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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KILLERZ, BRITISH STEEL, MEN OF WAR
Ort Bonn, Brckenforum
Datum 22.05.2004
Autor John Schmitz & Olaf Reimann
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Kurz vor Beginn der diesjhrigen hammermigen Festival-Saison laden drei Metal-Coverbands zum Tanz ins Brckenforum zu Bonn. Hier wird drei ehrenwrdigen Szeneoriginalen gehuldigt, was fr uns natrlich heien muss: auf nach Bonn.
Men Of War
Den Anfang machen MEN OF WAR und blasen standesgem nach dem obligatorischen Intro "Manowar" ins angenehm gefllte Brckenforum. Die Meute vor der Bhne ist noch etwas dnn gest, die Bierstnde sind da schon besser besucht. Rein optisch sehen die vier Mnner des Krieges so gar nicht nach ihren Vorbildern aus, aber Ledertangas und Muskelspiel muss auch keiner haben (auer den anwesenden Damen vielleicht). Weiter geht's mit "Kings of Metal", das zum Bangen animiert und ganz gut rber kommt. Das folgende "Blood of my enemies" verwundert mich durch eine falsche Melodie (die Flageolettne am Anfang).
Men Of War Obwohl der Snger von MEN OF WAR seine Sache gut macht, kann er zu keiner Zeit Eric Adams das Wasser reichen. Das ist aber auch nicht verwunderlich und somit gar nicht schlimm. Der Gesang kommt nmlich durchweg gut rber. Ein weniger gutes Bild gibt der Gitarrist ab, der nicht nur optisch an die RAMONES erinnerte sondern auch spielerisch ein paar Schippen zulegen msste. Irgendwann nach "Fighting the world", "Metal Warriors" und "Black Arrows" (das die Jungs besser nicht gespielt htten), reit dem Mann eine Gitarrensaite. Was jetzt folgt ist absolut unglaublich. Der wechselt die Saite auf der Bhne und hat keine Ersatzgitarre parat. So was sieht man sonst nur bei Schlerbands. Nach dem Saitenwechsel, der rund 15 Minuten dauert, spielen MEN OF WAR noch "Kill with power", "Warriors of the world united", "Heart of steel", "Carry on", Brothers of metal", "Hail and kill" und "Battle Hymn".
Men Of War Alles in allem gaben MEN OF WAR eine ansprechende Vorstellung ab, jedoch ohne zu begeistern. Es lief einfach nicht alles rund und ich habe den Eindruck, dass MEN OF WAR nicht genau wissen, wie sie ihre Show darstellen sollen. Entweder voll und ganz MANOWAR oder gar nicht und sich nur auf die Musik beschrnken. Aber Posen teilweise zu bernehmen und englische Ansagen zu machen und sonst "normal" aufzutreten, passt nicht so ganz zusammen. Na ja, mir hat's trotzdem Spa gemacht und viele Zuschauer kamen ebenfalls auf ihre Kosten.
John

Die Judas Priest-Coverband BRITISH STEEL begann ihren Set mit dem grandiosen Intro "The Hellion", worauf logischerweise "Electric Eye" folgen musste. Beim ersten Anblick der Musiker auf der Bhne war klar, dass es sich um eine auslndische Fraktion von Priest-Jngern handeln muss. Dem Schlagzeuger und den beiden Gitarristen (alle kurzhaarig) war der sdlndische Teint deutlich anzusehen. Mit den ersten Textzeilen von "Electric Eye" erschien auch der Snger auf der Bildflche und bemhte sich reichlich, nach Rob Halford auszusehen. Die Gesten erschienen mir etwas bertrieben und auch der Gesang kam anfangs zu "gepresst" rber. Zur Position des Sngers gibt's aus meiner Sicht zum besseren Verstndnis folgendes zu bemerken: Niemand, auch nicht Tim Owens, kann den Metal-God ersetzen oder imitieren! Die Stimme von Rob Halford ist so dermaen einzigartig, dass er den ihm verliehenen Titel nicht umsonst trgt. Wenn man also den individuellen Charakter der Stimme von Halford auer Acht lsst, war die Leistung des British-Steel-Sngers insgesamt gar nicht so verkehrt.
British Steel  British Steel  British Steel
Im Set ging's weiter mit "Riding On The Wind" und "Running Wild". Man sieht, die Jungs von British Steel orientieren sich primr an den lteren Sachen von Judas Priest. Nach "Heading Out To The Highway", "Desert Plains", "Beyond The Realms Of Death" wurde "The Ripper" viel zu schnell intoniert, was aber das einzige musikalische Manko bleiben sollte. Die Instrumentalisten boten, abgesehen vom stellenweise hektischen Tempo, eine ansprechende Leistung. Wenn das Bhnenoutfit noch ein wenig mehr Metal wre, knnten British Steel sich weitere Pluspunkte einheimsen. Vor der Bhne kam es nach diversen lteren Nummern bei "Night Crawler" zu tumultartigen Moshpits. Die Stimmung war auf dem Hhepunkt und das obligatorische "Painkiller" wurde vom Publikum zum ersten Mal vehement gefordert. "Some Heads Are Gonna Roll" und anschlieend "Jawbreaker" sowie "Breaking The Law" konnten die Menge noch einmal vom Wunschtitel ablenken. Doch sptestens als nach "Steeler" die Band die Bhne verlies, waren die "Painkiller,Painkiller-Rufe" unberhrbar. Ich will's vorweg nehmen: die Rufe blieben erfolglos! "Painkiller" gehrt unverstndlicherweise nicht in's Repertoire von British Steel. Mit "Metal Gods" und "Hell Bend For Leather" wurde ein Set abgeschlossen, der unter den Anwesenden fr ordentlich Stimmung sorgte. Und das ist das Entscheidende! Den Leuten hat's gefallen und der Band sicherlich auch.
Olaf

Killerz

Richtig geil fand ich, dass nach jedem Set der Vorhang vor der Bhne zugezogen und erst wieder gelftet wurde, als es wieder zur Sache ging. Nun wurde es ernst fr die Fans von Iron Maiden! Groe Vorfreude lag in der Luft, als die ersten Tne vom legendren Intro "Churchill's Speech" ertnte. Die vorderen Reihen im Brckenforum standen dicht gedrngt. Mit dem Opener "Aces High" schafften es die KILLERZ, fast eine Stimmung in die Halle zu zaubern, als stnden Maiden persnlich on Stage. Die Musiker boten ein angenehm metalmiges Erscheinungsbild und rockten wirklich sehr gut. Einzig der etwas nach Michael Mittermeier aussehende Snger wollte von der Optik her nicht so recht ins Bild passen. Gesanglich dafr aber umso mehr! Und der ironische Schriftzug "Killer" auf seinem T-Shirt gab ihm dann doch etwas Verwegenes. Nach "Two Minutes To Midnight" und "Only The Good Die Young" (whrend dieses Songs musste das Temperament meines Kollegen John gebremst werden: "Ruhig Brauner!") war klar, wer an diesem Abend das Rennen im Coverband-Vergleich machen wrde. Technisch topfit und keine anspruchsvolle Titel scheuend legten sich die Killerz in's Zeug. Einzig die Tatsache, dass nicht ein Song vom Album "Killers" gespielt wurde, ist bei der Namensgebung der Band verwunderlich.
Killerz  Killerz
Doch was soll's, Titel wie "Phantom Of The Opera", "Prisoner", "Powerslave" oder "Fear Of The Dark" wurden vom Publikum dankbar angenommen. Doch auch Stcke, die man von einer Maiden-Coverband nicht unbedingt erwarten wrde, ernteten viel Beifall: das Instrumental "Lofer Words", das berlange "Rime Of The Ancient Mariner" (sehr geil!) oder "Children Of The Damned" gehren sicher dazu. Von der aktuellen Scheibe "Dance Of Death" fand einzig "Rainmaker" den Weg in die Setlist. Auch wenn nach und nach einige Fans - wahrscheinlich aus zeitlichen Grnden - den Heimweg antraten, herrschte im Brckenforum allgemein eine begeisterte Atmosphre.
Killerz Narrlich trugen Songs wie "The Trooper", "Run To The Hills", "Heaven Can Wait" oder "The Number Of The Beast" mageblich dazu bei. So verlieen Killerz nach der letzten Zugabe "Hallowed Be Thy Name" (leichte textliche Schwierigkeiten beim Snger) mit einem krftigen Applaus begleitet die Bhne und sinniger Weise wurde sofort mit "Painkiller" (!) die anschlieende Metal-Disco erffnet. Dem Veranstalter bleibt zu wnschen, dass sich das Konzert gelohnt hat und man sich vielleicht fter ber Metal-Gigs im Brckenforum freuen kann.
Olaf

Fotos: Roland Wohde

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