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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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MOB RULES
Ich hatte nie eine andere Band!
Peter Hollecker
www.mobrules.de


Dieses Jahr feiert eine deutsche Melodic Metal Institution ihr 20-jhriges Bandbestehen. Mob Rules aus Delmenhorst, die sich im Laufe ihrer sieben Studioalben in den zwei Jahrzehnten stndig weiterentwickelt haben, was nicht nur fr ihren Stil gilt. Auch in Sachen Performance, Persnlichkeiten der beiden noch verbliebenen Grndungsmitglieder Klaus Dirks und Matthias Mineur, aber auch hinsichtlich Professionalitt und vor allem Qualitt konnten die Burschen von Album zu Album immer noch eine Schppe drauf packen. Und nun wird dieses Jubilum mit einer Box gefeiert, die ihresgleichen wahrscheinlich fr lange Zeit suchen wird. Statt "Timekeeper" htte der Name auch gut und gerne "Four In One" getauft werden knnen. Denn mit einer schnden Best-Of Zusammenstellung wollten Mob Rules ihre Fans nicht abspeisen. Nein, alle Bandklassiker wurden neu eingespielt, dazu gibt es eine komplette CD die weitere All Time Faves der Band sowie Coverversionen enthlt. Diese wurden jedoch mit befreundeten Musikern unter dem Titel "Friends" aufgenommen, darunter so illustre Mucker wie Bernhard Wei von Axxis, Udo Dirkschneider (U.D.O.), Peavy Wagner von Rage, Hermann Frank, Amanda Somerville oder Sascha Paeth, Gitarrist und Produzent von Avantasia! Auch eine pickepackevolle DVD und eine Single liegt der schmucken Box bei.

Mob Rules

Noch Fragen? Einige von denen hatte ich an Snger Klaus Dirks und die beantwortete mir der nette Norddeutsche kurz vor Start der neuen Tour, die bereits eine Woche vor der offiziellen Verffentlichung von "Timekeeper" losging. Der Gute war richtig aufgeregt, was er jedoch unumwunden zugibt:

Klar geht jetzt der Puls langsam hher, denn ich habe das Endprodukt selbst auch noch nicht in Hnden gehalten. Ich kenne es bisher auch nur von Fotos. Aber ich glaube, dass wir es richtig gut hinbekommen haben.

Dann erzhl doch mal Internas ber das schmucke Stck. Sieht jedenfalls nach einer ganzen Menge Arbeit fr euch aus!

Davon kannst Du aus gehen, ja, es ging richtig viel Zeit dafr drauf! Okay, ich fange mal von vorne an. Wir hatten schon vor, zum Jubilum etwas Besonderes auf die Beine zu stellen, aber dass es sowas Groes wird, hat sich erst im Laufe der Zeit so entwickelt.Irgendwie ist immer noch mehr dazugekommen, haha! Auch war der Plan, ein paar Freunde und Kollegen nach einer Beteiligung zu fragen, doch auch diese Masse an Zuspruch und dass es dann fr eine ganze CD reichen wrde, damit haben wir im Vorfeld berhaupt nicht gerechnet. Was von vornherein jedoch klar war, dass es fr den Fan bezahlbar bleiben musste.

Das ist euch mehr als gelungen, schlielich ist der Preis von etwa 20 fr dieses fette Teil mehr als ein Schnppchen. Das Prunkstck meiner Meinung nach ist die schon von Dir angesprochene CD mit den Freunden. Wie lief denn das eigentlich ab? Haben sich die beteiligten Musiker die Stcke selbst ausgesucht?

Nein, das wre nicht realisierbar gewesen. Diese CD war mein Projekt und ich habe mir die Songs ausgesucht und mir Gedanken gemacht, wer wohl zu diesem oder jenem Stck stimmlich oder auch instrumental passen wrde. Umgekehrt wre es fr die Leute auch zu schwierig gewesen, sich aus einem relativ groen Bandkatalog sich etwas auszusuchen und dann auch noch einzusingen. Ich habe eine Vorauswahl getroffen und ich glaube, dass ich das schon ganz gut einschtzen kann, wer wozu passt. Natrlich wollte ich auch mal einen Kontrast zu den Originalen haben, was dann vielleicht meinem knstlerischen Ego geschuldet ist. Aber ehrlich gesagt war ich richtig scharf darauf, unsere Songs mit anderen Sngern oder Musikern zu hren! Das ist fr mich eine Komfortsituation sondersgleichen!

Wie darf man sich denn den Zeitansatz fr das Ganze vorstellen?

In Sachen "Friends" war das natrlich etwas komplizierter, denn jeder Knstler musste ja sein eigenes Zeitfenster gerade geffnet haben. Logisch, dass da ein paar gesammelte Werke ein bisschen in der Schublade bleiben mssen. Mit den Aufnahmen haben wir bereits im Februar angefangen, glaube ich, jedenfalls Anfang des Jahres. Die Ideen und die Vorbereitungen liegen natrlich noch lnger zurck, ist ja klar. Ein genaues Datum kann ich beim besten Willen nicht sagen. Die meiste Zeit ging aber tatschlich bei den Bandtreffen drauf, wir haben ja alles untereinander abgestimmt. Mehr gelabert als Musik gemacht, so war das eben bei unseren Meetings. Jeder in der Band hat ja auch seine eigene Ansichten, was fr den einen wichtig ist muss fr den anderen nicht genauso wichtig sein und dann muss man eben irgendwann mal auf einen Nenner kommen. Eigentlich war die "Friends" als Bonus gedacht, jetzt ist es halt ein komplettes Album geworden, macht ja nix. Bei den anderen Sachen sieht es etwas anders aus. So richtig neue Songs sind nur zwei darauf. Allerdings haben wir "My Kingdom Come" noch einmal mit Orchester aufgenommen, was ebenfalls ein Herzenswunsch von uns war. Wir wollten es auch mal ganz gro haben, haha! Und die anderen Sachen haben wir ja ebenfalls neu eingespielt, ja teilweise sogar neu arrangiert! Das waren dann zwar ltere Songs, nun aber mit der aktuellen Besetzung und vor allem mit den heutigen technischen Mglichkeiten, denn da hat sich im Laufe der Jahre auch einiges getan. So denken wir, dass die Fans auch diese Sachen irgendwie "neu" hren, obwohl sie ja schon lter sind.

Prima Anstze. Klaus, so ein Jubilum ist natrlich immer ein Anlass, die Vergangenheit etwas Revue passieren zu lassen. Was sind fr Dich persnlich herausragende Erinnerungen gewesen?

Mob Rules

Zu den schnsten Erlebnissen gehren fr mich ganz klar die Auftritte in San Francisco und Atlanta 2011 dazu, ganz klar. Das war fr mich wie eine andere Welt, was man da an Freundlichkeit und Zuneigung erfahren hat war schon phnomenal. Wir haben da Leute kennengelernt, die tausende von Meilen gereist sind nur um uns zu sehen, sowas ist schon sehr beeindruckend. Was ich auch nie vergessen werde ist der Auftritt, als wir damals kurzfristig ins Vorprogramm der Scorpions gerutscht sind, obwohl wir gerade unsere erste Platte gemacht hatten. ber Radio Bremen 4 lief das damals ab. Wir waren nur auf Club Tour und spielten vor etwa 200 bis 300 Leuten und pltzlich stehst Du auf einer riesigen Open Air-Bhne und vor Dir stehen 7000 Fans und jubeln Dir zu, das war richtig geil! Ja, solche Sachen fallen mir zwischendurch immer mal wieder ein. Als Knstler hat mich das Kennenlernen von Ronnie James Dio nachhaltig beeindruckt. Ich war sehr erstaunt darber, dass es solch groartige Knstler und Musiker gibt, die trotzdem noch bodenstndig, respektvoll, freundlich und "normal" geblieben sind. Das hat sich fest in mir eingebrannt!

Das glaub ich Dir gerne und hrt man von allen Menschen, die das groe Glck hatten, Dio kennenzulernen. Mir ging es brigens hnlich bei Gary Moore. Die Telefonverbindung war seinerzeit nicht die beste und er rief mich extra nochmal einen Tag spter zurck, um sich zu erkundigen, ob denn alles gut zu verstehen gewesen sei, sowas erlebt man wirklich nicht alle Tage. Okay, wieder zurck zu Mob Rules. Jetzt geht es bald auf Tour und "Timekeeper" ist zu haben. Drehen sich die Gedanken schon um eine neue Studio Scheibe?

Selbstverstndlich, die ersten Arbeiten daran haben auch schon mit der "Timekeeper" begonnen. Schlielich sollen die beiden neuen Songs "My Kingdom Come" und "Broken" schon ein Fingerzeig sein, in welche Richtung es bei Mob Rules und dem neuen Album weiter geht! Insgesamt muss ich sagen, dass unser aktuelles Album auch eine extreme Erfahrung war, was man mit einer funktionierenden Team wie wir es sind, alles auf die Beine stellen kann, da bin ich richtig stolz drauf!

Darfst Du auch sein und die Richtung scheint zu stimmen. Okay, kommen wir zur letzten (augenzwinkernden) Frage: ist es nicht manchmal frustrierend, mit Matthias Mineur einen Musikjournalisten in den eigenen Reihen zu haben?

Haha, ja, so einfach ist das tatschlich nicht, immer diese Kritik und dieser elende Hang zum Perfektionismus! Nein, war natrlich Quatsch. Ich wei nicht ob es frustrierend oder anstrengend ist, denn ich kenne es ja nicht anders. Ich hatte ja auch nie eine andere Band, ich denke dass das schon irgendwo ein Phnomen in der deutschen Metalszene ist, oder? Wie gesagt, wir beide sind von Anfang an dabei, die einzigen Grndungsmitglieder aktuell und ich msste ihn erst rausschmeien, damit ich erfahre, wie es ohne einen Musikjournalisten wre, haha! Ich frage ihn mal, was er davon hlt. Ach was, jeder Mensch hat Vor-und Nachteile, das ist doch ganz normal und macht uns schlielich als Individuen aus.

Ein gutes Schlusswort! Wir danken fr dieses schne und offene Gesprch und wnschen Euch weiterhin viel Erfolg!

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