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23. November 2014 - Uhr
 
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695 Reviews in der Datenbank
Billing ROCK HARD FESTIVAL 2004
Ort Gelsenkirchen, Amphietheater
Datum 29. & 30.05.2004
Autor Andreas, Olaf & Roland
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Ich muss meine Theorie aus dem Fuck The Commerce VII-Bericht wohl korrigieren: Beim Hinweg zur zweiten Auflage des Rock Hard Open Airs haben wir es tatschlich geschafft, uns NICHT zu verfahren, wow! Ein gutes Omen also fr das anstehende Festival. Da wir hier mit satten drei Redaktionsmitgliedern am Start waren, sollte es uns auerdem gelingen, bis auf DESTRUCTION zu wirklich jeder Band einen Kommentar auf die Beine zu stellen, daher genug der Vorrede und viel Spa beim Schmkern und beim Genieen der prallen Bilder-Gallerie!
Andreas

Tag 1

THUNDERSTORM
Ich war sehr enttuscht, als die Absage von Doomsword als Opener fr das diesjhrige Rock Hard Festival bekannt wurde. Doch bekam dadurch eine weitere, ebenfalls aus Italien stammende Doomkapelle namens Thunderstorm die Gelegenheit, die Bhne zu entern. Die Songs der Truppe sind irgendwo zwischen Candlemass und Black Sabbath einzuordnen und kamen bei den nicht gerade wenigen Doomkpfen, die sich bereits zu solch frher Stunde vor der Bhne tummelten, gut an. Der klasse Sound, den brigens alle Bands im Verlauf des Festivals hingezaubert bekamen, tat sein briges und so waren die erdigen, langsamen Riffs genau das Richtige, um die Nackenmuskulatur aufzuwrmen. Auch wenn Thunderstorm vom Erscheinungsbild nicht so kultig sind wie Doomsword und im direkten Vergleich (bei mir) den Krzeren ziehen wrden, waren sie doch ein wrdiger Vertreter.
Roland

DEAD SOUL TRIBE
Mit Dead Soul Tribe ging es nach einer wie schon vom Vorjahr gewohnt kurzen Umbaupause ruhig weiter. Die inoffizielle Nachfolgeband der legendren Psychotic Waltz verzauberte die Zuhrer mit ihren unter die Haut gehenden Melodien, und die Stimme von Bandleader Devon Graves (alias Buddy Lackey) sorgte auch bei strahlendem Sonnenschein fr eine krftige Gnsehaut. Auch der Meister selbst hatte scheinbar Spa an der Sache, denn egal ob er nun mit Querflte, der elektrischen oder akustischen Gitarre bewaffnet war, zeigte er ein stilles Lcheln und seine Augen strahlten. Klasse Gig.
Roland

NAGLFAR
Den ersten krassen Stilbruch des noch jungen Tages gab es wenig spter mit den Schwedischen Vollgas-Melodikern von NAGLFAR, die ihren Black-Death bei unpassend sonnigem Wetter auf das Publikum loslieen. Dabei gaben sich die Herren alle Mhe, mglichst bse in die Meute zu starren, was irgendwie ein wenig deplaziert wirkte, aber andererseits auch dazu gehrt. Lead Gitarrist Andreas Nilsson und Basser Kristoffer Olivius beeindruckten dabei nicht nur durch ihr famoses Spiel, sondern auch durch eine nicht zu bersehende Wampe, was der Sache bei knalligen Songs wie u.a. "As Twilight gave Birth to the Night", "Through the Midnight Spheres" (von "Vittra"), "Horncrowned Majesty", "Blades", "When Autumn Stormes come" (von "Diabolical"), "Black God Aftermath" und "Of Gorgons spawned through Witchcraft" (von "Sheol") aber keinen Abbruch tat. Lediglich Schlagzeuger Mattias Grahn wirkte trotz langjhriger Mitgliedschaft beim nordischen Schlachtschiff seltsam fehl am Platze, weil brav und teilnahmslos. Auch mit dem Sound hatten die Mannen kurzfristig zu kmpfen, so dass der erste Song in einem ziemlichen Klang-Matsch unterging, was bei dieser Art von Musik freilich tdlich ist, sich aber schnell besserte, so dass die vielen Feinheiten von NAGLFAR zum Tragen kommen konnten.
Andreas

GLUECIFER
Die erste groe berraschung des Tages boten fr mich die Norweger Gluecifer. Asche auf mein Haupt, dass ich diese Band bis heute trotz all der hervorragenden Kritiken nie wirklich angetestet habe. Aber man lernt ja nie aus. Denn was die Jungs um Fronter Biff Malibu auf der Bhne zelebrierten, war einfach eine geile Rock'n'Roll-Show, die heftig gute Stimmung verbreitete und den Bierkonsum, sofern das am heutigen Tag berhaupt noch mglich war, erneut steigerte. Becher hoch!
Roland

KROKUS
Ob bei Krokus auf der Bhne alles glatt lief, was genau gespielt wurde und wie die Menge die Band aufnahm, kann ich leider nicht genau sagen. Denn nachdem ich einige Fotos geschossen hatte, bermannte mich die Tanzwut. Was bei all den alten Gassenhauern (z.B. "Rockcity", "Easy Rocker" etc.), die die altgedienten Rocker aus der Schweiz zum Besten gaben, aber auch kein Wunder war. Egal ob man sie nun als Altherren-Rock bezeichnet oder nicht: zu einem bierseligen sonnigen Nachmittag passt ihr Partyrock wie die Faust aufs Auge. Und dass Marc Storace ein sympathischer Fronter mit genialer Stimme ist, kann wohl ebenfalls niemand abstreiten. Ich hatte auf jeden Fall einen Heidenspa!
Roland

EXODUS
Junge, Junge, was fr ein Hammerbrett haben uns EXODUS mit dem neuen Album "Tempo Of The Damned" beschert! In meinen Augen eine der geilsten Verffentlichungen in diesem Jahr. Und am frhen Abend des 29. Mai 2004 war es soweit: Ich sehe die fnf Bay Area Trasher zum ersten Mal live! Dass diese Tatsache gar nicht so selbstverstndlich ist, knnen meine mitgereisten Kollegen besttigen, denn ich hatte mich im Laufe des Tages gepflegt mit diversen alkoholischen Getrnken ins Nirvana geschossen und wider Erwarten zu den ersten Klngen von "Bonded By Blood" gerade noch die Kurve gekriegt. Die Stimmung vor der Bhne war fantastisch. Da flog nicht nur die Kuh, sondern auch zahlreiche Crowdsurfer. Die Mannen um Steve "Zetro" Souza feuerten eine Salve nach der nchsten ab und fhlten sich sichtlich wohl in ihrem Element. Besonders hngen geblieben sind bei mir "War Is My Sheppard" und vor allem "Black List" vom neuen Album. Ansonsten kann ich nicht viel erzhlen, denn im Moshpit war die Hlle los, da hast du keine Gelegenheit, dir viel zu merken. Hammergeil!
Olaf

GAMMA RAY
GAMMA RAY boten anschlieend eine solide Vorstellung, wobei ich doch den einen oder anderen Song etwas vermisst habe. Beispielsweise wurde, anders als sonst blich, kein Song von HELLOWEEN zum Besten gegeben. Nichtsdestotrotz konnten Titel wie "Heavy Metal Universe", "One With The World" oder "Heart Of The Unicorn" voll berzeugen. Es macht immer wieder Spa, den Hamburgern zuzuschauen und die grundlegend positive Stimmung der Jungs um Kai Hansen zu erleben.
Olaf

IN EXTREMO
Zum Abschluss dieses genialen ersten Festivaltages bestiegen In Extremo die Bhne. Und auch wenn ich die Truppe schon einige Male live sehen durfte, beeindruckten sie mich doch erneut. Schon die klasse ausgestattete Bhne mit dem riesigen, stimmungsvollen Hintergrundbild, den auf groen Federn befestigten Pauken, dem obligatorischen Galgen und allerlei anderen Accesoirs konnte begeistern. Die nun endlich voll zur Geltung kommende Lightshow in Verbindung mit dem genialen Ambiente des Amphietheaters verliehen auch der gewohnt guten Performance der Truppe noch das gewisse Etwas. Nach dem es das wohl allseits aus MTVIVA bekannte "Kss mich" als Einstieg gab, folgte danach etwas fr jeden Geschmack. Sowohl ltere (z.B."Hiemali Tempore" und "Spielmannsfluch") wie auch neuere (z.B. "Vollmond" und "Albtraum") Songs kamen zum Zuge. Genau wie das Publikum schienen auch die Spielleute selbst bester Laune und so gab es bei vielen Ansagen immer wieder Grund zum Schmunzeln und zwischenzeitlich holte sich "Das letzte Einhorn" sogar Gastsnger aus dem Publikum auf die Bhne. Klasse Abschlu des Tages!
Roland

Tag 2

DESASTER
Den Opener des Sonntags bildeten die Bier-Black-Thrasher von DESASTER, die wie immer mit Spa an der Sache loslegten und es vorzglich verstanden, die noch mit Kater kmpfende und sich im Halbschlaf befindliche Masse zu mobilisieren. Nicht, dass vor der Stage schon die Hlle los gewesen wre, aber die, die da waren, hatten sichtlich ihren Spa. Was bei Stimmungs-Garanten wie z.B. "Teutonic Steel", "Profanation", "Symphony of Vengeance" und natrlich dem viel geforderten "Metalized Blood" auch nicht weiter verwundert! Optisch wre wie immer Basser Odin hervorzuheben, dem das Corpsepaint anscheinend nicht abzugewhnen ist und bei dem ich wetten wrde, dass er seine Posen vor dem Spiegel bt. Und natrlich Schlagwerker Tormentor, der mit fliegenden Haaren ab und an wie das Tier aus der Muppet-Show aussah und mit seiner imposanten Krpermasse das Drumpodest in ansehnliche Schwingungen versetzte. DESASTER machten ihre schwierige Rolle als Anheizer des zweiten Tages verdammt gut und sorgten in einem dafr, dass die Nackenmuskeln bei vielen schon mal fr den bescheidenen Rest des Tages warmgebangt ("Bang or be banged!!") wurden.
Andreas

INTO ETERNITY
Nach den Koblenzern DESASTER war die Zeit gekommen fr den groen Auftritt der Kanadier INTO ETERNITY. Mit ihrer einmaligen Mischung aus Death Metal und progressiven Elementen sorgten sie bei einigen Besuchern fr heruntergeklappte Unterkiefer. Ich glaube nicht, dass ich so frh am Tag jemals so ein geiles Live-Set erlebt habe! Zusammen mit EXODUS das Highlight dieses Festivals! Die Gitarristen zockten die kompliziertesten Riffs scheinbar mit links runter und die Gesangslinien, die ich beim Hren der CD "Buried In Oblivion" gleich mehreren Sngern, bzw. Shoutern zugeordnet hatte, bewltigte tatschlich grtenteils eine "Frontsau"! Growlend untersttzt von seinen Bandkollegen htte Frontsirene Chris Krall allerdings etwas aktiver sein knnen und mehr mit dem begeisterten Publikum kommunizieren knnen. Trotzdem: Songs wie "Splintered Visions" oder "Embraced By Desolation" waren genau das richtige Mittel, um die morgendliche Alkoholfahne (wir hatten ausgiebig gefrhstckt!) per Headbanging ein wenig loszuwerden. Daumen nach oben fr INTO ETERNITY!
Olaf

ILLDISPOSED
Die Dnen ILLDIPOSED hatten es dann besonders schwer, da sie zum einen auch nach zig Alben noch tiefster Underground sind und zum anderen als Ersatz von Malevolent Creation herhalten mussten. Das schien den reichlich angetrunkenen Snger aber nicht im mindesten zu Kratzen, der sich nach jedem Song die Zeit fr einen in gebrochenem Deutsch gebrachten Spruch lie und mehr als einmal fr Lacher und Kopfschtteln (von links nach rechts) sorgte. berhaupt strahlte die ganze - mittlerweile im brigen komplett kurzhaarige - Bande eine herrlich erfrischende Leck-Mich-Attitde aus, whrend Snger und Gitarrist mit reichlich ILLDISPOSED-Patches zugekleistert waren. Sieht man auch nicht alle Tage, dass eine Band mit so viel eigenem Merchandise rumrennt, haha! Die wenigen, die vorne waren, wussten aber ihre Matten zu dem Groove-lastigen Death Metal der Dnen (u.a. "Purity of Sadness", "Kokaiinum" und mehrere von der "There's sth.rotten in the State of Denmark", darunter das At The Gates-Cover) fliegen zu lassen. Die Mehrheit hielt sich aber leicht irritiert zurck und lie den komischen Haufen da vorne auf der Bhne einfach machen. Fazit: Ich freue mich auf das angekndigte neue Album, das auf Roadrunner erscheinen wird, einen wirklich Ersatz fr Florida's Malevolent Creation stellten ILLDOSPOSED aber nicht.
Andreas

PINK CREAM 69
Pink Cream 69 hatten einen ungewohnt schweren Stand auf dem Rock Hard Festival. Obwohl sich die Jungs redlich Mhe gaben und viele alte Gassenhauer im Gepck hatten (z.B. "Do you like it like that", "Talk to the moon", "Keep your eye on the twisted"), war die Zahl der Zuhrer vor der Bhne doch arge drftig. Der Funke wollte irgendwie nicht berspringen. Mit einem etwas resegniertem "Ihr seit wohl noch etwas mde" kommentierte Snger David Readman mehrmals die Situation, gab aber dennoch nicht auf und bot mit seinen Mannen trotz allem eine ordentliche Show. Schade fr die Jungs, die - wenn ich an die Party bei ihrem Auftritt auf dem BYH - zurckdenke, Anderes gewohnt sein drften.
Roland

METAL CHURCH
Genau so hab ich's mir vorgestellt: METAL CHURCH gehen direkt in die Vollen und beginnen ihren Gig mit "Ton Of Bricks" vom Album "The Dark"! Da sind bei mir schon wieder alle Lampen an: Aaaaction! Was ich noch mitbekommen habe, ist, dass Neu-Snger Ronny Munroe gesanglich super in die Band passt. Die alten Sachen wie beispielsweise "Watch The Children Pray" (sehr geil!), "Metal Curch" oder "Start The Fire" sang er absolut Metal Church-typisch. Insgesamt htte sich die Band noch etwas agiler auf der Bhne zeigen knnen. Von dem meinerseits sehr geschtzten Album "Hanging In The Balance" wurde leider kein Titel gespielt, aber trotzdem wussten METAL CHURCH am spten Nachmittag mehr als zu gefallen. Von der Musikalitt dieser "alten" Truppen knnten sich manche jngeren Bands ne Scheibe abschneiden!
Olaf

DARK TRANQUILLITY
Auf DARK TRANQUILLITY war ich dann doch sehr gespannt, hatte ich die Schweden doch vorher noch nie live erleben drfen. Auffallend war direkt der rothaarige Snger Mikael Stanne, der wie ein Hippie oder Jesus-Verschnitt auf der Bhne rumstrahlte, wie ein ganzer Kugelsternhaufen. Insgesamt gab sich die komplette Band sehr spielfreudig und professionell und man merkte den Mannen die langjhrige Bhnenprsenz an. Die Arschlochkarte hatte wie immer der Keyboarder gezogen, da er nicht immer was zu tun hatte und somit teils unterbeschftigt und verloren in der Ecke rumstand. Ich hatte sowieso den Eindruck, dass bestimmte Passagen vom Band kamen, aber da kann ich mich auch irren. Songs, die mir im Ohr geblieben sind, wren: "The Wonders At Your Feet", "Feast Of Burden", "Monochromatic Stains", "Single Part Of Two", "White Noise / Black Silence". Besonders gespannt war ich auf den Klargesang, wie man ihn vom "Projector"-Album kennt und siehe da: Der Mann kriegt das auch live hin, Respekt! DARK TRANQUILLITY boten bei tollem Sound eine mitreiende und motivierte Show, wofr sie von den intensiv mitgehenden Fans auch mit reichlich Applaus entlohnt wurden, so dass beide Seiten am Ende des Sets zufrieden ihres Wegs ziehen konnten. (In meinem Fall Richtung Biertheke.)
Andreas

RAGE
Heimspiel fr Peavy Wagner: "ich htte mit'm Fahrrad rber kommen knnen!" freut sich der sympathische Snger und Bassist von RAGE zwischen zwei Songs. Herne, seine Heimatstadt liegt direkt umme Ecke. Das Trio nutzte die Gelegenheit, der Nachbarschaft die noch einigermaen neue CD "Soundchaser" vorzustellen. Teilweise sehr melodische Songs wie "Great Old Ones", "Human Metal" oder "Defenders Of The Ancient Life" wurden eingebettet in ltere Nummern, die meiner Meinung nach etwas mehr abgefeiert wurden. Dass Peavy sehr gute Musiker an seiner Seite hat, ist bekannt. Wer dies allerdings noch nicht mitbekommen hatte, durfte/musste sich zunchst ein Solo von Gitarrist Victor Smolski anhren und spter Mike "das Tier" Terrana beim Felleverkloppen zusehen. Dieser Terrana drischt dermaen auf sein Set ein, dass man glauben mag, er wrde im nchsten Moment vllig ausrasten. Nach diversen Mitsing-Orgien beendeten RAGE ein Set, das in Ordnung war aber auch nicht unbedingt das strkste. Mir hat offenbar am Besten der Titelsong des Albums "Soundchaser" gefallen, denn auf dem Weg zum Bierstand hrte ich mich immer wieder (neben dem blichen "Platz da!!!") den Refrain nachsingen.
Olaf

STRATOVARIUS
Also, wenn der Himmel nicht so bedrohlich nach Regen ausgesehen htte, htten mich garantiert keine zehn Pferde so nahe an die Stage gebracht, als die Finnen von STRATOVARIUS an der Reihe waren. So fand ich mich denn aber in Spuckweite der zuletzt arg Gerchte-gebeutelten Happy Metaller wieder und konnte mir das Elend ganz aus der Nhe ansehen. Ich geb's ja gerne zu, ich kann die Truppe nicht ab, aber einen Song wollte ich dann doch hren, und zwar "Hunting high and low", den ich, als sich die Band dann nach ber einer Stunde endlich mal bequemte, auch lauthals mitgrhlte. Ansonsten war die Spannung innerhalb der Bandmembers aber schon zu sehen, ertappte man die Jungs doch hier und da bei einem skeptischen Seitenblick. Lediglich der fr seine Kapriolen bekannte Innenraum-Umgestalter und Keyboarder Jens Johansson lie sich nicht aus der Ruhe bringen, whrend mir Snger Timo Kotipelto von Anfang an mit seinem aufgesetzten Schnwetter-Lcheln tierisch auf die Eier ging. Er sich selbst anscheinend auch, anders kann ich mir das Gequietsche, das da manchmal ber seine Lippen kam, nicht erklren. Schn war aber auf jeden Fall das riesige Backdrop mit dem Cover der 97er "Visions"-Scheibe. Nun ja, hier mein 3-Punkte-Plan, um aus STRATOVARIUS eine METAL-Band zu machen:

  1. Das Keyboard in handliche kleine Stck zerhacken und Mr Johansson weiter Mbel an die Decke kleben lassen
  2. Drummer Jrg Michael mindestens ein Bein amputieren, damit wir alle in Zukunft von dem endlosen und stinkelangweiligen Doublebass-Genle verschont bleiben
  3. Mr Kotipelto solange Whiskey einflen, bis er endlich sowas wie eine METAL-Stimme bekommt; anschlieend, falls noch ntig, das dmliche Grinsen aus dem Gesicht prgeln
So, genug gelstert. Immerhin kamen die Finnen beim berwiegend recht jungen Publikum vor der Bhne sehr gut an, irgendwas scheinen sie also richtig gemacht zu haben. Was die Zukunft von STRATOVARIUS angeht: Ich wsste spontan nicht, was mir momentan mehr am Allerwertesten vorbei geht, sich darber den Kopf zu zerbrechen berlasse ich anderen.
Andreas

MACHINE HEAD
Auf Machine Head freute ich mich schon die gesamten zwei Tage des Festivals. Hatte ich doch bisher die Truppe aus Oakland noch nie live gesehen. Und was soll ich sagen? Sie wurden ihrem Ruf, auf der Bhne ein mchtiges Brett zu fahren, vollauf gerecht. Die Reaktionen seitens des Publikums berraschten aber wohl auch die Bay-Area-Thrasher selbst. Denn was sowohl vor der Bhne wie auch auf den Stufen schon beim Opener abging war der Hammer. Es wurde gebangt, gesprungen, gesurft und gemosht, als htten smtliche Anwesenden die vergangenen zwei bis drei Tage ganz brav nur geschlafen und Msli gegessen, um jetzt alles zu geben. Besonders erstaunt war Mr. Rob "Fuck" Flynn (bei dessen Ansagen brigens im American TV oft wohl nur ein konstantes Piepsen zu hren gewesen wre), als selbst whrend einer Ansage ein Croudsurfer ber die johlende Menge in den Fotograben befrdert wurde. Ein weiteres Highlight begann mit den Worten "Come on. Let me see the biggest Circlepit Gelsenkirchen has ever seen so far." So dirigierte der Meister selbst zunchst die Massen vor der Bhne auseinander, bis eine wirklich groe, kreisrunde Freiflche entstanden war, um dann die Hlle losbrechen zu lassen. Kann man nicht beschreiben. Muss man gesehen haben! Die schweitreibende Show, die mit einer spartanischen, aber passenden Lightshow klasse unterstrichen wurde, kam mit dem berhammer "Davidian" im Zugabenteil zu ihrem Hhepunkt. Und so verabschiedete sich Mr. Flynn letztendlich sichtlich zufrieden mit einem "Prrrrost", einer gesungenen "Stairway to Heaven"-Textzeile und einer tiefen Verbeugung. Grandioser Abschlu!
Roland

Fazit: Wie schon letztes Jahr ein super Open Air, bei dem man zu jeder Zeit das Herzblut, das von den Veranstalten aufgebracht wurde, spren konnte. An dieser Stelle auch ein dickes Lob und Dankeschn an die fairen, geduldigen und stets freundlich-bestimmte Security, das ist alles andere als selbstverstndlich! Dennoch mssen einige kritische Bemerkungen zum Schluss erlaubt sein:

  • Den Preis fr Dner von einem auf den anderen Tag um 50 Cent zu erhhen ist pure Abzocke, auch wenn da das Rock Hard-Team nix fr kann!
  • Es htte VORHER klargemacht werden sollen, dass man mit Glasflaschen nicht auf den Campingplatz kommt! So zelteten wir dann auf dem eigentlich als Parkplatz ausgelegten Gelnde.
  • Nachdem ersichtlich wurde, dass wir damit bei weitem nicht die einzigsten waren, wre es nett gewesen, anstatt der Pinkel-Security, die das Bewssern der umliegenden Bsche verhindern sollte, ein Dixie rber zu karren!
Andreas

Fotos: Roland

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