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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Imperium (Blu-ray)
Titel Imperium (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Ascot Elite Home Entertainment
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Veröffentlichung 09.12.2016
Laufzeit 109:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Filme die im Nazimilieu spielen gibt es ja bereits so einige. Die Klassenprimusse "Romper Stomper", "American History X" und "Higher Learning" drften ziemlich jedem Filmfan gelufig sein, zumal ja u.a. auch Russel Crowe und Edward Norton oder Laurence Fishburne namhafte Leistungen beisteuerten. Nun kommt mit Daniel Ragussis Regiedebt "Imperium" ein weiterer Streifen, der sich in die Niederungen von Virginias arischen Vertretern begibt. Hauptakteur des Ganzen ist Daniel Radcliffe, Moment wer? Ja, "Harry Potter" himself, und kann man sich jenen als parolenschreienden Rechten vorstellen? Sollte man, denn wie bereits in "Kill Your Darlings" oder "Horns" kann der Brite auch abseits des Zauberstabs hervorragende Leistungen abrufen.

Er spielt hier den jungen FBI-Agenten, und nerdigen Schreibtischhengst, Nate Foster. Da in Krze ein Anschlag aus der rechten Szene vermutet wird, will Teamleiterin Zamparo Nate in die rechte Szene einschleusen. Er soll herausfinden ob und was genau geplant ist, und vor allem wer die tragenden Elemente in dem Fall sind. Die Wandlung zum glatzkpfigen Skinhead gelingt dem unbedarften Agenten recht gut, und schnell gelingt es ihm auch in die rechte Szene einzutauchen. Doch er muss stets auf der Hut sein nicht enttarnt zu werden, und er muss auch erkennen, dass nicht nur schlgernde Nazi-Skins, sondern auch Hass-Prediger und gut situierte Familienmenschen wie Gerry Conway Teil des White Power Systems sind.

Ragussis Bringt uns hier keine Blaupause der oben genannten Skinhead-Dramen, sondern vielmehr einen genretypischen Undercoverermittler-Streifen mit all den gngigen Zutaten. Was den Film dabei so interessant macht ist, dass eben nicht nur tumbe Skins gezeigt werden, sondern auch andere Facetten der Rassisten in Form des Radio-Hasspredigers Wolf oder des charismatischen Familienmenschen Conway, sowie die militante Aryan Alliance Bewegung. Auch deren einzelne Ideologien werden etwas durchleuchtet, sowie die jeweiligen Grnde einzelner sich den Nazis anzuschlieen. Natrlich handelt es sich bei "Imperium" dennoch nicht um eine hochgestochene Milieustudie, sondern eben um einen dramatischen Thriller, der aber eben durchaus mit einem guten Augenma seitens Regie und Drehbuch agiert.

Seinen Teil dazu beigetragen haben drfte Michael German, der selbst beim FBI zwei Jahre Undercover in der White Supremacy Bewegung und militanten rechten Flgeln unterwegs war. German arbeitete mit Ragussis das Drehbuch aus, und drfte dabei einiges an fundiertem Wissen verarbeitet haben. Manches kommt zwar durchaus etwas plakativ daher, verfehlt seine Wirkung aber nicht, wie die Tatsache, dass bereits den kleinsten Kindern die Ideologie an die Kurzen vermittelt wird und dann Cupcakes mit Hakenkreuz serviert werden. Zum Gelingen tragen natrlich Radcliffe und seine Schauspielkollegen bei. Toni Colette bleibt zwar als Fosters Chefin etwas blass, Sam Trammell ("True Blood") macht seine Sache dafr als Conway ber die Maen gut. Auch der Rest des Ensembles ist gut gewhlt, allen voran Tracy Letts ("Homeland") als Dallas Wolf. Der Spannungsbogen wird recht gut bis zum Ende gehalten, und wer der Thematik etwas abgewinnen kann, sollte sich "Imperium" nicht entgehen lassen. Die Blu-ray reit in Bild und Ton keine Bume aus, leistet sich aber auch keine groben Schnitzer. Im Bonusbereich findet sich noch ein Interview mit dem Hauptdarsteller und ein paar Eindrcke vom Zricher Filmfestival.
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