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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

A Young Doctor's Notebook - Staffel 1 (Blu-ray)
Titel A Young Doctor's Notebook - Staffel 1 (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Polyband
Homepage www.polyband.de/
Veröffentlichung 29.11.2013
Laufzeit 88:00 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 13 von 15 Punkten
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"Sarkastisch, makaber, kauzig: eine echte TV-Perle" (Zitat Cinema), so lautet der Schriftzug, welcher das Cover der ersten Staffel von "A Young Doctor's Notebook" ziert. Selten bis nie konnte ich so einen Werbespruch komplett unterschreiben. Nichts ahnend, schob ich die vorliegende Scheibe in mein Abspielgert und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Dass Daniel Radcliffe mehr als einen jugendlichen Zauberer spielen kann, sahen wir krzlich beim gelungenen Hammer-Studios-Comeback-Grusler "Die Frau In Schwarz". Auch Jon Hamm aus "Mad Men" soll ein guter Dartsteller sein, sagt man. Also dann:
Erzhlt wird die Geschichte um den russischen Arzt Vladimir Bomgard (Hamm), der whrend eines Verhrs, mit Hilfe seiner Notiz- und Tagebcher, auf die Zeit nach seinem Universittsabschluss zurckblickt. 1917: Gnzlich ohne praktische Erfahrung wird der jugendlich aussehende Bomgard (Radcliffe) von Moskau aus ins Niemandsland geschickt, um ein Krankenhaus zu leiten. Das dreikpfige Pflegepersonal nimmt ihn anfangs nicht wirklich ernst und beruft sich stndig auf seinen Vorgnger. Nach ersten Startschwierigkeiten meistert der junge Arzt eine Hrde nach der anderen. Ganz normal ist aber auch er nicht, denn in regelmigen Abstnden erscheint ihm sein spteres ich, was zu zahlreichen absourden Momenten fhrt. Weiter beginnt Bomgard sich irgendwann aus Einsamkeit und eigenen Krankheitserscheinungen, Morphine zu spritzen...

In scharfen, aber dunklen Bildern kommt diese Serienumsetzung der Kurzgeschichtensammlung "A Young Doctor's Notebook", des russischen Schriftstellers Mikhail Bulgakov, daher. Die Sets sind hervorragend ausgestattet und besonders die groartige, knstlerische Belichtung sorgt fr eine bedrckende Atmosphre. Aber das grte Kaufargument ist der bitterbse, ultra schwarze Humor. Der Zuschauer wird oft aus dem Nichts mit makabren, schrgen Situationen konfrontiert. Hier und da ertnen derbe Sprche und dem Doktor spritzt schon mal unerwartet eine dicke Ladung Eiter ins Gesicht. Das Problem einer stumpfen Knochensge in Kombination mit einer ntigen Amputation, sollte auch offensichtlich sein. Das bringt mich zum berraschend hohen Ekel- und Hrtegrad, die FSK-16er-Freigabe ist schon grozgig.
Unterm Strich ist "A Young Doctor's Notebook" eine herrlich frische und ja, auch kautzige Serie, die mir von der ersten Minute an sehr gut gefallen hat. Leider sind die gerade mal vier Folgen, zu je 22 Minuten, viel zu schnell vorbei. Daher sollte man schon gut berlegen, ob der Preis zum Verkaufsstart angemessen ist, zumal sich das Zusatzmaterial auf einen 12 Minuten langen Blick hinter die Kulissen beschrnkt. Andererseits handelt es sich, meiner Meinung nach, um eine der besten TV-Produktionen der letzten Jahre, da darf man gerne mal ein Auge zudrcken. Der Erfolg und die allgemeinen Kritiken sprechen fr sich. Eine zweite Staffel startet derzeit in England, ich kann es kaum noch erwarten. Da die Buchvorlage schon abgearbeitet ist, wird mit selbstentwickelten Geschichten weitergearbeitet - Halleluja!
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