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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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HELSTAR
Aufrecht durch die böse Welt
Jürgen Lugerth
www.helstar.com


Schon seit den Achtzigern genießen die texanischen Powermetaller Helstar einen tadellosen Ruf in der Metal-Szene. Aber trotz überragender Alben wie "Burning Star", "Remnants Of War" oder "Nosferatu" gelang ihnen, ähnlich wie anderen kultigen Kollegen, nie der ganz große Durchbruch. Es ist halt doch ein elendes Rattenrennen in der Rockwelt, das nicht immer die Besten, sondern oft eher die ganz Gerissenen nach oben bringt. Gerade deshalb ist es aber schön, wenn die alten Kämpfer trotzdem unerschütterlich am Ball bleiben. Mit dem vorzüglichen Album "This Wicked Nest" gibt der Fünfer aus Houston nun wieder einmal ein bemerkenswertes Statement ab und zeigt, dass die alte Stärke noch lange nicht gebrochen ist. Grund genug, Gitarrist Larry Barragan ein wenig über das Album und die Situation der Band auszufragen.


Larry, "This Wicked Nest" ist ja ein echter Killer geworden. Er scheint auch eine Menge Wut und Ärger zu transportieren. Ist das richtig?

Nun ja, den meisten Ärger bei uns hat wohl James (Rivera, der Sänger der Band), weil er merkt, dass er langsam alt wird. Nein, ernsthaft jetzt, ich glaube nicht, dass wir eine zornige Band sind. Wir haben halt einen sehr aggressiven Sound, und der wird immer aggressiver, je länger wir dabei sind. Es hat wohl auch einiges mit unserem Drummer Mikey Lewis zu tun, der genau weiß, wie man unsere Songs richtig heavy macht.

HELSTAR

Was bedeutet denn der Titel des Albums? Wo und was ist "This Wicked Nest"?

Das ist die ganze Welt um uns herum. Unsere Texte reflektieren einfach, was wir um uns herum sehen und was wir in den Nachrichten lernen. Niedertracht, Unterdrückung, Gewalt, Krieg, Korruption, Unrecht. So sieht es aus in unserer Welt. Manche Menschen versuchen sich noch dagegen zu wehren. Die werden dann oft schnell als unzurechnungsfähig abgestempelt. Der große Rest verfällt angesichts der Verhältnisse eher in Apathie. Manche unserer Lyrics sprechen mehr oder weniger für die, die selbst nicht für sich sprechen können.

Was denkt die Band über das neue Album? Seid ihr stolz, zufrieden?

Ich denke schon, dass wir zum größten Teil sehr erfreut sind. Während der ganzen Prozedur des Schreiben und Aufnehmens gibt es auch immer mal wieder Zweifel. Ich habe mich zwischendrin schon gefragt, ob das alles gut genug, heavy genug ist. Du hörst ja deinen Mist jeden verdammten Tag. Jetzt, wo alles fertig ist und ich das alles mit ein wenig Abstand anhöre, bin ich eigentlich sehr zufrieden. Ich hoffe, die Fans sehen das genau so.

Wie und wo habt ihr "This Wicked Nest" denn aufgenommen?

Das ist tatsächlich eine Neuerung, denn wir haben diese Platte zum ersten Mal vor allem zuhause aufgenommen. Wir haben uns alle Pro Tools angeschafft und haben uns das nach gewissen Anfangsschwierigkeiten schnell rein gefunden. Ich dachte zuerst, diese Art der Aufnahme lässt mir mehr Zeit für Freizeit und Familie, weil ich nirgendwo anders hin musste. Am Ende habe ich mich aber zuhause stundenlang im Heimstudio abgeschottet und hatte fast genauso wenig Zeit. Zu guter Letzt haben wir uns dann doch alle getroffen, um im Studio alles, was wir hatten, zusammen zu werfen und das Ganze über unser Live-Equipment einzuspielen. James hat seinen Gesang in den Origin Studios in Spring, Texas, aufgenommen, wo das Album dann auch fertig abgemischt wurde.

Wer macht denn die Songs bei euch? Ein Einzelner oder ist das doch Teamwork?

Es ist wohl eine Kombination. Manche sind vollständig von mir, manche von James. Offen gestanden hasse ich es, alles allein machen zu müssen. Ich hau gern Rob (Treviño, der zweite Gitarrist) meine Ideen vor die Füße und dann arbeiten wir das zusammen aus. Diesmal ging das selten, weil wir Deadlines und enge persönliche Zeitpläne hatten. James zum Beispiel war die ganze Zeit auf Tour mit Vicious Rumors. Aber ich habe ihn verdonnert, wenigstens die Texte zu machen. Und das hat er super hingekriegt.

Ok, das Werk ist getan. Jetzt solltet ihr es auch live präsentieren. Wie sieht denn eure Agenda für die nächste Zeit aus?

Nun ja, nach unserer Release Party, die am zwölften April in Houston gewesen sein wird, werden wir im Mai Europa für etwa zwölf Live-Auftritte bereisen. Im Juni machen wir dann eine ganze Reihe von Konzerten an der US-amerikanischen Westküste.

Die Fans in Deutschland interessiert ja vor allem, wann ihr euch in unserem schönen Land auf die Bühne traut. Immerhin ist Deutschland ja eine treue und sichere Bank für den Heavy Metal.

Ja, das ist wohl wahr. Wir wissen das genau und die deutschen Rocker hatten und haben schon immer einen besonderen Platz in unseren Herzen. Ich sage immer, daß der Flughafen von Hamburg meine Heimat außerhalb meiner Heimat ist. Wir werden am zehnten Mai in Lünen und am zwölften Mai in München live zu sehen sein. Vielleicht kommt ja noch was dazu. Aber es ist wirklich wahr, wir haben alle in good old Germany so unglaublich tolle Freundschaften mit vielen Fans geschlossen, dass es jedes Mal wieder ein Vergnügen ist, hierher zu kommen. Also bis dann, meine Freunde. Und: Prost!

Das klingt echt, nicht gestellt und freut uns sicherlich, oder?

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