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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Charité - Staffel 1 (Serie)
Titel Charité - Staffel 1 (Serie)
Produktion/Vertrieb Universum Film GmbH
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Veröffentlichung 21.04.2017
Laufzeit 150:00 & 150:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 7 von 15 Punkten
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Das Jahr 1888 ist nicht nur das Jahr in dem Jack the Ripper London unsicher machte, sondern auch jenes Jahr, in das uns Regisseur Sönke Wortmann mit seiner Mini-Serie "Charité" mit nach Berlin nimmt. Seit "Deutschland - ein Sommermärchen" hat man von unserem Erfolgsregisseur ("Das Superweib", "Der bewegte Mann", "Das Wunder von Bern") nicht mehr so wirklich viel gehört, zumindest was hohe filmische Qualität angeht. Nun widmet er sich einem kleinen, aber bedeutenden Teil der Geschichte des weltbekannten Berliner Krankenhauses, und konnte damit bereits acht Millionen an den TV-Schirm fesseln. Große Namen stehen da im Raum. Rudolf Virchow, Robert Koch, Paul Ehrlich und Emil Behring, medizinische und wissenschaftliche Koriphäen, die nicht nur ihre Zeit prägten, sondern Errungenschaften von medizinischer Geschichte aufzeigten. Die Story selbst hat allerdings die junge Waise Krankenschwester Ida Lenze. Diese arbeitet ihre Schuld nach einer Blinddarm-OP in der Charité ab, und ist somit auch Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Weiter sind natürlich auch weltpolitische Dinge Thema, und Liebeleien, sowie private Problemchen der Ärzte und sonstigen Personen.

Ja man merkt es schon. Für seine gerade mal sechs Folgen, die obendrein auch noch gleich einige Jahre bedienen, ist das viel Handlung, enorm viel! Und hieran krankt "Charité" Staffel 1 auch am meisten. Mit den vielen kleinen Baustellen ist die Serie einfach überfrachtet, während wichtige Aspekte der geschichtsträchtigen Mediziner selbst fast unter den Tisch fallen, oder nur beiläufig abgehandelt werden. Wichtiger scheint die fiktionale und dadurch unwichtige Figur der Ida zu sein, was "Charitè" dann weit unwichtiger erscheinen lässt. Gedreht wurde in Prag, mit einem beachtlichen Budget von insgesamt über 7 Millionen Euro, was die Serie optisch hochwertig erscheinen lässt. Auch an namhaften Darstellern mangelt es nicht, ohne diese alle aufzählen zu müssen. Da wird gute Arbeit geleistet, während es unter dem Strich heißt: In der angekündigten Staffel 2 muss mehr richtig gemacht werden, sonst geht abermals eine deutsche Serie (wie so oft) vollständig den Bach runter. In Zeiten hochwertigster Serien, die man nicht einmal mehr alle schauen kann, wenn man 24/7 Zeit hätte, ist die Zeit für ein Format wie "Charitè" schlicht zu schade. Bild und Ton der Blu-ray können hingegen überzeugen.
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