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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Der letzte schöne Tag
Titel Der letzte schöne Tag
Produktion/Vertrieb Edel Germany GmbH
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Veröffentlichung 19.04.2013
Laufzeit 90:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Hin und wieder muss man auch mal wieder eine Lanze für den deutschen Film brechen. In Zeiten in denen Hollywood und Serienwahn regieren, haben viele schlicht keine Lust mehr auf deutsche Produktionen, erst Recht nicht, wenn diese fürs TV gemacht wurden, und nicht für die große Leinwand. Ein äußerst positives Beispiel für ein gelungenes Drama aus unseren Landen erscheint nach seiner TV-Erstaustrahlung nun auch auf DVD. In "Der letzte schöne Tag" (aus dem Jahre 2001)geht es um eine Ärztin in der Blüte ihres Lebens. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder, kurz: Es geht ihr gut. Zumindest nach außen, denn sie leidet unter Depressionen, und beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie ruft ihren Mann und ihre Kinder ein letztes Mal an, jedoch ahnt keiner von ihnen, dass ihr Mann sie, nach ihrem Selbstmord, nur noch tot finden wird. Das Leben gerät aus den Fugen, und keiner weiß, wie es nun weitergehen soll. Wut, Ohnmacht und Trauer machen sich in der kleinen Familie breit.
Mit viel Gefühl und einer Hand fürs dramatische, ohne kitschig zu werden, hat es Regisseur Johannes Fabrick geschafft einen Film zu drehen, der dieses heikle Thema beachtlich ins Zentrum zu rücken weiß. Tatkräftige Unterstützung liefern hier Wotan Wilke-Möhring, der wieder einmal beweist, dass ihm derartige Rollen einfach liegen, und die beiden Darsteller der Kinder, Matilda Merkel und Nick Julius Schuck. Die langsame Erzählweise bietet einen sehr guten Einblick in das Leben von Betroffenen eines solchen Schicksals. Dass die Umsetzung dieses schwierigen Themas so gut gelungen ist, liegt maßgeblich aber auch am Drehbuch, in dem die Autorin selbst den Freitod ihrer Mutter und Schwester verarbeitet. Hier sind große Gefühle am Werk, und da darf auch Mann mal zum Taschentuch greifen. Man sollte sich zudem nie sicher sein, dass ein solches Schicksal nicht auch ins eigene Leben einschlagen kann.
Nicht umsonst gewann der Streifen etliche Preise, und erscheint als Film No. 16 in der "Gewinner-Filmedition" von der Edel Germany GmbH.
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