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Meine Herren, war der Summerslam 2000 ein Fest. Schade, dass ich damals nichts mit Wrestling am Hut hatte, aber die Tagged Classics Reihe machts möglich. Der Milleniums-Slam und der PPV ein Jahr darauf kommen nun in dieser Klassiker Serie auch auf den deutschen Markt. Ein stark bejubeltes Eröffnungsmatch zwischen Right To Censor und dem Team aus Too Cool und Rikishi geht leider zugunsten des Krawattentrios aus; kein "Worm" beim Summerslam... schade. X-Pac und Road Dog, beides Mitglieder der DX haben so ihre Probleme miteinander und wollen nun untereinander ausmachen, wer der bessere Mann ist. Ein wenig spektakulärer, aber solider Kampf, mit einem unverdienten Sieger. Anschließend muss Val Venis seinen IC Titel gegen Eddie Guerrero verteidigen. Dem mexikanischen Heißsporn steht dabei Chyna zur Hilfe, während Venis sich auf die Hilfe von Trish Stratus verlässt. Die Spezialregel für dieses Match besagt, dass man nicht einmal den Champ covern muss, um zu gewinnen. Theoretisch könnte also Chyna Trish pinnen und wäre damit neuer Champ. Das Match ist schnell, abwechslungsreich und sehr unterhaltsam. Man darf davon ausgehen, dass die "Human Suplex Machine" Tazz im Sommer 2000 nicht gerade zu den beliebtesten Superstars der (damals noch ) WWF zählte. Wer sich mit Kommentatorenlegende Jim Ross und Jerry "The King" Lawler anlegt punktet nicht unbedingt beim Publikum. Lawler möchte dem Bully jedenfalls eine Lektion erteilen und so kommt es zu dieser etwas seltsamen Matchpaarung. Der King war damals schon kein Jungspund mehr, verkauft sich aber dafür noch mehr als ordentlich. Tazz wiederum ist auch genug Profi um Lawler gut aussehen zu lassen. Nur soviel: auch JR bekommt Genugtuung und Tazz ein paar Bonbons. Extrem unterhaltsam ist auch das Match um den Hardcore Titel zwischen dem amtierenden Champion Shane Mc Mahon und Steve Blackman. Keine Disqualifikation, Cover zählen überall... beste Voraussetzungen. Die Schlacht die hierauf folgt ist der erste wirklich ernst zu nehmende Fight bei diesem PPV. So unterhaltsam und gut die voran gegangenen auch waren, wenn Ausnahmetalente wie Chris Jericho und Chris Benoit aufeinander treffen, darf sich der Zuschauer schon mal zum Sieger küren. Jericho befand sich damals in der Form seines Lebens und Benoit... man mag heute zu ihm stehen wie man will, im Ring zählt der Kanadier für mich wohl auf Lebenszeit zu den Allerbesten. Die beiden brennen ein Technikfeuerwerk vom Feinsten ab und das in einem "2 Out Of 3 Falls"-Match. Wow! Und auch beim nächsten Kampf kann man von einem modernen Klassiker sprechen. Edge und Christian, die amtierenden Tag Champs verteidigen ihre Gürtel gegen die Hardys und die Dudleys in der zweiten Auflage des TLC Matches. Tische, Leitern und Stühle, "Holy Shit!" und "Oh My God!" im Akkord, Selbstzerstörung in Reinkultur, brutale Ästhetik de Luxe! Über das anschließende "Stinkface"-Match zwischen The Kat und Terry möchte ich lieber den Mantel des Schweigens legen. Dafür dass im Vorfeld anscheinend ordentlich Geschisse um den anstehenden Kampf zwischen dem Undertaker und seinem "Bruder" Kane gemacht wurde, verlief dieses Match zwar ganz ordentlich, aber auch arg kurz. Fast kann man sogar Kanes Gesicht sehen... naja. Der extrem dick aufgezogene Main Event um den WWE Championgürtel zwischen Triple H, Kurt Angle und dem Champ The Rock hält dann aber, was er verspricht. Eine epische Schlacht, die einfach spannend aufgebaut und mitreißend ist, selbst wenn längere Zeit nur zwei der drei Superstars im Rings sind. Ein Jahr später stand der Slam ganz im Zeichen einer fantastischen Idee der WWF. Die konkurrierenden Ligen WCW und ECW waren ihrem Ende nah, formten vor den Fernsehkameras jedoch gemeinsam die "Alliance" unter Führung der beiden Mc Mahon Sprösslinge Shane und Stephanie. Reichlich Zündstoff also, der in jedem Match zum tragen kommen sollte. Selbst das Kommentatoren-Team, bestehend aus Jim Ross und Paul Heyman beharkt sich permanent. Vertreter der Alliance im ersten Match ist Lance Strom, der seinen IC Titel gegen Edge verteidigen muss. Spike Dudley und die APA haben es anschließend mit Test und den Dudley Boys zu tun. Auch wenn nur ein Tisch zum Einsatz kommt, unterhaltsam. Tajiris WWE Light Heavyweight Titel steht gegen X-Pac's WCW Cruiserweight Gürtel auf dem Spiel. Ein schnelles, technisches und sehr gutes Match, wie auch zu erwarten war. Die pure Urgewalt eines Rhyno trifft im nächsten Match auf die Technik eines Chris Jericho. Definitiv interessant. 4 Begriffe: Hardcore-Titel, Ladder Match, Jeff Hardy und Rob Van Dam. Noch Fragen?! Dachte ich mir. Großartig! Ansehen! Wenn ich die Brothers Of Destruction sehe, wünsche ich mir den Undertaker und Kane durchaus noch einmal in Zweisamkeit. Treffender hätte man den Namen für dieses Team nicht wählen können, zerstören die beiden damaligen WCW (!) Tag Team Champs doch die amtierenden WWF (!!!) Tag Team Champions Kanyon und Diamond Dallas Page nach allen Regeln der Kunst in einem Stahlkäfig. Mit dabei: Sarah, die Frau des Takers und Objekt der Begierde von DDP. Dass es hier zur Sache geht, muss man wohl nicht erwähnen. Steve Austin, Vertreter der "Alliance" tritt gegen Kurt Angle an und bei Gott, war der Kampf zuvor noch pure Zerstörung, so ist dies ein Massaker. Mit der aktuellen kinderfreundlicheren Ausrichtung der WWE hat das absolut nichts zu tun. Im Main Event geht es schließlich um Booker T's WCW Championship, die ihm niemand geringerer als The Rock streitig machen will. Der Kampf ist sehr unterhaltsam, kann aber nicht ganz gegen Austin Vs. Angle anstinken. Als Bonusmaterial gibt es u.a. die witzig peinliche "Stone Cold Appreciation Night" in voller Länge. 2 PPVs, die man als Fan gesehen haben sollte! |
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