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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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FREEDOM CALL
Fröhlichkeit muss sein!
Peter Hollecker
www.freedom-call.net/de


Freedem Call konnten sich in den letzten Jahren erfolgreich von dem Vorwurf freischwimmen, bloß eine Kopie der frühen Helloween zu sein, die durch das Verwenden von den sogenannten Kindermelodien den Begriff des "Happy Metal" prägten. Helloween selbst bewegten sich musikalisch ja in eine komplett andere Richtung, was ja nicht heißt, dass der Bedarf an fröhlicher, positiver und mitreißender Rockmusik gedeckt war. Ganz im Gegenteil, doch Gott sei Dank sprangen Freedom Call in die Bresche und versorgen die Fans seit mittlerweile sechzehn Jahren und neun Studio-Alben mit erstklassigem Stoff. Es ist ja auch absolut nichts dabei, "Schlager mit E-Gitarren" zu machen, wie Sänger und Bandkopf Chris Bay seine Musik selbst beschreibt. Aber es gibt noch weitere Gründe, weshalb ihr neustes Langeisen "Beyond" besonders vielfältig, gleichermaßen bombastisch und fröhlich aus den Boxen tönt, wie uns Chris Bay mitteilt:

Freedom Call

Die persönliche Stimmung während der Entstehung eines neuen Albums ist natürlich mitentscheidend, wie das Ergebnis letztendlich klingt. Aber wir machen unser Ding einfach deshalb, weil wir nicht anders können. Es würde wahrscheinlich auch nicht funktionieren, wenn wir auf Biegen und Brechen so und so klingen wollten. Wenn wir das mit Gewalt versuchen würden, würde die Authentizität verloren gehen und das würden die Fans ganz schnell spitzkriegen, gerade bei den Konzerten. Und diese Konzerte, egal ob auf unser eigenen Tour oder auf Festivals, ist für uns das Einfahren der Ernte nach der Arbeit im Studio. Wenn wir ein Doom-Album machen würden, würden uns die Leute in eine Zwangsjacke stecken und in die Klinik einweisen (lacht)! Wir sind schon eine gut gelaunte und positiv eingestellte Band. Wir schreiben unsere Alben einfach so, wie uns der Schnabel gewachsen ist und das Resultat ist vorher nicht absehbar.

Dann muss die Stimmung vor dem neuen Album ja grandios gewesen sein, denn es strotzt nur so von Hymnen, die eine positive Energie ausstrahlen! Hat die Rückkehr von Ilker Ersin vielleicht etwas damit zu tun?

Ja, durchaus, das kann ich schon bestätigen. Ich habe das Zepter nach dem Ausstieg von Ilker und Daniel Zimmermann bei Freedom Call immer schön hochgehalten. Klar bin ich der Bandleader, aber das heißt nicht, dass bei uns eine Diktatur herrscht. Jeder ist berechtigt, seine Ideen einzubringen und auch Lieder zu schreiben. Seit Ilker zurück ist, fühlt es sich wieder so richtig traditionell an. Der Zeitraum seit seiner Rückkehr ist zwar zu kurz, als das er Steine hätte bewegen können, doch zumindest gibt es mir wieder mehr Selbstsicherheit. Das alles spielt sich mehr im Unterbewusstsein ab. Aber wir haben mit Rami Ali ja auch einen neuen Drummer dazubekommen, der mit dazu beiträgt, dass sich dieses tolle Bandfeeling wieder eingestellt hat, diese Kompaktheit, ein sehr gutes Gefühl! Logisch hat sich das Gesamtpaket auch musikalisch ausgewirkt, so dass wir jetzt wieder etwas frischer und unbedarft klingen. Ich bin geneigt zu behaupten, dass wir momentan das stärkste Line-up in der Geschichte von Freedom Call haben.

Du schreibst das Gros der Songs selbst. An welchen Instrumenten entstehen diese denn so im Allgemeinen und beschreibe doch mal kurz überhaupt den Prozess bis zum fertigen Album.

Oh, das ist ganz verschieden. Klar stehe ich der Gitarre am nächsten, bei ihr bin ich auch am routiniertesten. Auch am Klavier und Keybord entsteht der ein oder andere Song, jedoch kann es auch vorkommen, dass ich mir einfach einen Beat oder Rhythmus nehme, um daraus ein Stück zu basteln. Aber meistens ist es eben die Gitarre, weil es halt mein Lieblingsinstrument ist. Für unsere neue Scheibe haben wir für die Produktion über drei Monate gebraucht, was wir nur finanzieren konnten, weil wir ja ein eigenes Studio haben. Eine Freedom Call-Produktion ist nicht eben mal in zwei, drei Wochen im Kasten, wir arbeiten schon hart, gründlich und detailverliebt an der Musik, die dann in die Welt hinaus schreien.

Freedom Call

In den letzten Jahren hattet ihr bei euren CDs öfter eine Überraschung für eure Fans parat, ich erinnere da bei "Ages Of Light" an die Zusatz-CD mit den Hits in fremden Gewändern! Gibt es sowas bei "Beyond" auch?

Selbstverständlich! Wir haben letztes Jahr einen Warm-up Gig für Luca Turilli gespielt, den wir mitgeschnitten haben. Da haben wir einige unserer Songs fast unplugged gespielt. Wir waren total gespannt, weil wir Angst hatten, dass die Leute uns auspfeifen, aber genau das Gegenteil war der Fall, da ging die Post ab! Unter anderem haben wir aus "Power & Glory" eine bayrische Polka mit allem drum und dran gemacht, das war eine Riesengaudi! Das Konzert kommt auf eine Zusatz-Scheibe in der Fanbox, in der noch unter anderem ein Buch mit der Geschichte von Freedom Call beiliegt.

Auf was freut sich Chris Bay, übrigens ein Künstlername, am meisten?

Auf die erstmalige Teilnahme von Freedom Call beim diesjährigen "70.000 Tons of Metal"! Wenn hier das Wetter nämlich so richtig Scheiße ist, schippern wir gemütlich in der Karibik rum, strecken unsere Bäuche in die Sonne, trinken Bier und rocken den Kahn!

Ihr habt es euch verdient!Die ist ja nun gelungen geendet und eine Deutschlandtournee ist auch gut verlaufen.

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