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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ADRENALINE RUSH
Danke Mum und Dad!
Peter Hollecker
http://www.adrenalinerush.se/


Allein das Cover des aufregenden Debts von Adrenaline Rush lt hetero veranlagte Mnnerherzen schneller schlagen. Die dort abgebildete Frontfrau Tave Wanning schaut mit verruchtem Blick in die Kamera und macht mchtig auf eine Lady, die nichts anderes im Kopf hat, als alternde Rockfans mal so richtig fertig zu machen. Doch die Schwedin kann mehr, als uns es der erste Blick weismachen mchte. Singen zum Beispiel! Und ihre schmutzige Stimme passt dabei zu ihrem ueren wie die berhmte Faust aufs Auge! Dabei gibt sich die hbsche Sngerin im Interview sehr zahm und erklrt unter anderem, wie sie vom Pop zum Hardrock kam:

ADRENALINE RUSH

Ich wei, es muss sich nach einem Riesenwechsel anhren, aber fr mich fhlt es sich ehrlich gesagt nicht so extrem an. Ich fing bereits im Alter von sieben Jahren bei den Peaches an! Ich bekam schon klassischen Tanzunterricht seit ich zwei Jahre alt war, wusste also alles ber Tanzen und wie ich mich bewegen muss, damit die Leute auf mich aufmerksam werden. Allerdings hatte ich vom Singen nicht die geringste Ahnung, haha! Meine Mutter hat mich damals zu den Auswahlprfungen geschickt, ich denke sie sah in mir damals schon das Mdchen, das in der Band den Part der Tnzerin bernehmen sollte. So kam eins zum anderen, es ging sehr schnell und ehe ich mich versah, nahmen wir schon erste Singles auf und tourten in der Weltgeschichte herum. Um mich herum explodierte alles, wir hatten ungeheuren Spa und die Peaches brachten mir jede Menge positive Erfahrungen, die ich nicht mehr missen mchte. Ich liebte das Zigeunerleben auf der Strae und lernte auf diese Weise sehr viel ber das Musikgeschft. Zurckblickend kann ich also behaupten, dass die Peaches mir einen sehr frhen und guten Start ermglichten und mir damals schon klarmachten, dass Musik mein Leben ist und ich nichts anderes machen mchte.

Aber die Peaches machten Musik fr Teenies, vor allem fr das junge weibliche schwedische Publikum. Wir nennen das hier Mdchenmusik. Und jetzt machst du mit Adrenaline Rush Mnnermusik!

Ja, auch das waren meine Eltern Schuld. Als ich aufwuchs hrten sie stndig Rock`n Roll der sechziger, siebziger und achtziger Jahre. Also vielen Dank Dad und Mum! Zur Zeit ist meine ganze Familie im Rockbiz ttig, mein Vater und mein Bruder spielen ebenfalls in einer Rockband. Ich gebe zu, da ich auch Techno und Dance gerne hre, aber mein Herz gehrt der Rockmusik. Und wie ich eben schon versuchte auszudrcken, meiner Meinung nach gehrt zu einer guten Band das Gesamtpaket. Gutes Aussehen, Bhnenausstrahlung, die richtigen Klamotten und die Bewegungen in Verbindung mit den richtigen Songs und Musik, nur so kann es funktionieren. Und das versuchen wir mit Adrenaline Rush jetzt zu beherzigen. Ich glaube jedenfalls, dass wir mit meiner Stimme und Aussehen zusammen mit unserem Partyrock richtig liegen und beim Publikum ankommen knnten.

Da knntest du Recht haben, wird jedoch sicher kein leichtes Unterfangen. Euer Produzent ist bei uns in Deutschland kein Unbekannter. Erik Martensson ist Mitglied der Melodic-Supergroup W.E.T. und macht auch mit seiner Stammband Eclipse gute Mucke. Wie kam der Kontakt zustande?

Wir sind uns bei einem Konzert ber den Weg gelaufen. Er fragte mich, ob ich fr einen Song von ihm ein paar Background-Vocals einsingen knnte und so begann unsere Zusammenarbeit. Wir sehen uns nicht sehr oft, arbeiten aber sehr gut miteinander. Er ist nicht nur ein guter Musiker, sondern auch ein talentierter Songwriter und verdammt guter Produzent. Ich glaube es gibt nicht viele Dinge, die er in musikalischer Hinsicht nicht drauf hat. Er hat stndig neue Ideen und gibt den Songs den richtigen Punch mit tollen Melodien und griffigen Riffs. Dazu hat er unserer Scheibe einen modernen Sound verpasst, der den Bezug zu den Achtzigern nicht vermissen lsst!

Damit hast du ja schon fast ein fertiges Review zu eurer Platte verfasst und die Lobeshymne auf Erik wird er sicher gerne hren. Aber du hast selbst eine ausdrucksstarke Stimme, gibt es in dieser Hinsicht Vorbilder?

ADRENALINE RUSH

Danke sehr fr das Kompliment. Also ich liebe den Stil von Janis Joplin! Ich wnschte, ich knnte so singen wie sie, aber unsere Stimmen sind total unterschiedlich. Aber ich mag auch Sachen wie Dilana, Ann und Nancy Wilson von Heart, Janet Gardner von Vixen, Lee Aaron, Amy Winehouse, olle Weiber alles! Aber ich schaue mir auch viel von Kerlen ab, groe Stimmen im Rock wie Robert Plant, Steven Tyler, David Lee Roth, Mick Jagger oder Michael Monroe. Die haben nmlich eines gemeinsam: Charisma! Meine absolute Lieblingsband aller Zeiten und fr immer ist Hanoi Rocks! Den Zigeuner-Vibe von Andy McCoy zusammen mit den Punk-und Glam Einflssen von Michael Monroe finde ich einfach klasse. Ich hab sie bestimmt schon zwanzig mal live gesehen. Okay, musikalisch auf der Bhne vielleicht nicht immer perfekt, aber immer mit ganzem Herzen dabei und harte Arbeiter! Auerdem sehr nette Jungs, die sich immer Zeit fr ihre Fans nehmen. Als ich neun war, hat mich ihr Drummer nach einem Konzert mit hinter die Bhne genommen und mir die Band vorgestellt, das werde ich nie vergessen. Auch so etwas macht eine groe Band aus!

Eine groe schwedische Band mit einer, beziehungsweise zwei Frontfrauen war ABBA. Wie erklrst du dir, dass diese Band immer noch einen so hohen Stellenwert weltweit besitzt?

Die Leute reden ber ABBA immer sehr respektvoll und auerdem haben sie immer noch unglaublich viel Airplay. Dazu kommt, dass alle Mitglieder immer wieder mal und in unterschiedlichen Dingen auftreten, wie Bjrn als Intendant auf Bhnen. ABBA sind irgendwie immer prsent, ich wrde es als gemeinschaftliches Gefhl beschreiben. Sie haben es sich absolut verdient, sind ein wichtiger Teil der Musikgeschichte.

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