euch mit diesem Album ganz sicher gelingen! Und da ist ja auch noch die kommende Tour mit Michael Schenker.

Ja, das stimmt natürlich, darauf sind wir auch ganz schön stolz, dass uns das gelungen ist. Michael ist ja regelrecht Kult und für unseren Hef (Leadgitarrist-Anm. des Verf.-) war er ein großer Einfluß. Daß er jetzt mit Schenker die gleiche Bühne teilen und für ihn anheizen darf ist schon was Besonderes, da erfüllen sich Kindheitsträume. Leider sind es nur fünf Konzerte in Deutschland, der Rest ist im übrigen Europa, denn wir wollen unser Hauptaugenmerk schon zu euch ausrichten. Ich bin der Meinung, daß ihr in Deutschland ein begeisterungsfähiges Publikum habt, das auch die Qualität einer Vorgruppe zu schätzen weiß. Doch wir planen jetzt schon, im nächsten Jahr vermehrt bei euch aufzutreten.

Das hört sich doch gut an!

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