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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Unknown User (Blu-ray)
Titel Unknown User (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Universal Pictures Germany GmbH
Homepage archiv.upig.de/micro/unknown-user.html
Veröffentlichung 07.01.2016
Laufzeit 80:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Etwas Neues im Horrorbereich zu schaffen ist nicht einfach, und oftmals hat man das Gefhl es wird noch nicht einmal der Versuch unternommen. Einfach althergebrachtes neu aufbrhen, wird schon laufen. Gerade bei den mittlerweile etablierten und allgegenwrtigen Found Footage Filmen schleicht sich das Wrtchen Innovation doch eher etwas davon. Da kommt Levan Gabriadze mit seinem zweiten Spielfilm "Unknown User" daher, und mchte zumindest einen kleinen Ansatz der Neuerung einbringen. Unter Produzent Timur Bekmambetov ("Wanted", "Wchter der Nacht") sammelte er eine kleine Schar recht unverbrauchter Jungdarsteller um sich, und widmete sich dem Thema Teenie-Slasher mal nach aktuellen technischen Gesichtspunkten.
Nachdem ein kompromittierendes Video im Internet landete, beging die junge Laura Barns Selbstmord. Ein Jahr nach diesem schrecklichen Ereignis treffen sich sechs ihrer Mitschler im Videochat, in dem kurz darauf auch noch ein siebter User auftaucht. Keiner kennt ihn, anfangs glaubt man an einen schlechten Scherz, doch der unbekannte User will wissen wer fr den Tod Lauras verantwortlich ist. Um seinen Fragen Nachdruck zu verleihen droht er den Chattern mit dem Tod, und dass dies kein Scherz ist, mssen diese bald schmerzlich erfahren.

Natrlich ist die Geschichte von "Unknown User" eine Blaupause diverser Slasher der letzten Jahrzehnte, und sorgt zu keiner Zeit auch nur fr einen Anflug von Neuem. Found Footage wird in diesem Fall allerdings nicht ber Handkameras oder Handycams ins Spiel gebracht, sondern ber die Kameras an den Computern. Unsere Kandidaten sitzen wirklich vor dem PC, und da spielen sich auch die knapp 80 Minuten Film ab! Wenn man sich darauf einlassen kann, funktioniert diese Schose auch durchaus recht ansehnlich, und Gabriadze schafft es Spannung aufzubauen, und bis zum Ende auch zu halten. Dabei sollte allerdings erwhnt werden, dass durchaus auch der Zuschauer gefordert ist, denn alles was ins filmische Skypeleben getippt wird, muss man auch selbst am Bildschirm lesen. Wer auf sowas keine Lust hat, dem wird "Unknown User" schnell ziemlich auf den Zeiger gehen. Die Darsteller sind keine Theatermimen, knnen im Rahmen ihrer Mglichkeiten aber grtenteils berzeugen, und das ist auch wichtig, denn man hat sie ja auch permanent vor Augen.
Gedreht wurde der Streifen in nur einem einzigen Haus als Location, und konnte damit auch kostengnstig fr unter 1 Million Dollar realisiert werden. Dadurch war die Option eines Kassenerfolges fr "Unknown User" alleine schon relativ hoch, und diese Hrde nahm er auch. Am Startwochenende splten sich 16 Millionen in die Kassen der Produzenten, insgesamt allein in den USA gar ber 30 Millionen, fehlt noch der Rest der Welt und die Heimkinoauswertungen. Der Erfolg ist natrlich nicht alles, aber wer Found Footage sinnvoll mit aktueller Thematik (Cybermobbing) und vor allem den technischen Bestandteilen unseres tglichen Nutzens (Facebook, Skype, Youtube...) verbunden sehen mchte, der wird mit dem Streifen auch gut unterhalten, lediglich die Auflsung trbt das Ganze dann wieder etwas ein.

Bild und Ton der Blu-ray zu bewerten gestaltet sich relativ schwierig. Durch die Methode lediglich Computerbildschirme mit den eingeblendeten Gesichtern oder gerade mal den Hintergrnden derer Rume zu zeigen, inklusive technisch gewollter Bildfehler, ist die Bildqualitt eben genau dem angemessen, aber sicher kein HD-Wow Erlebnis. Tontechnisch wandelt man auf hnlichen Pfaden, dem Nutzen angemessen passt wohl als Beschreibung am ehesten zu Tastaturklappern, digitalen Geruschen der PC-Welt und hnlichem. Bonusmaterial ist ansonsten keines zu finden.
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