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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

1. Mai - Helden Bei Der Arbeit
Titel 1. Mai - Helden Bei Der Arbeit
Produktion/Vertrieb Euro Video
Homepage www.eurovideo.de
Veröffentlichung 06.11.2008
Laufzeit 94:00 Minuten
Autor Christian Schfer-Kmpel
Bewertung 11 von 15 Punkten
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"Ein elfjhriger Trke, zwei Jugendliche aus der Kleinstadt und ein gehrnter Provinzpolizist: sie alle verschlgt es am 1. Mai nach Kreuzberg - wo wie jedes Jahr die Emotionen hoch kochen."
Knapp umreit der Klappentext der DVD, was in diesm fiktiv-dokumentarischen Episodenfilm geschieht.

Yavuz hungert nach Anerkennung. Auf einer Demonstration zum 1. Mai will er "einen Bullen platt machen", um seinen groen Bruder, einen vermeintlich ganz gefhrlichen Gangster, zu beeindrucken. Der Alt-68er Harry, ein Kreuzberger Urgestein und routinierter Demonstrant, erffnet ihm neue Perspektiven.
Pelle und Jacob, die etwas dusseligen Abiturienten aus Minden im westflischen Hinterland wollen am 1.Mai Spass zu haben. Grostadtflair, Freiheit, Kampf gegen Polizei und Staat, Weiber, Kiffen, Pillen - hierfr sind sie in der Stadt.
Provinzpolizist Uwe ist vom BGS abgestellt um bei den erwarteten Demonstrationen deeskalierdend zu wirken. Dummerweise leidet er privat sehr, weil seine Frau, eine Vegetarierin, groteskerweise mit einem Metzger fremd geht, ihn nicht mehr ernst nimmt und sich scheiden lassen will. Der gut gemeinte Rat der Kollegen, sich im Puff den Frust von der Seele zu bu- reden, geht grndlich schief. Nach einem ereignisreichen Tag, der die Schicksale aller verndert, treffen sich sich die Protagonisten in einem Berliner Krankenhaus.

"1. Mai - Helden Bei Der Arbeit" ist ein Episodendrama, in dem drei junge Regiesseure bzw. Filmteams - "Emmas Glck"-Regisseur Sven Taddicken, Carsten Ludwig, Jan-Christoph Glaser und Jakob Ziemnicki - unterschiedliche Geschichten vor dem Hintergrund des als Krawall-Tag berchtigten 1. Mai erzhlen. Die Mischung aus Fiktion und Authentizitt berzeugt weitgehend, auch wenn verschiedenen Klischees Tribut gezollt wird. So werden einzelne Charaktere stereotyp und eindimensional gezeichnet, was ihre uerungen und Handlungen absehbar macht. Aggressive trkische Jugendliche, vergngungsschtige Deutsche, dumpfe Prgelbullen, sie alle kennt man zu Genge aus der Zeitunge mit den groen Bildern und den entsprechenden Fernsehkanlen. Dennoch besticht der Film durch Situationskomik, witzige Dialoge und in ihrer Absurditt sehr realistische Momente. Berlin, der Moloch, der Schmelztiegel, das Kraftfeld. Bedrohlich und faszinierend zuglich haben vier junge Leute eine Hommage an eine groe Stadt die niemals schlft inszeniert. Chapeau!
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