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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Der gute Göring
Titel Der gute Göring
Produktion/Vertrieb Studio Hamburg Enterprises
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Veröffentlichung 12.02.2016
Laufzeit 90:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Wenn es darum geht die Machtstützen des Dritten Reiches herauszuheben, ist unter den führenden Namen Hermann Göring natürlich ganz vorne mit dabei. Der erfolgreiche Jagdflieger des 1. Weltkrieges stieg nach dem Hitlerputsch zum Reichsminister auf, und war maßgeblich am Herbeiführen der Vernichtung der Juden beteiligt, war Adolf Hitlers zweiter Mann. Seiner Verurteilung zum Tode durch den Strang in den Nürnberger Prozessen entzog sich Göring durch Selbstmord. Jedoch ist es nicht maßgeblich er, dem sich der dokumentarische Film "Der gute Göring" widmet. Sehr spät erst wurde bekannt, dass sein jüngerer Bruder Albert Göring eine nicht unerhebliche Rolle spielte seinerzeit. Nicht nur im Leben des Hermann Göring, sondern auch im Leben etlicher jüdischer Bürger, die Albert das Leben zu verdanken haben. Dieser war nämlich nicht dem Naziregime ergeben, sondern verabscheute es, und rettete vielen vermeintlichen Opfern seines Bruders Hermann, Juden und auch Nichtjuden, das Leben. "Der gute Göring" arbeitet die Szenerie der beiden ungleichen Brüder einerseits spielfilmartig in fünf Episoden von Zusammentreffen von Hermann und Alfred auf, andererseits gibt es zwischengestreute Interviews zu sehen. Zwar sind die gespielten Szenen nicht uninteressant, wirken stellenweise aber irgendwie etwas steril und arg gestellt, zumal anscheinend nichts von den Dialogen belegbar zu sein scheint, und lediglich die Beziehung der Brüder untereinander verdeutlichen soll. Die Interviews mit der Tochter Alfreds und Kindern von jüdischen Geretteten sind da ungleich spannender anzuhören und heben die Dokumentation dann doch noch auf eine höhere, wertvollere Ebene. Wer sich für derartige Gegebenheiten der damaligen Zeit interessiert, findet hier definitiv Stoff den man so noch nicht gehört hat. Persönlich hätte ich mir tiefer gehende Informationen gewünscht zu einem Mann, der so viel Gutes tat, dann aber heimlich still und leise, und vor allem unbemerkt im Jahre 1966 von uns ging. Seine Taten wurden übrigens nie offiziell anerkannt. Die DVD beinhaltet noch ein zwanzigminütiges Making-Of.
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