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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Radio Heimat - Früher war auch scheiße! (Blu-ray)
Titel Radio Heimat - Früher war auch scheiße! (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Concorde Video
Homepage www.radioheimat-film.de/
Veröffentlichung 26.05.2017
Laufzeit 85:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Frank Goosen tritt vornehmlich als Kabarettist und Autor auf, dessen Inhalte auch auf seine eigene Vergangenheit zurückgreifen. Er wuchs in Bochum auf, was sich auch in seinem Roman "Liegen lernen" zeigte, der 2003 verfilmt wurde. Nun schnappte sich Regisseur Matthias Kutschmann Goosens Kurzgeschichtensammlung "Radio Heimat", um sie in seinem Langfilmdebüt zu einem Spielfilm zusammenzufassen. Auch diese Geschichten besitzen etwaige Bestandteile von Goosens Kindheit und Jugend. Der Streifen spielt im Jahr 1983 im Pott, Bochum. Die Freunde Frank, Spüli, Pommes und Mücke sind in der Pubertät angekommen, und dürsten nach den ersten sexuellen Kontakten. Bei den Eltern war das noch alles anders, weswegen deren Tipps im Grunde zu nichts zu gebrauchen sind, also überlegt man sich Musiker zu werden, denn die kriegen ja immerhin Mädels ab. Ob diese Idee nun zum gewünschten Erfolg führen wird? Nun ja wie wir alle wissen, sind die Tücken der Pubertät nicht so einfach zu überwinden.

Der Ruhrpott war ja bereits mehrfach in den Mittelpunkt des Kinos gerückt, vor allem natürlich durch die Werke von Peter Thorwarth ("Bang Boom Bang", "Was nicht passt, wird passend gemacht",...) der hier auch mitproduziert. Früher gabs freilich noch "Schimanski", durch den wir ebenso die hässlichen Seiten des Potts kennenlernen durften. Alles was man aus jener Zeit kennt, taucht auch in Kutschmanns Film "Radio Heimat - Früher war auch scheiße!" wieder auf, gepaart mit einer "American Pie"-artigen Coming of Age Geschichte. Das funktioniert über weite Teile wirklich gut, mit passender musikalischer Untermalung. Dazu treten fast unzählige namhafte Darsteller in dem Streifen auf! Peter Lohmeyer, Heinz Hoenig, Petra Nadolny, Semmelrogge, Ralle Richter, um nur ein paar zu nennen. Das sorgt natürlich für ausreichend Lokalkolorit, neben den entsprechenden Drehorten natürlich. Lediglich die vier jungen Hauptdarsteller waren dann nicht ganz entsprechend gezeichnet. Zumindest deren Dialekt hätte man ans Örtliche anpassen sollen. Vielleicht wäre dann der Vorwurf dagewesen die Sache wäre zu plakativ, aber immerhin wäre es so greifbarer. Was bleibt ist nicht der große Wurf, weil die Geschichtchen der Teens die erwachsen werden schon zu oft da waren, und nichts Neues zu erzählen können. Definitiv ist "Radio Heimat - Früher war auch scheiße!" aber ein witziger Blick in die 80er Jahre, und vieles wird einem auch nochmal selbst vor Augen geführt, aus der guten alten Zeit. Die Scheibe ist qualitativ gut, im Bonusbereich gibt's ein Making-Of, eine Setführung mit dem Regisseur und einige Featurettes.
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