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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DAVID ROCK FEINSTEIN
Der Kampf geht immer weiter!
Jrgen Lugerth
www.therods.com/RockFeinstein.html


David Rock Feinstein hat vielleicht einen lustigen Namen, aber als Metal-Axeman, Cousin des unvergesslichen Ronnie James Dio und Chef der legendren The Rods ist er immer noch sehr ernst zu nehmen. Zu seinem neuen Soloalbum "Clash Of Armor" lie er sich bereitwillig befragen.

David, das neue Album ist nicht von schlechten Eltern. Was ist speziell und wo hast du es aufgenommen?

Danke erstmal. Immer wenn ich ein Soloalbum mache, ist das schon deshalb speziell, weil ich alle Instrumente selbst spiele bis auf die Drums. Auch ist die Musik ein wenig von der verschieden, die ich mit den Rods mache. Natrlich war mein vorheriges Album "Bitten By The Beast" noch viel spezieller, weil Ronnie dort eines meiner Stcke einsang und auch sonst einiges dazu beitrug. Natrlich war das auch eine sehr emotionale Zeit, weil ich sehen konnte, wie sehr Ronnie in seinem Kampf mit dem Krebs litt. Na ja. Alle meine Alben nehme ich in meinem eigenen Studio auf und gebe sie zum Mixen und Mastern dann nach auen.

Was steht denn hinter dem martialischen Titel und deinem Auftreten als eine Art Ritter auf der Rckseite der CD?

Nun, erstmal muss ich den Mann loben, der immer das Artwork meiner Alben macht. Das ist Eric Philippe aus Belgien, ein fantastischer Knstler. Den Titel kann an sich jeder so interpretieren wie er will. Fr mich steht er fr alle, die in ihrem Leben zu kmpfen haben, egal ob gegen Emotionen, Abhngigkeiten oder fr ihren Glauben. Wir haben alle Dmonen, gegen die wir uns wehren mssen, zu bestimmten Zeiten unseres Lebens.

Wo holst du die Themen und Motive fr deine Texte her?

Das ist unterschiedlich. Manchmal sind es persnliche Dinge. Oft geht es aber auch nur darum, eine gute Zeit zu haben, auf Tour zu sein oder einfach um die Liebe zur Musik und wie gut es ist, sie zu machen.

Welcher Song auf Clash Of Armor ist besonders wichtig fr dich?

David Rock Feinstein

Der Song "Kill The Pain" ist einer meiner Favoriten und hat eine groe Bedeutung fr mich. Wie ich schon sagte, haben wir alle im Leben immer wieder gegen unsere persnlichen Dmonen zu kmpfen. Wir haben alle unsere Schmerzen, immer wieder, krperlich, geistig, emotional. Als Ronnie mit dem Krebs kmpfte, nahm es mich sehr mit, ihn so leiden zu sehen. Ich erkannte aber auch, was fr ein groes Geschenk das Leben selber ist und dass wir jeden Tag umarmen und ausfllen sollten, als ob es unser letzter wre.

Wahr gesprochen. Du selber bist ja sehr geschftig und erfllst deshalb deine Philosophie zu hundert Prozent. Nach welchen Gesichtspunkten teilst du denn deine Zeit zwischen deine eigenen Aktivitten und den Rods auf? Gibt es die denn berhaupt noch?

Ach, das kommt eigentlich ganz von selber. Es gibt Dinge, die mssen erledigt werden und andere Dinge, die machen einfach Spa, die will ich unbedingt machen. Im besten Fall kommt beides zusammen. Arbeiten und spielen, die perfekte Kombination. Selbstverstndlich sind die Rods noch aktiv und wir spielen jedes Jahr eine begrenzte Anzahl von Shows. Dieses Jahr zum Beispiel auf dem "Sweden Rock" oder in Madrid. Auerdem haben wir eine neue Single aufgenommen und das Video dazu sollte irgendwann diesen Frhling fertig sein. Nach Deutschland, um das gleich klarzustellen, kommen wir dieses Jahr voraussichtlich aber leider nicht.

Immerhin sind die Rods die Band, die dich wohl am bekanntesten gemacht hat. Was bedeutet sie noch fr dich?

Oh, eine ganze Menge! Wir sind eine spezielle Band mit einem sehr eigenen, unverwechselbaren Sound und Stil. Wir sind drei sehr verschiedene Leute, aber wenn wir zusammen spielen, sind wir etwas ganz Besonderes. Natrlich bedeutet mir meine erste Band Elf mit Ronnie James Dio auch sehr viel. Da gibt es schon sehr starke Erinnerungen.

Wenn es um unverwechselbaren Sound und Stil geht, dann hat das ja auch viel mit dir zu tun. Wie hast du denn deine eigenen so typischen Gitarren-Trademarks gefunden und entwickelt?

Zuerst muss ich sagen, dass ich kein geschulter Gitarrist bin. Ich habe mir fast alles selbst angeeignet. Groe Einflsse waren unter anderen Jeff Beck, Ritchie Blackmore, Jimi Hendrix und Pete Townsend. Grundstzlich bin ich ein Bluesgitarrist und spiele, was ich fhle und was aus dem Herzen kommt. Ich bin kein technischer Gitarrist. Ich habe von Anfang an Ausrstung von Marshall benutzt und tue das bis heute. Es klingt einfach richtig fr meine Zwecke. Ich denke, jeder Spieler hat irgendwie einen eigenen Sound. Aber es ist schon sehr erfreulich, wenn du durch deinen eigenen Sound und Stil eindeutig identifiziert werden kannst. Ich bin damit sehr glcklich und es ist etwas, was du nicht kaufen kannst. Es kommt von selbst zu dir.

Nun, auch deine Stimme ist ja etwas speziell. Sie scheint aber im Laufe der Zeit tiefer geworden zu sein. Ist das eine Art Abnutzungserscheinung?

Ich habe mich selbst eigentlich nie als Snger gesehen. Als sich die Rods formierten, haben wir einfach keinen geeigneten Snger gefunden. So musste ich das eher notgedrungen bernehmen. Ich bin kein ausgebildeter Snger, eher ein Stylist. Aber ich denke schon, dass ich ganz gut klarkomme. Was die tiefere Stimme angeht: Das war ein Entschluss, den ich zusammen mit den Rods vor einer Weile getroffen habe. Wir haben alles eine Stufe tiefer gestimmt und so ist fr mich, aber auch fr Garry (Bardonaro, Bass und Gesang) das Singen leichter geworden. Wir htten das schon viel frher machen sollen. Ich finde, dass unser Gesang jetzt besser klingt als je zuvor.

Nun gut, kommen wir zu einem kleinen Resmee. Bist du zufrieden mit dem Verlauf deiner Karriere, hattest du so genannte beste Zeiten oder gibt es etwas, das du vermisst?

Im Rckblick war die Zeit mit Ronnie und ELF schon besonders groartig. Ich war so jung und lernte damals viel ber das Leben. Es fhlte sich echt an und nicht als ein Mittel, um Geld zu verdienen. Wir machten es aus Liebe zur Musik. Die Rods waren auch geil, wir hatten einen guten Lauf in den Achtzigern. Zum groen Durchbruch reichte es nicht, aber am Ende gibt es nichts zu bereuen oder zu bedauern.

Soweit ein alter Held des US-amerikanischen Metal. Schn, dass er noch so aktiv ist und nachtrglich noch einmal danke fr Kracheralben mit den Rods wie "Rock Hard", "Wild Dogs" oder "Let Them Eat Metal"! Die haben einen Ehrenplatz in meiner Plattensammlung.

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