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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Blair Witch (Blu-ray)
Titel Blair Witch (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Studiocanal
Homepage blairwitch-film.de/
Veröffentlichung 09.02.2017
Laufzeit 89:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 8 von 15 Punkten
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Sicher ist er keineswegs der erste Film, den man heute als Found Footage bezeichnet, aber wohl ohne Zweifel der erfolgreichste: "The Blair Witch Project". Mit minimalem Aufwand gedreht, mit geflschter Webprsenz zustzlich angeheizt, und dann Abermillionen damit umgesetzt. Das Rezept dabei sehr simpel. Drei unbekannte Darsteller mit Kameras und grobem Szenenbild in den Wald schicken, das fertige Produkt als Horrorfilm mit "wahrem" Hintergrund vermarkten. Found Footage Filme gab es seither unzhlige, aber die wenigsten werden mit einer Fortsetzung von Adam Wingard ("The Guest", "You're Next") gerechnet haben, wohl auch weil er bis zur ersten Vorfhrung den Arbeitstitel The Woods beibehielt, und erst dann rausrckte, dass es sich um "Blair Witch" handelte. Der Film lsst "Blair Witch 2 - The Book of Shadows" vllig auer acht, und spendiert dem 1999er Erfolg eine richtige Fortsetzung, abermals im bewhrten dokumentarischen Stil.

Um den Schulterschlu zum Original herzustellen fhrt man James Donahue ein, den Bruder der damals nahe Burkittsville verschwundenen Studentin Heather. Er berzeugt seine Freunde Peter, Ashley und Lisa, dass seine Schwester noch leben knnte, da er Aufnahmen von ihr im Internet fand, die von der damaligen Expedition, und dem Haus von Rustin Parr in den Wldern zeigen. Sie machen sich mit zwei weiteren Ortsansssigen auf in den Wald, doch schon bald sehen sie, wie schon die Gruppe um Heather damals, seltsame Zeichen in den Bumen hngen, und auch sonst scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Gibt es die Hexe von Blair tatschlich?

Nun, ohne groe Umschweife kann man sagen, dass sich "Blair Witch" nicht einmal wirklich gro von vom Original unterscheidet. Abermals geht eine Gruppe junger Leute in den Wald, abermals wird mit Kameras gefilmt, diesmal halt in Farbe. Ich muss gestehen ich mochte "The Blair Witch Project" schon immer, vielleicht gerade wegen des offenen Endes, oder weil nicht alles auf dem Silbertablett erklrt wurde. Im Falle von Wingards Film wird mir zuviel erklrt, was in manchen Teilen fr mich auch keinen greren Sinn ergibt. Ein groes Manko ist das nicht, denn zartbesaitete Zuschauer erfahren ab dem Zeitpunkt der ersten Hexenbasteleien in den Bumen durchaus etwaige Gruselmomente, die mich persnlich schluendlich aber als zu vorhersehbar enttuschten. Sicher ist "Blair Witch" kein schlechter Film, er fhlt sich aber mehr wie ein Remake, als eine eigenstndige Geschichte an. Etwas weniger plakativ und zeigefreudig htte dem Streifen sicher besser gestanden. Darstellerisch gibt es keine Aussetzer zu verzeichnen, wobei man von dem stndigen Geschrei und Geschluchze im letzten Drittel schon auch mal genervt sein kann. Nach seinen letzten beiden Filmen bin ich ehrlich gesagt enttuscht von Wingard, vor allem da er bereits 2012 mit der Arbeit an diesem Sequel begann. Manchmal ist zu viel Zeit an einem Projekt halt auch kein Segen.

Da hier technisch natrlich um einiges aufwendiger gearbeitet werden konnte als im Original, merkt man dies vor allem bei der klanglichen Kulisse. Auf die kommt es in einem Film wie diesem ja auch an, und da berzeugt die 5.1 Tonspur auf ganzer Linie. Dass das Bild keine HD-Momente aufkommen lsst, liegt genrebedingt ja in der Natur der Sache. Im Bonusbereich finden sich zwei kleine Featurettes, sowie ein kurzes Making-Of. Ein Audiokommentar mit Adam Wingard und ein Blick hinter die Kulissen runden das Zusatzmaterial ab.
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