Navigation
                
21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
SINBREED
Die Songs müssen überzeugen!
Thorsten Dietrich
www.sinbreed.com


Die Deutschen Sinbreed haben mit neuem Label, zweitem Album und einem prominenten neuen Gitarristen genug Stoff für ein Interview. Dabei ist ihre Musik gar recht eigenständig aufgrund der verschiedenen "Inhaltsstoffe". Gitarrist Florian Laurin gab freundlich Auskünfte über die Truppe.


Bei Sinbreed frag ich mich direkt, habt ihr 'ne christliche Message?

Wir haben keine "christliche Message" im Sinne, einen bestimmten Glauben zu propagieren. Zwar behandeln wir in unseren Lyrics auch christliche Themen und Symbolik, beschäftigen uns aber ebenso mit verschiedenen Religionen, dem Einfluss der Pest im Mittelalter, George Orwell oder Oscar Wilde.

SINBREED

Die Frage die ihr sicherlich dauernd bekommt - was habt ihr die letzten Jahre gemacht, ich kenne zwar euer Debüt  (2010) aber ansonsten habe ich nichts von euch gelesen oder gehört!?

Das stimmt schon, dass wir das zweite Album gerne etwas zeitiger nachgelegt hätten, aber ganz untätig waren wir auch nicht. Zum einen haben wir wichtige Konzerte gespielt, darunter das "ProgPower USA" in 2012 und Festivalauftritte in Deutschland und Spanien absolviert, zum anderen haben wir mit Marcus Siepen ein weiteres Bandmitglied aufgenommen, was die Vorbereitungen für Shadows ebenfalls beeinflusst hat, da sich uns dadurch eine völlig neue Herangehensweise an das Songschreiben eröffnet hat.

Auf eurer Homepage und in der Werbung liest man dann: mit zwei Mitgliedern von Blind Guardian, ist ja auch legitim. Ist also eher hilfreich als hinderlich im Meer der Bands und in Sachen neuer Plattenvertrag, oder? Wie kam es zu dieser Musikerkonstellation eigentlich?

Sicherlich profitieren wir von dem Bekanntheitsgrad von Marcus und Frederik. Allerdings haben wir mit "When Worlds Collide" ein von Fans und Presse extrem gut angenommenes Debüt vorgelegt, auf dem der Einfluss der Beiden noch nicht allzu groß war, was "meine Vision" als Hauptkomponist und Produzent rückblickend erfreulicherweise bestätigt. Da Frederik ja seit dem Release der ersten Scheibe dabei war und wir im Hinblick auf die Livegigs einen zweiten Gitarristen suchten, fragte er Marcus, der glücklicherweise kurzfristig zusagte. Für einen Deal sind bekannte Namen hilfreich, aber bei weitem keine Garantie.

Ihr macht ja flotten, schnörkellosen Metal den man wegen der rauen Stimme leicht in die Richung Grave Digger oder Paragon, habt aber null True Metal Gehabe und Chöre was somit neben dem Gesang für eigene Identität sorgt. Wie siehst du das?

Ich gebe Dir recht, dass sich nicht die typischen Shout-Chöre der von Dir genannten Bands in unserem Songwriting finden, allerdings bestimmen gerade unsere Chöre und die Art und Weise, wie wir Sie einsetzen (und Herbie sie arrangiert), unseren Sound. Nehmen wir "Book Of Life" oder "Shadows", das sind gute Beispiele wie fett wir mit unseren Chören Hooklines rüber bringen. Zusammen mit unserer "modernen" Produktion, die auch technisch anspruchsvolle Passagen der Musiker hervorhebt, haben wir einen hohen Wiedererkennungswert, wie ich finde.

Ich weiß das auf eurem Debüt auch eine Gestalt mit Kapuze und Umhang ist, aber mit dem Sticker 2x Blind Guardian Musiker an Bord werden sicherlich viele beim Cover an Blind Guardian denken - ist das euch bewusst, egal oder neu?

Haha, darüber haben wir in der Tat auch nachgedacht, aber ich sehe hier keine Gefahr des "Trittbrettfahrens". Die Idee, den Kapuzenmann auch für das zweite Album zurückzuholen, ergab sich schlicht aus dem Coverkonzept, welches auch auf dem Text des Titeltracks basiert. "In Shadows" geht es um den Protagonist, der seine inneren Kämpfe austrägt und sich mit verschiedenen Persönlichkeiten auseinander setzt. Der Protagonist ist der Kapuzenmann, der von seinen eigenen "Shadows" umhüllt wird. SINBREEDDieses Konzept, wie im Übrigen auch der Look unserer Videoclips, hebt sich somit thematisch deutlich von Blind Guardian und Fantasy im Allgemeinen ab.

Standardfrage an: Wollt ihr live spielen? Aus: Ich meine heutzutage muss man das ja fast, wenn man kein Studioprojekt wie Ayreon ist. Wie soll es mit Sinbreed eigentlich allgemein laufen?

Selbstverständlich. Wir haben uns ja in der Vergangenheit schon zu fünft Live präsentiert und wollen unbedingt auch die neuen Songs Live performen. Es ist alles eine Frage des Zeitmanagements, aber der Veröffentlichungszyklus von BG lässt uns hier einen Spielraum, den wir gerne nutzen werden.

Heutzutage muss man ja als Band immer eine Nische finden wenn man Erfolg haben will, habt ihr euch da auch schon Gedanken gemacht?

Ehrlich gesagt finde ich dieses "Nische finden", "eigenes Konzept entwickeln" oder "was neues erfinden" nicht grundsätzlich notwendig. Mit Sinbreed erfinden wir das Rad nicht neu, dass liegt auf der Hand. Solange wir aber mit Songs überzeugen, welche die Leute begeistern und zudem mit einer wirklich abgefahrenen Produktion aufwarten, ist unsere Daseinsberechtigung bewiesen. Heavy Metal gibt es seit so vielen Jahrzehnten und wenn Judas Priest irgendwann nochmal einen "Painkiller" raus hauen sollten werde ich sicherlich nicht dastehen und mich aufregen, warum sie sich in den letzten 25 Jahren nicht eine neue Nische erarbeitet haben. Nein, ich werde Sie genau so begeistert abfeiern, wie ich Sie das erstmal Live erlebt habe. Denn Konzept hin oder her, am Ende des Tages müssen ganz einfach die Songs überzeugen.

Da ist wohl wahr! Darauf bin ich auch schon gespannt.

<< vorheriges Interview
VANISHING POINT - Zurück nach einigen Problemen!
nächstes Interview >>
BRAINSTORM - Studiobericht, 27.01.2014 in Stuttgart




 Weitere Artikel mit/über SINBREED: