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24. April 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Solo für Klarinette
Titel Solo für Klarinette
Produktion/Vertrieb Universum Film GmbH
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Veröffentlichung 05.07.2013
Laufzeit 90:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Damals häuften sich die "Sex-Skandal" Meldungen, als der Film "Solo für Klarinette" 1998 in die deutschen Lichtspielhäuser kam. Sicher, üblich war es im deutschen Film nie, sexuelle Handlungen derart grafisch und explizit darzustellen. Unter dem Strich vergaß man stellenweise aber, dass nicht Götz Georges Penis der Mittelpunkt des Films ist, sondern eine ebenso präsente Krimi-Handlung und das menschliche Schicksal der Protagonisten.
Bernie Kominka ist Polizist bei der Mordkommission in Berlin. Desillusioniert, Eheprobleme und ein behinderter Sohn, der ihn hasst. Hinzu kommt ein neuer Fall, bei dem das Opfer mit einer Klarinette den Schädel eingeschlagen bekam, und dem der halbe Penis abgebissen wurde. Kominka ermittelt, gerät jedoch zusehends in die Bredouille, als er sich in eine Tatverdächtige verliebt, und vom Dienst suspendiert wird, weil sein Vorgesetzter (gleichzeitig sein Schwager) der Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung mit seiner Ehefrau quer liegt. Kominka und die verdächtige Anna geben sich einander hin, jedoch ziehen sich die beiden unaufhaltsam gegenseitig in den Abgrund.
Was wie ein gewöhnlicher Krimi beginnt, steigert sich zusehends in ein menschliches Drama, in düsterer Großstadtkulisse. Keine Hoffnung, nichts Erhellendes, und der eigentliche Fall gerät ins Hintertreffen. Dank der großartigen Leistungen sämtlicher Darsteller, allen voran Götz George und Corinna Harfouch, weiß aber eben genau das zu gefallen. Kameraarbeit, Sounduntermalung und Inszenierung sind einfach sehr gut gelungen. Unterstrichen wird dies alles natürlich von den vorab genannten Sexszenen, und der ein oder anderen gewalthaltigeren Szene. Dies alles reiht sich aber völlig in die Handlung ein, und ist daher absolut zweckdienlich, nicht plakativ. Für Freunde des deutschen Films definitiv eine Empfehlung wert.
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