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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Haus der Sünde
Titel Haus der Sünde
Produktion/Vertrieb NFP Marketing & Distribution
Homepage www.nfp.de/
Alternative URL www.hausdersuende-derfilm.de/
Veröffentlichung 29.11.2012
Laufzeit 121:00 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 8 von 15 Punkten
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"Haus der Sünde"? Die Handlung spielt in einem Bordell?? Ok, Jungs, Hier wird nicht gespult und auch die Taschentücher könnt ihr wieder wegpacken, wir rezensieren "so was" nicht. Zwar hatte ich zunächst auch ein wenig Bedenken ob des Milieus, in dem der Film spielt, doch außer ein wenig nackter Haut hat man nichts mit Schwedenwestern gemein.
"Haus der Sünde" stellt vielmehr das Portrait eines Edelbordells in Paris um die Jahrhundertwende 1900 dar. Unter der strengen, aber durchaus fairen und wohl gesonnenen Hand von Madame (oder Puffmutter, wenn man so will) erfüllen ein Dutzend junger, hübscher Frauen wohlhabenden Männern ihre Fantasien. In der Regel sind dies mehr oder weniger tolerable, wenn auch eher ungewöhnliche Praktiken. So liebt es einer der Freier in Champagner zu baden, während ein anderer Fesselspiele bevorzugt.
Dem Haus droht nur leider die Schließung und die Mädchen haben Zukunftsängste.
Der Film ist sehr authentisch und lebt vom sehr guten Spiel der Damen. Action oder Spannung sucht man natürlich vergebens und doch hält der Film einen mit seiner liebevollen und detailgetreuen Art im Bann. Wann möchte stets wissen, wie es mit den Huren weitergeht. Hier wurde ganz besonders eine hervorgehoben, die von einem Freier ein grässliches "Glasgow Smile" verpasst bekommen hat und damit im Grunde arbeitslos gemacht wurde. Schöne Bilder, (manchmal zu) lange Einstellungen und eine, den Charakter des Films treffend unterstreichende Musik (die partiell NICHTS mit dieser Epoche zu tun hat, aber trotzdem passt) runden mein Bild weitestgehend ab. Nichts, was man sich in jeder Stimmung geben kann, aber ein gelungener Blick auf ein Metier, welches man ansonsten doch eher recht eindimensional begutachten würde.
Mit einer Laufzeit von gut zwei Stunden ist der Streifen womöglich einen Tick zu lang geworden und doch sollten sich alle, die sich von meiner Rezi angesprochen fühlen, dem Film eine Chance geben.
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