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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Untote Wie Wir - Man Ist So Tot Wie Man Sich Fühlt
Titel Untote Wie Wir - Man Ist So Tot Wie Man Sich Fühlt
Produktion/Vertrieb Universal
Homepage www.universal-pictures.de
Veröffentlichung 19.01.2012
Laufzeit 113:03 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Zombiefilme gibt es mittlerweile, wie Sand am Meer. In den letzten Jahren jagt eine minderwertige Produktion die nächste. Wenn dann noch, wie in dem vorliegenden Fall, ein Regisseur reaktiviert wird, der seit seiner ersten Arbeit dreizehn Jahre pausiert hat, verheißt das meistens nichts Gutes. Umso schöner ist es, wenn Vorurteile einmal nicht bestätigt werden.

Der Soldat Bart wird im Irak bei einem nächtlichen Einsatz getötet. Daraufhin überführt man die Leiche in die USA, um sie dort zu bestatten. Danach passiert das Unmögliche: er steigt als Zombie wieder aus dem Sarg und kommt mit der neuen Situation kaum zurecht. In der Not wendet sich Bart an seinen besten Freund zu Lebzeiten (Chris Wylde). Von nun an entwickeln die beiden eine ganz eigene Methode, um an notwendiges Menschenblut für den Untoten heranzukommen. So beginnt eine Spirale der Gewalt, in der die Kumpels einen Verbrecher nach dem anderen ausschalten bis das Ganze außer Kontrolle gerät und es auch erste unschuldige Opfer trifft.
Zombiekomödie trifft "Taxi Driver", trifft "Der Blutige Pfad Gottes". Etwa so kann man diese etwas andere Variante eines Horrorfilms bezeichnen. Trotz vieler Zitate und Anspielungen, präsentiert sich "Untote Wie Wir" (Originaltitel: "The Revenant") überraschend unterhaltsam und im Endergebnis doch ziemlich eigenständig. Hier und da ist der Streifen ein bisschen holperig erzählt, denn es passieren zwei bis drei Mal Dinge, welche die Geschichte künstlich-konstruiert vorantreiben. Das macht aber nicht viel, denn bei einem ambitionierten Nischenfilm drück ich gerne mal ein Auge zu. Sympathiepunkte gibt es auf jeden Fall für die coole Grundgeschichte, den überraschend guten Hauptdarsteller (David Anders) und den starken Soundtrack. Vor allem kann die absolut gelungene Entwicklung der Stimmung, sowie der Figuren überzeugen. Das traut man diesem Film, der im ersten Moment wie eine schrullige Kifferkomödie wirkt, gar nicht zu. Ich kann nur raten, sich am Anfang nicht abschrecken zu lassen. Trotzdem wird die Dialoglastigkeit dem einen oder anderen nicht zusagen, denke ich. Also am besten hält man die Erwartungen flach und geht mit der Ausgangssituation ran, dass es sich um eine kleine, günstige B-Film Produktion handelt.

Wir haben es hier mit einem frischen Independent-Beitrag zu tun, der tatsächlich eine originelle Story bietet, sowohl lustige, wie auch tragische Momente hat und ein hammermäßig starkes Ende obendrauf setzt. In Regisseur D. Kerry Prior schlummert eine Menge Potential. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht nochmal 13 Jahre dauert, bis sein nächster Film kommt. Die DVD-Veröffentlichung hat lobenswerterweise ein paar interessante Extras an Bord, wie unveröffentlichte Szenen und einen Audiokommentar. Die Bild- und Tonqualität hält sich wegen des limitierten Ausgangsmaterials in Grenzen, geht aber in Ordnung.
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